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Schottland: Von der Steinzeit bis zum Brexit

Cover Schottland-MagazinSeit fünf Jahren gibt Weltreporterin Nicola de Paoli das Schottland-Magazin heraus. Nun erscheint das Cover im neuen Design: Die aktuelle Ausgabe berichtet über die Ausgrabungen an einer steinzeitlichen Tempelanlage auf den Orkney-Inseln und erkundet, wie sich Schottland nach dem Brexit verändern könnte. Das Schottland-Magazin ist für 6,80 Euro am Kiosk erhältlich oder direkt bei www.schottland.co

Profilfoto

 Nicola de Paoli

Weltreporterin in Edinburgh

paoli@weltreporter.net

 

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Schöner schenken mit den Weltreportern

Weihnachten steht vor der Tür und Sie brauchen dringend noch ein Geschenk? Die Weltreporter bieten Abhilfe! Auf unserem Twitteraccount finden Sie unter #WeltreporterGeschenke nachhaltige Geschenkideen aus allen Weltregionen. Von kenianischen Laufschuhen (auch gut geeignet, um die Vorsätze fürs nächste Jahr sofort in die Tat umzusetzen) über leckere Kleinigkeiten aus Tunesien bis hin zu frischgedrucktem Lesestoff der Weltreporter. Oder wollen sie dieses Jahr weniger konsumieren? Dann verschenken Sie doch eine Patenschaft, zum Beispiel für Elefanten, Nashörner oder Bäume im indonesischen Regenwald. Die können Sie auch auf den letzten Drücker noch erwerben, ohne sich in den hektischen Einkaufstrubel stürzen zu müssen. Schöne Feiertage wünschen Ihnen die Weltreporterinnen und Weltreporter.

 

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Auslandsberichterstattung: Kann das weg?

Screenshot WDR-Beitrag Auslandsberichterstattung WDR 5

“Auslandskorrespondenten machen die Welt verständlich, sie kommen dorthin, wo wir selbst niemals hinkommen und berichten. Diese Funktion ist aber zurzeit gefährdet, denn Verlage und Sender müssen sparen, Und Auslandskorrespondenten kosten nun mal Geld.” Michael Meyer berichtete für WDR 5 Töne, Texte, Bilder über unsere Veranstaltung in der Volksbühne. Beitrag hier anhören.

 

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Buschfeuer wegen Schwulenehe

Letztens war ich in Byron Bay, dem Hippie-Mekka Australiens. Die Sonne überm Strand war schon morgens orangerot, da all der Rauch der Buschfeuer sie vernebelte – selbst in Neuseeland, auf der anderen Seite des Ozeans, sah man das. Je mehr ich Richtung Inland fuhr, ausgerechnet die Tinderbox Road entlang, desto verbrannter roch es. Im schönen Bangalore interviewte ich drei Männer, die sich gemeinsam geheiratet haben.

Der älteste des polyamoren Triplets hat Krebs. Der jüngste von ihnen war mal Pastor, dann wurde er Aktivist. Wir saßen um den Couchtisch mit Glasplatte, dessen Fundament aus einem geschnitzten Nackten mit Riesenpenis besteht, und sprachen über Liebe, Ehrlichkeit, PrEP und Chemotherapie. Den Namen ihres subtropischen Paradieses, lange ein Schwulen-Retreat, durfte ich nicht publizieren. Aus Angst vor Hass-Attacken.

Ich war berührt von dem mutigen Trio. Auch der liebe Gott muss uns zugehört haben. Doch statt seine schützende Hand über die traute Runde zwischen Bali-Dekor und Hochzeitsfotos zu halten, ließ der Herr am folgenden Tage einen seiner getreusten Jünger ein irdisches Machtwort sprechen. Nicht der Klima-Kollaps sei an den verheerenden Feuern schuld. Sondern eine moralische Katastrophe: legalisierte Abtreibung und die Ehe für alle.

