{"id":117722,"date":"2024-05-29T00:43:05","date_gmt":"2024-05-28T23:43:05","guid":{"rendered":"https:\/\/weltreporter.net\/?post_type=arbeitsprobe&#038;p=117722"},"modified":"2024-05-30T19:50:07","modified_gmt":"2024-05-30T18:50:07","slug":"die-super-arbeitsprobe","status":"publish","type":"arbeitsprobe","link":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/arbeitsprobe\/die-super-arbeitsprobe\/","title":{"rendered":"Wenn der Rhythmus unwiderstehlich ist \u2013 Die Rolle des Groove in der Musik"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Musik 1: Stevie Wonder \u2013 Superstition (Intro in Schleife, Gesang kommt allenfalls zwischen O-To\u0308nen hoch)<\/p>\n<p>O-Ton Reinhard Kopiez:<\/p>\n<p>Groove ist die Erfahrung von Musik, unmittelbar und unwillentlich eine ko\u0308rperliche Mitbewegung zu evozieren. Das scheint doch ein besonderer Knopf zu sein, der in der Evolution eingebaut wurde.<\/p>\n<p>O-Ton Helmut Hattler:<\/p>\n<p>Und dann spu\u0308rst du eigentlich, dass du dich wohlfu\u0308hlst und deinen Ko\u0308rper in Schwingung versetzt, also nicht nur bums-bums machst, sondern die Hu\u0308fte, der Oberko\u0308rper, die Knie, der Arsch, alles geht irgendwie in so einen Move rein, und dann wei\u00dft du &#8230; Es ist ein bisschen wie die Liebe halt, ne?<\/p>\n<p>O-Ton Fernando Benadon:<\/p>\n<p>To me that has to do with something that&#8217;s repetitive and that has a signature to it, especially in terms of how the notes are articulated. And oftentimes it&#8217;s in the eye of the beholder, right.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Fu\u0308r mich hat es damit zu tun, dass sich eine Struktur wiederholt, dass es eine Art Signatur gibt, insbesondere was die Artikulation der Noten angeht. Und oft ist es einfach Geschmackssache.<\/p>\n<p>Sprecherin:<\/p>\n<p>Wenn der Rhythmus unwiderstehlich ist \u2013 Die Rolle des Groove in der Musik. Eine Sendung von Christoph Dro\u0308sser.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Groove ist ein schillernder Begriff, wie wir gerade geho\u0308rt haben. Jeder, der Pop-, Jazz- oder Soulmusik ho\u0308rt oder gar selbst macht, hat ein Gefu\u0308hl dafu\u0308r, was das Wort bedeutet. Aber kann man es mit wissenschaftlicher Exaktheit definieren? Musikpsychologinnen und -psychologen haben vor etwa 20 Jahren damit begonnen, das Pha\u0308nomen intensiv zu erforschen. Schauen wir, wie weit sie dabei gekommen sind!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Bevor wir aber mit dem Groove anfangen, ist ein anderer Begriff interessant, den es auch nur als englisches Fremdwort gibt: Entrainment. Reinhard Kopiez, Musikpsychologe an der Musikhochschule Hannover, erkla\u0308rt, was man darunter versteht.<\/p>\n<p>O-Ton Reinhard Kopiez:<\/p>\n<p>Bei der Begegnung von Mensch und Musik haben wir schon sehr fru\u0308h die Beobachtung gemacht, dass es eine unmittelbare, direkte Verbindung gibt zwischen der Musik und ihrer metrischen Struktur und dem Menschen, also so eine Art unmittelbares Erleben, das auch gar keine Voru\u0308bung beno\u0308tigt. Bei den meisten Menschen jedenfalls. Das ko\u0308nnen wir einfach so, die Erfahrung, uns zu einem externen Pulsgeber mitzubewegen.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Musik kann uns also unmittelbar in die Glieder fahren. Das geht so weit, dass es in manchen Kulturen gar keine unterschiedlichen Wo\u0308rter fu\u0308r Musik und Tanz gibt. In der westlichen Kunstmusik haben wir diesen Bewegungsdrang weitgehend eingegrenzt, aber auch klassische Musik kann grooven, dazu spa\u0308ter mehr.