ISTANBUL, Donnerstag, der 16. Februar 2012
Susanne Güsten

Resat Yilmaz, in memoriam

Es ist bezeichnend, dass ich von Resat Yilmaz nach zehnjähriger Zusammenarbeit kein Foto habe, das ihn von vorne oder im Vordergrund zeigt. Nur im Hintergrund ist er hier und da auf Bildern und Tonaufnahmen aus einem Jahrzehnt zu sehen oder hören. Sein Name ist nie aufgetaucht in meinen Berichten und Beiträgen aus Südostanatolien, das wir zusammen immer wieder kreuz und quer durchstreift haben, bei Eiseskälte und glühender Hitze, in Krieg und relativem Frieden – mit Rebellen und mit regierungstreuen Milizionären, bei den Opfern der einen wie der anderen Seite, bei verheizten Männern und verkauften Frauen, und immer wieder am Ilisu-Staudamm. Fahrer werden nun einmal nicht genannt in der Autorenzeile, auch wenn sie oft weit wichtiger sind für unsere Arbeit, als wir damit öffentlich zugeben. Resat Yilmaz war einer der besten; er hat an allen meinen Geschichten aus der Region großen Anteil gehabt. Nur icinde yat, Resat Abi.

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