Israel Folau, fundamentalistischer Christ und einer der besten Rugbyspieler der Welt, wurde im April wegen seiner homophoben und transphoben Äußerungen aus der australischen Liga gefeuert. Es wurde still um ihn. Doch als der rote Kontinent zum verkohlten wurde, Koalas zu Tausenden starben und Ortschaften evakuiert wurdem, hörte man pünktlich wieder von ihm: „Gott spricht zu uns. Australien, du musst büßen!“

Die Brandbrunst sei laut Folau nur der Vorgeschmack dessen, was dem Homo- und Sodom-Land an weiteren Plagen bevorstehe. Das ging selbst dem erzkonservativen Premierminister Scott Morrison zu weit, der Strafen gegen Klima-Protestler verhängen will. Folaus Kommentare seien „entsetzlich unsensibel“. Das hielt den Hobby-Prediger aber nicht davon ab, letzten Sonntag in einer Kirche in Sydney weiter ins gleiche himmlische Horn zu blasen.

Zuvor hatte er mit seiner Frau in einem veganen Restaurant gegessen. Was Israel und Maria Folau nicht ahnten: Gorilla Kitchen spendete die Einnahmen ihrer Rechnung danach an die  LGBTQ-Organisation Rainbow Youth. „Wir schicken niemanden weg“, so die Betreiber auf Facebook, „wir lieben alle, nicht nur Tiere. Eine Rainbow Youth Spende von Israel Folau… ganz schön komisch, oder?“

Den Scherz hätten sie mal lieber gelassen, da der Rugby-Held einen direkten Draht nach oben hat. Kaum war ich wieder in Christchurch, wurden wir von einem unglaublichen Sommerunwetter überrascht. Ein Tornado tobte durch die Stadt, Blitze schlugen ein, es hagelte Eiskörner so groß wie Münzen. An dem Mini-Armageddon war Folau schuld.

 

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Anton Scholz neuer Weltreporter in Südkorea

Portrait Anton ScholzDie Weltreporter haben einen neuen Korrespondenten in Südkorea: Anton Scholz lebt seit mehr als 20 Jahren in Korea und arbeitet dort seit 2001 für Medien aus aller Welt. Ursprünglich hat es ihn wegen des Studiums von Zen und Kampfkunst nach Korea verschlagen, wodurch er von Anfang tiefe Einblicke in die traditionelle koreanische Kultur bekam. Mehr als zehn Jahre arbeitete er als Producer für die ARD in Korea und berichtet in Krisensituationen immer wieder live für Welt TV oder die Deutsche Welle. Auch koreanische Medien schätzen seine Meinung zu aktuellen politischen Entwicklungen. Scholz ist es ein großes Anliegen, ein umfassendes Bild von Südkorea zu liefern, das über die immer wiederkehrenden Berichte über den Konflikt mit Nordkorea, K-Pop und die letzten Technik-Gadgets hinausgeht.

 

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Abschied von einer großen Liebe

Portrait Susanne Knaul

Weltreporterin Susanne Knaul

30 Jahre lang arbeitete Weltreporterin Susanne Knaul als Nahost-Korrespondentin in Jerusalem. Persönliche wie politische Gründe führen sie nun zurück in ihre Heimat Berlin. Hier wird sei künftig weiterhin als Journalistin und Nahost-Expertin tätig sein. In einem bewegenden Artikel für die taz, für die sie ebenfalls seit drei Jahrzehnten berichtet hat, blickt sie zurück auf ihr Leben in Israel – als Studentin, Kibbuznik, Journalistin und Mutter.

 

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China Calling

Nach fünf Jahren Korrespondenten-Dasein in Seoul zieht es Weltreporter Fabian Kretschmer nach China, wo er in Peking seine Zelte aufschlägt. Auch wenn er Südkorea nur schweren Herzens verlässt, freut er sich nun auf einen der relevantesten und herausforderndsten Standorte für Journalisten weltweit.

Weltreporter in Shanghai: Philipp Mattheis

Auch Weltreporter Philipp Mattheis ist in den vergangenen Jahren oft umgezogen – nie aber fiel ihm der Abschied so schwer wie von Istanbul: Ein Stück Seele bleibt immer am Bosporus, sagen die Türken. Das Angebot, unter anderem für Stern und Capital aus Shanghai zu berichten, war dann aber doch zu verlockend. Für Mattheis ist es zugleich eine Rückkehr: Er arbeitete bereits von 2012 bis 2016 als Korrespondent in Shanghai.