<\/p>\n<p>Diese unmittelbare ko\u0308rperliche Wirkung von Musik funktioniert am besten, wenn sie ein Tempo zwischen 100 und 120 Grundschla\u0308gen pro Minute hat.<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez:<\/p>\n<p>Tony Marshall ist zum Beispiel so jemand, der sich immer in diesem Bereich aufgehalten hat.<\/p>\n<p>Musik 2: Ein paar Takte Musik: Tony Marshall \u2013 \u201cKomm gib mir deine Hand\u201d<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez:<\/p>\n<p>\u201cHeute hauen wir auf die Pauke\u201d. Ein Riesenhit, genau in diesem Bereich von ungefa\u0308hr Tempo 120 anzusiedeln. Man stellt sich wirklich vor, dass im Gehirn so etwas wie eine neuronale Schaukel vorhanden ist, die durch ihre La\u0308nge der Seile besonders stark anspricht beim Anstupsen mit dieser Bewegungsfrequenz.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Aber die wenigsten wu\u0308rden wohl sagen, dass deutsche Schlager einen wirklichen Groove haben. Die besten Beispiele kommen aus anderen Genres.<\/p>\n<p>Atmo: Besuch bei Petr Janata<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Besuch bei dem Musikpsychologen Petr Janata an der University of California in Davis. Janata ist tschechischer Abstammung und spricht Deutsch mit uns. Er hat im Jahr 2012 die erste Studie vero\u0308ffentlicht, bei der Probandinnen und Probanden den Groove einer ganzen Liste von Musikstu\u0308cken bewerten sollten. Sind das jetzt die groovigsten Stu\u0308cke aller Zeiten? Natu\u0308rlich nicht, die Vorauswahl war eine subjektive Liste der Forscher, und sie ha\u0308tten fast ein ganzes Genre vergessen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>O-Ton Petr Janata:<\/p>\n<p>Das war ein Projekt eines Doktoranden. Er hat verschiedene Musikstu\u0308cke aus verschiedenen Genres gesucht. Und witzig dabei war, dass er also in der erste Runde gar keine Funk und R&#8217;n&#8217;B hat. Und ich hab die Liste angeschaut und ich hab gesagt: Na also, von den wichtigsten Musikstilen, da ist nichts dabei.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Das wurde repariert. Und auf den ersten Pla\u0308tzen landeten ausnahmslos Songs aus dem Bereich Soul oder Funk. Ganz oben: Superstition, ein Hit von Stevie Wonder aus dem Jahr 1972, das in vielen Umfragen ganz vorn landet. Reinhard Kopiez erkla\u0308rt, was dieses Stu\u0308ck, bei dem Stevie Wonder alle Instrumente selbst eingespielt hat, so unwiderstehlich macht.<\/p>\n<p>Musik 3: Stevie Wonder \u2013 Superstition<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez:<\/p>\n<p>Das beginnt ja mit so einem Clavichord, klingt wie ein Cembalo, und der hat, das ist mir auch erst viel spa\u0308ter aufgefallen, der hat zwischen den Hauptnoten noch sehr leise kleine andere Noten. Wir nennen die ghost notes.<\/p>\n<p>Musik 4: Superstition, nur Clavinet<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez: Das sind die geisterhaften Noten, die fast nicht auffallen. Und sind im Soul und auch in bestimmten Jazz\/Rock-Genres spielen die eine ganz gro\u00dfe Rolle. Und wenn man nicht genau hinho\u0308rt, merkt man die auch gar nicht bewusst. Aber die scheinen eine wichtige Funktion zu haben in dieser Grooveanregung.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Ich habe jeden meiner Interviewpartner gebeten, mir ein Stu\u0308ck Musik zu nennen, das sie besonders groovig finden. Fu\u0308r Reinhard Kopiez ist das September von Earth, Wind and Fire.<\/p>\n<p>Musik 4: Earth, Wind &amp; Fire \u2013 September<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Petr Janata ging es in seiner Studie aber weniger um eine Analyse der Musik, sondern um das, was sie bei Ho\u0308rerinnen und Ho\u0308rern auslo\u0308st. Er legte ihnen einen gro\u00dfen Fragebogen vor und fand vor allem drei Elemente, die das Groove-Gefu\u0308hl hervorrufen.