Dienstag, der 21. Oktober 2014
Klaus Bardenhagen

Die Weltreporter und die Zukunft der Auslandsberichterstattung

Wir kamen aus Japan, Australien, Argentinien, Ägypten und vielen anderen Ländern: Mehr als 20 Weltreporter trafen sich im September in Berlin.

 

WR Berlin Standorte

 

Zu feiern gab es das zehnjährige Bestehen von Weltreporter.net. Zu diskutieren gab es viel: Medienkrisen, politische Krisen und den Stand der Auslandsberichterstattung in deutschen Medien

Das Deutschlandfunk-Magazin „Markt und Medien“ hat diesen Themen und uns eine Spezial-Ausgabe gewidmet. Drei Weltreporter waren zur Diskussion geladen.

Hören Sie mal rein: Global denken, schreiben und senden

Und das haben wir ganz grundsätzlich zu sagen:

AUSLANDBERICHTERSTATTUNG MUSS HÖHEREN STELLENWERT BEKOMMEN

Auslandsberichterstattung muss in deutschen Medien wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Das fordert das globale deutsche Netzwerk freier Korrespondenten, WELTREPORTER.NET, anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums.

„Die schwelende Krise zwischen Russland und der Ukraine haben Korrespondenten in der Region seit langem verfolgt, aber Berichte wurden kaum veröffentlicht“, sagt Marc Engelhardt, der Vorsitzende der Weltreporter. Ähnlich sei es im Irak, in Syrien oder in den Ebolagebieten Westafrikas. „Berichtet wird oft erst, wenn es knallt – und dann auch nur über einen kurzen Zeitraum, bis die nächste Krise kommt.“

Entwicklungen und Hintergründe blieben den Medienkonsumenten so verschlossen. „Gerade die sind aber wichtig, um eine immer dichter vernetzte Welt zu verstehen und die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so Engelhardt. „Dass etwa ,Die Zeit‘ nur ein Jahr vor der Krimkrise ihren Moskauer Korrespondentenstandort gestrichen hat zeigt auf dramatische Weise, wie die kontinuierliche Berichterstattung aus weiten Teilen der Welt fahrlässig kaputtgespart wird.“

Der heutige Stern-Korrespondent Janis Vougioukas, der WELTREPORTER.NET 2004 mit zwölf Kollegen gründete, nennt das Netzwerk ein Erfolgsmodell. „Gemeinsam haben wir es als freie Auslandskorrespondenten geschafft, der Medienkrise zu trotzen und das wichtigste Merkmal, nämlich Qualität, hochzuhalten.“

Gerade für Reporter in Krisenländern habe das Netzwerk auch eine weitere Funktion: „Als Kollegen in Kasachstan und dem Iran bei ihrer Arbeit schwer verletzt wurden und Hilfe brauchten, haben die Weltreporter ihnen beigestanden.“

„Lebendige Geschichten aus aller Welt zu erzählen ist der Kern dessen, was die Weltreporter ausmacht“, so die Geschäftsführerin des Netzwerks Barbara Heine. „Die Arbeit der Weltreporter wird wegen ihrer Qualität immer wieder ausgezeichnet.“

So wurde die Afrikakorrespondentin Bettina Rühl für ihr Radiofeature „Die Macht der Warlords von Mogadischu“ u.a. mit dem „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ geehrt, der Ägyptenkorrespondent Karim El-Gawhary zum „Journalist des Jahres 2013“ in Österreich gekürt.

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