 

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Ausgezeichnet: Weltreporter Philipp Hedemann erhält „Plan Medienpreis für Kinderrechte“

Für eine Reportage über die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen über das Internet erhält Weltreporter Philipp Hedemann den „Plan Medienpreis für Kinderrechte“. Der Journalistenpreis wird von der Stiftung „Hilfe mit Plan Österreich“ in Kooperation mit dem Verband Österreichischer Zeitungen und dem Bundeskanzleramt in Wien vergeben. „Fass Deine Schwester an“ erschien im Nachrichtenmagazin Profil. In diesem Text erzählt Hedemann die Geschichte eines Mädchens, das – wie Tausende andere Kinder auf den Philippinen – gezwungen wurde, sich vor Webcams auszuziehen. Andere Minderjährige werden sogar vor laufender Kamera missbraucht, vergewaltigt und gefoltert. Die Philippinen gehen mittlerweile verschärft gegen diese Form des Kindesmissbrauchs vor.

Ruby (21, Name geŠändert) wurde als MinderjŠährige füŸr Live-Sexstreams missbraucht. Hier in der Einrichtung einer christrlichen Hilfsorganisation in der NŠähe von Manila.

 

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Die Weltreporter feiern ihr 15-jähriges Bestehen

Das größte Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandkorrespondenten feiert dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass haben die „Weltreporter“ nach vorne geblickt – mit einer Diskussion zum Stand und zur Zukunft des Auslandsjournalismus. Dem Netzwerk gehören inzwischen rund 50 Korrespondentinnen und Korrespondenten an, die aus mehr als 160 Ländern berichten.

Im ausverkauften Grünen Salon der Berliner Volksbühne folgten über 100 Gäste der Diskussion unter dem Titel „Das drohende Verschwinden der Welt“. Qualitativ hochwertige Auslandsberichterstattung hat es zunehmend schwer. Schuld daran sind das Mediensterben in Deutschland, Sparvorgaben in den Redaktionen und Auslagerung von Risiken auf die Schultern der Korrespondentinnen und Korrespondenten. Wie kann angesichts dieser Ausgangslage die Zukunft aussehen?

Die Welt sei so unübersichtlich und schnell geworden, dass selbst gestandene Korrespondenten sie nicht mehr verstünden, räumte Jochen Wegner, Chefredakteur von „Zeit Online“ und Mitglied der Chefredaktion von “Die Zeit” zum Auftakt der Debatte ein. Bettina Rühl, Vorsitzende der „Weltreporter“ hielt dagegen: Tatsächlich sähen Korrespondenten oftmals Krisen voraus, nur würden Berichte über solche Entwicklungen von immer weniger Redaktionen veröffentlicht, bevor ein offener Konflikt ausgebrochen sei. Das Ergebnis: Die Öffentlichkeit werde immer häufiger von Ereignissen vermeintlich überrascht, die für Deutschland auch politisch und wirtschaftlich relevant seien.

Der klassische Korrespondent bleibt unentbehrlich

Für Journalist und Medienwissenschaftler Lutz Mükke bleibt der klassische Korrespondent unentbehrlich. Zwar könnten interessierte Leserinnen, Hörer oder Zuschauer durch soziale Netzwerke auf eine Vielzahl direkter Quellen zugreifen. Allerdings könnten nur Korrespondenten mit Ortskenntnis die Brückenfunktion übernehmen, die zur Einordnung und Vermittlung von Geschehnissen im Ausland gebraucht werde – gerade dann, wenn sich Ereignisse zu überschlagen scheinen. Dies werde jedoch schwierig, wenn man sich vor Augen halte, dass zum Beispiel in Subsahara-Afrika in den vergangenen Jahren mehr als ein Fünftel der Korrespondentenstellen deutschsprachiger Medien abgebaut wurden. Das Reisebudget sei sogar halbiert worden, so Mükke.

In diesem Zusammenhang „sehe ich eine große Zukunft für Netzwerke wie die Weltreporter, weil wir uns keine umfassenden Korrespondentennetzwerke mehr leisten können“, räumte Zeit-Chefredakteur Jochen Wegner ein.

