GENF, Mittwoch, der 12. November 2014
Marc Engelhardt

Statt einer Urlaubspostkarte

Weltreporter machen (viel zu) selten Urlaub, und selbst dann stellt der innere Newsticker sich nicht ab: morgens hatte ich beim Frühstück auf Teneriffa noch die Ergebnisse der Volksabstimmung in Katalonien gelesen (vier von fünf Katalanen für die Unabhängigkeit) – mittags kam ich dann an diesem Wandbild vorbei, das die Unabhängigkeit der Kanaren von Spanien fordert.

Graffito oberhalb von Adeje (Teneriffa) am 10.11.2014

Graffito oberhalb von Adeje (Teneriffa) am 10.11.2014

Ichasagua war der vorletzte König der Guanchen, der Ende des 15. Jahrhunderts herrschte und dann eine (vergebliche) Rebellion gegen die spanische Besatzung führte. Unter Franco gründete sich im algerischen Exil eine Unabhängigkeitsbewegung. Inzwischen haben die Kanaren als autonome Gemeinschaft ein eigenes Parlament und eine Regierung. Die feiert zwar die Autonomie innerhalb Spaniens, und ist sauer darauf, dass eine Volksabstimmung gegen eine geplante Ölförderung vor den Kanaren von Madrid verboten wurde – mit einer möglichen Sezession im Stile Kataloniens rechnete aber niemand, mit dem ich sprach.

Kommentare (0) Kommentar schreiben
AKTUELLE BLOGEINTRÄGE