BAGDAD, Mittwoch, der 30. Dezember 2009
Birgit Svensson

Hilferuf aus Bagdad

Manchmal spielt der Technikteufel Streiche und transportiert nicht das, was man abschickt. So auch der untenstehende Hilferuf der Organisation für die Verteidigung der Pressefreiheit im Irak für einen Journalisten-Kollegen in Not. Ich bekam den Notruf gestern und hatte ihn postwendend in den WR-Blog überstellt. Heute nun musste ich feststellen, dass der Hilferuf auf der Webseite nicht ankam. Also deshalb nochmals, hoffentlich mit Erfolg.

Die Organisation für die Verteidigung der Pressefreiehit im Irak ist nach dem Sturz Saddams gegründet worden und überwacht seitdem die durch die US-Administration eingeführte Pressefreiheit im Zweistromland. Dabei muss sie in den letzten Monaten immer mehr Verstöße feststellen. Nach wie vor ist der Irak eines der gefährlichsten Pflaster für Journalisten auf diesem Planeten. Es werden immer noch Kollegen bedroht, angegriffen, angeschossen und ermordet. Laut „Reporter ohen Grenzen“ ist einzig die Situation in Somalia für uns Medienvertreter schlimmer als im Irak. Deshalb erscheint es mir wichtig, den Kollegen in Not zu helfen. Ich tue was ich kann, um das Schicksal von irakischen Kollegen publik zu machen und Hilfe zu organisieren. Mit diesem Blog möchte ich in die Welt fragen, ob jemand Rat weiß, damit Ibrahim al-Katib wieder als Journalist arbeiten kann.

Hier der Hilferuf aus Bagdad im Wortlaut:

Seit ca. neun Monaten leidet einer unserer Kollegen an einer Querschnittlähmung
infolge eines Terroranschlags. Da er weder Geld noch die erforderlichen Beziehungen hat, liegt er seither im Bett und wartet auf die Gnade Gottes.
Der staatliche TV-Sender Iraqiya, für den er als Korrespondent gearbeitet hatte, sah
es nicht als erforderlich an, unserem Kollegen Ibrahim Al-Katib zu helfen oder gar
ins Ausland zur Behandlung zu schicken.
Die Gesellschaft für die Verteidigung der Pressefreiheit und seine Kollegen haben
keinen Weg gescheut, um Hilfe für ihren Kollegen zu bitten. Sie haben leider nur
leere Versprechen geerntet.

Verstehen Sie/ Versteht bitte diese Zeilen als einen Appell!

Helfen Sie/ helft uns, unseren Kollegen einem chirurgischen Eingriff zu unterziehen,
damit er wie früher seinem Land und Volk durch das freie Wort dienen kann!
Wir suchen nach einer humanitären Hilfsorganisation.

Ende des Aufrufs.

Wer Rat weiß, wende sich bitte an mich – Svensson@weltreporter.net

Kommentare (0) Kommentar schreiben
AKTUELLE BLOGEINTRÄGE