Marcus Bensmann, Mitglied des Rechercheverbunds Correctiv, plädierte für die stärkere Nutzung der Möglichkeiten, die sich durch das Internet und die soziale Medien eröffnen. „Es gibt bei den Menschen eine erkennbare Sehnsucht nach Informationen und nach dem Verstehen der Welt.“ Bei dem stiftungsfinanzierten Modell von Correctiv würden zum Beispiel Nutzerinnen und Nutzer mit einbezogen und an Recherchen beteiligt.

Bettina Rühl bei der Podiumsdiskussion in der Volksbühne

„Das Internet ist nicht nur eine Bedrohung, sondern bietet auch Chancen für eine breitere Berichterstattung“, erklärte Bettina Rühl. Bislang sei darüber allerdings die Finanzierung hochwertigen Journalismus kaum möglich. Das zu ändern, gehört zu den, Zielen des Netzwerks für die nächsten Jahre. „Wir wollen uns an die geänderten Bedingungen anpassen, ohne unsere zentralen Ansprüche aufzugeben“, betonte Bettina Rühl: „qualitativ hochwertige Berichterstattung und beste Ortskenntnis“.

Die Veranstaltung wurde unterstützt von torial.com, der Online-Plattform für JournalistInnen, und der Deutschen Post DHL Group.

Fotos: Rainer Stosberg

 

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Das drohende Verschwinden der Welt

Die Weltreporter haben ihren 15-jährigen Geburtstag gefeiert – stilecht mit einer Diskussion zum Stand des Auslandsjournalismus. Im ausverkauften Grünen Salon der Volksbühne folgten mehr als 120 Gäste der Diskussion auf der Bühne. Die Überschrift: “Das drohende Verschwinden der Welt”. Qualitativ hochwertige Auslandsberichterstattung hat es schwer. Gründe dafür: Mediensterben in Deutschland, Geldnot in den Redaktionen, Auslagerung von Risiken auf die Schultern der Korrespondenten. Wie kann angesichts dieser Ausgangslage die Zukunft aussehen?

Über Lage und Zukunft des Auslandsjournalismus diskutierten (v.l.) Bettina Rühl (Vorsitzende Weltreporter), Lutz Mükke (Reporter und Medienwissenschaftler), Marcus Bensmann (Correctiv) und Jochen Wegner (Chefredakteur Zeit online).

Die Welt sei so unübersichtlich geworden, dass selbst gestandene Korrespondenten sie nicht mehr verstünden, sagte der Chefredakteur von Zeit online, Jochen Wegner, zum Auftakt der Debatte. Die Vorsitzende der Weltreporter, Bettina Rühl, hielt dagegen: Tatsächlich sähen Korrespondenten oftmals Krisen voraus, nur wolle die Berichte darüber kaum jemand drucken, solange es nicht knallt. Christina Schott (Weltreporterin in Indonesien) bestätigte diese Einschätzung: Die schleichende Islamisierung in Südostasien etwa werde weitgehend ignoriert, trotz der drohenden Eskalation.

Die Journalistin Anke Bruns (ganz rechts) moderierte die Runde zum 15. Geburtstag der Weltreporter.

Marcus Bensmann (Correctiv) plädierte für die stärkere Nutzung von sozialen Medien: Klassische Mediennutzung werde von sozialen und elektronischen Medien abgelöst, letztlich könne jeder Journalist und Leser sein – vorausgesetzt, er wisse, wie Journalismus funktioniere. Als Beispiel nannte Bensmann die Reporterfabrik des stiftungsfinanzierten Recherchenetzwerks Correctiv.

Für den Reporter und Medienwissenschaftler Lutz Mükke bleibt der klassische Korrespondent unentbehrlich. Nur er könne die Brückenfunktion übernehmen, die zur Vermittlung von Geschehnissen im Ausland gebraucht werde.

Volles Haus im Grünen Salon der Volksbühne

Eine junge Journalistin fragte sich nach der Debatte: Soll ich Auslandskorrespondentin werden? Der Rat der Weltreporter: Unbedingt. Es gibt kaum einen spannenderen Job als den, aus den Ausland zu berichten. In diesem Sinne erhoben Weltreporter und Publikum zum Abschluss der Debatte die Sektgläser: Auf die nächsten 15 Jahre!