<\/p>\n<p>O-Ton Janata:<\/p>\n<p>Also dass das ein angenehmes Gefu\u0308hl ist und dass Leute gern Musik zuho\u0308ren, die Groove hat. Dass dieser Drang zur Bewegung auch dabei ist. Und dann das dritte war dieses Gefu\u0308hl der Einheit. Ja, das ist einfach so ein nebulo\u0308ses Begriff. Ja, das ist spirituell, das ist eigentlich etwas, was der normal kognitive Psychologe \u2013 fu\u0308r ihn ist das wirklich etwas nicht Wissenschaftliches.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Musik 5: Kraan \u2013 Andy Nogger<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Dieses Gefu\u0308hl der Einheit mit der Musik und mit anderen Menschen empfinden natu\u0308rlich vor allem aktive Musikerinnen und Musiker. Ich rufe Hellmut Hattler an \u2013 er gilt seit den 70er Jahren als einer der groovigsten deutschen Rockbassisten. Damals spielte er bei der Gruppe Kraan.<\/p>\n<p>O-Ton Hellmut Hattler:<\/p>\n<p>Ich habe das auch erst spa\u0308t kapiert, mir haben da o\u0308fters irgendwelche Radioleute gesagt: Ihr seid die einzige Band, die swingt. Und ich sag: Ja ho\u0308r\u2019n Sie, wir machen doch keinen Swing. Oder ihr groovt oder so. Also ich habe das das erste Mal so richtig vermisst, als wir uns aufgelo\u0308st haben mit Kraan und ich andere Musiker gesucht habe. Und festgestellt habe, dass wir gar nicht richtig zusammen schwingen.<\/p>\n<p>Musik 6: Hattler \u2013 aktuelles Stu\u0308ck<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Hellmut Hattler macht heute nur noch Soloprojekte, immer in der Hoffnung, die Menschen zu finden, die mit ihm grooven.<\/p>\n<p>Petr Janata hat dieses zusammen Schwingen, die rhythmische Koordination in einem Experiment untersucht, natu\u0308rlich wissenschaftlich stark vereinfacht, um gute Messungen machen zu ko\u0308nnen. Zwei Menschen klicken nach der Vorgabe eines Metronoms mit dem Zeigefinger auf einen Sensor und versuchen, zusammen diesen Rhythmus zu halten. Das Besondere dabei: Das Metronom ist adaptiv, es kommt den Menschen entgegen, wenn sie leicht daneben liegen \u2013 und das fu\u0308hrt zu einer erstaunlich guten Koordination. Wir probieren das zusammen.<\/p>\n<p>Atmo: Klick-Experiment<br \/>\nAutor: Wir haben es ganz gut geschafft.<br \/>\nJanata: Ja, ja, wir haben es gut geschafft. Wir ko\u0308nnen eine Musikgruppe zusammen gru\u0308nden.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Janata machte bei diesen Experimenten eine interessante Entdeckung:<\/p>\n<p>O-Ton Janata:<\/p>\n<p>You can do a personality assessment of people that has nothing to do with music whatsoever, b ut it characterizes people as either followers or leaders, different personality types. And it turns out the leaders are much better at maintaining a strict tempo when the metronome is in this regime where it&#8217;s just following along whereas if followers are trying to tap along with the metronome, that&#8217;s when you really get into these big tempo changes and much worse synchronisation.<\/p>\n<p>Voice-Over (Sprecher):<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Man kann aus der Klopftechnik sogar Ru\u0308ckschlu\u0308sse auf die Perso\u0308nlichkeit der Klopfer ziehen, sagt Janata. Fu\u0308hrungsperso\u0308nlichkeiten ko\u0308nnen besser ein striktes Tempo einhalten. Menschen, die anderen folgen, versuchen, sich nach dem Metronom zu richten, und wenn sich das an sie anpasst, gibt es plo\u0308tzlich gro\u00dfe Temposchwankungen.