MüNCHEN, Donnerstag, der 10. Dezember 2015
Martin Zöller

Nicht fair, aber

Nicht fair, aber

044ba57e-919a-4fd9-828d-cdbc480008bd Wenn sich rundherum Kolleginnen und Kollegen bei unserem regnerischem Mistwetter nach Südafrika oder Asien verabschieden, dann ist es höchste Zeit, Konsequenzen zu ziehen. Wer kann, freut sich mit ihnen. Wer nicht kann, vermeidet in diesen Tagen Facebook und andere sozialen Netzwerke. Aber wer schlau ist, plant seinen eigenen Urlaub. Und das ganz strategisch.

Deshalb streng unter uns: Ich arbeite derzeit an einer umfassenden Strategie was unseren nächsten Sommerurlaub angeht. Dies ist insoweit schon bemerkenswert, als wir den diesjährigen Sommerurlaub zwei Tage vor Antritt desselben immer noch nicht geplant hatten.  Wirklich genial an meinen jetzigen Vorbereitungen ist aber, dass ich anders als sonst mich mit Urlaubsideen nicht an meine Frau wende, auch wenn dies  vielleicht fair wäre. Nein, ich bearbeite die Kinder. Ganz subtil.

Ausgangspunkt dieser Überlegung ist ein sagenhaftes Mini-Kinderbuch („Pixi-Buch“), das wie auch immer in unseren Besitz kam und ein Dauerbrenner ist. Vordergründig ist es ein Buch über eine Kindergartengruppe, die einen Garten anlegt. Hintergründig ist es eine perfide Schleichwerbung für  – Achtung – „Genossenschaftsbanken“. Zitat aus meiner Lieblingsszene: Die Familie sitzt am Frühstückstisch, da fragt Sohn Bruno unvermittelt: „Papa, was ist eigentlich eine Genossenschaftsbank?“ Diese durch und durch alltägliche Kinderfrage beantwortet „Papa“ natürlich mit Bravour.

IMG_1114Was Genossenschaftsbanken können, können andere schon lange. Auf einem Flohmarkt fand ich kürzlich in einem Stapel solcher Mini-Büchlein eines unter ungefähr 1500, das wir nochnicht hatten. Es ging um Campingurlaub… Sie ahnen, wohin meine perfide Idee führt: Ich würde gerne mal mit allen campen, meine Frau nicht. Also heißt es, Mehrheiten in der Familie zu beschaffen. Ich kaufte das Buch. Mindestens einmal täglich lese ich das von einem europaweiten Campingplatz-Vermarkter geschriebene Buch vor. Meine Strategie sieht vor, die Figuren der überglücklichen Kinder „Johanna“ und „Thomas“ nach und nach mit den realen Namen meiner Kinder zu ersetzen, um die Identifikation noch zu steigern….genial? Ich weiß.

Natürlich denke ich schon längst darüber nach, selber solche Bücher zu schreiben. In einem könnte es zum Beispiel darum gehen, dass es Familie Müller immer total super findet, wenn der Papa samstagnachmittags ins Stadion geht und danach noch durch die Kneipen zieht. Auf der letzten Seite würde man dann Mama, Tochter und Sohn sehen, die dem Papa winken und rufen: „Viel Spaß Papa! Lass es richtig krachen!“

 

 

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