BELGRAD, Mittwoch, der 16. Dezember 2015
Danja Antonovic

16. Türchen: Kafanas – von Rauchschwaden umgegeben

rauch 01„Lullen, mein Belgrad & ich“ – So hieß die Reportage im „THE WEEKENDER“, in der ich über meine Geburtstadt sinniert habe. Das Foto hat Dagmar Morath geschossen, und wie man sieht, ich habe den Fototermin genossen.

Belgrad ist eine der wenigen Städte dieser Erde, die Raucher glücklich macht. Du kannst, du darfst, und wenn du nicht magst, kannst und nicht willst, bekommst du in einem Restaurant eine Extra-Nichtraucherecke zugewiesen. Allerdings, seltener in einer der Kneipen, die es nur in Belgrad und auf dem Balkan gibt und die hier „Kafana“ heißen. „Kafana’s“ sind heilige Orte, in denen man nur ein Tässchen Kaffee schlürfen und stundenlang in der Zeitung blättern kann, aber auch einen „Kalbskopf im Saft“ oder „Rinderhoden, paniert“ verzehren darf. (Auch weniger exotische Gerichte wie eine einfache Bohnensuppe stehen auf der Karte.)
Hier kehren Opa samt Enkelkind, Liebende und Geschiedene, Arbeitslose und Anwälte, Nachbarn und Unbekannte ein. „Kafana“ ist eine Oase der Zeitlosigkeit und Ruhe, von dicken Rauchschwaden umgeben. Diese zeigen –  Nichtraucherecken sind hier selten.

 

 

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