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Petr Janatas momentanes Lieblings-Groove-Stu\u0308ck: Sneakin\u2019 Sally Through The Alley von Robert Palmer<\/p>\n<p>Musik 7: Robert Palmer \u2013 Sneakin\u2019 Sally Through The Alley von Robert Palmer<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Olivier Senn forscht an der Hochschule Luzern u\u0308ber Groove. Auch der Schweizer Musikwissenschaftler ist u\u0308berzeugt, dass man allein mit musikalischen Kriterien dem Pha\u0308nomen nicht beikommt.<\/p>\n<p>O-Ton Oliver Senn:<\/p>\n<p>Es zeigte sich, dass es nicht die Musik alleine ist, die das ausmacht. Auch nicht die Ho\u0308rerinnen und Ho\u0308rer alleine. Aber die Interaktion zwischen den beiden, also dass es um Themen plo\u0308tzlich ging wie der musikalische Geschmack, der eine riesige Bedeutung hatte, dass es um die Ho\u0308rbiografie in einem gewissen Sinne geht. Was kennt man, was hat man in seiner Jugend geho\u0308rt, dass diese Aspekte wichtig wu rden, dass situative Aspekte wichtig werden. Also in welcher Situation ho\u0308rt man Musik? Das beeinflusst ganz stark natu\u0308rlich, wie man auf die Musik reagiert.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Senn und seine Mitarbeiter haben gerade eine gro\u00dfe Studie vero\u0308ffentlicht, in der sie die psychologischen Faktoren untersuchen, die zum Groove-Empfinden beitragen. Was passiert in Ho\u0308rern, die einem Musiktitel ausgesetzt sind? Wie kommt es dazu, dass sie tatsa\u0308chlich anfangen, sich zu bewegen? Die Arbeit ist eine komplexe statistische Auswertung von Ho\u0308rexperimenten, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ausschnitte aus 16 Musikstu\u0308cken ho\u0308rten, vom unstrittig groovigen Superstition bis hin zu Free Jazz von Peter Bro\u0308tzmann und zur dritten Symphonie von Mahler. Dazu fu\u0308llten sie einen Fragebogen aus, auf dem sie insbesondere angeben sollten, wie stark die Musik sie zur Bewegung anregt.<\/p>\n<p>O-Ton Senn:<\/p>\n<p>Und da hat sich gezeigt, mit dieser Methodologie ko\u0308nnen wir eigentlich die Hypothesen alle auf einmal testen, um dann auch, wenn wir gewisse Faktoren in der Musik variieren, vergleichen zu ko\u0308nnen mit dem, was wir schon haben, mit dem, was von den Personen her kommt, von ihrer Situation, um zu schauen, welche Wichtigkeit dieser Effekt im Kontext tatsa\u0308chlich hat. Das war so das Hauptziel.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Die Forschenden konnten damit Hypothesen besta\u0308tigen wie: Ein regelma\u0308\u00dfiges Tempo regt zur Bewegung an. Was man gerne ho\u0308rt, dazu bewegt man sich lieber.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wenn die Musik erregend ist, findet man sie eher groovy. Aber wussten wir das nicht eigentlich schon vorher?<\/p>\n<p>O-Ton Senn:<\/p>\n<p>Das habe ich auch schon ein paarmal geho\u0308rt, dass Leute sagen ja, aber das ist ja auch klar. Aber was ist alles klar? Und vielen Leuten sind ganz unterschiedliche Dinge klar, das ist auch noch interessant. Dass wir einen sehr, sehr fokussierten Blick haben auf Faktoren, die wir jetzt ganz perso\u0308nlich wichtig finden. Und dass aber im Umfeld so unglaublich viel stattfindet, u\u0308ber das man einfach auch reden muss und das man zur Kenntnis nehmen muss.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Olivier Senn hat auch eine Datenbank eingerichtet, in der die Rhythmen von 250 Songs, die allgemein als sehr groovig gelten, isoliert werden, sodass Musikwissenschaftler aus aller Welt damit Forschungen betreiben ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>Musik 8: The Meters \u2013 The Look-Ka Py Py, dann der isolierte Rhythmus<\/p>\n<p>O-Ton Oliver Senn:<\/p>\n<p>Es zeigte sich, dass die Musikpsychologen einen enormen Bedarf haben an o\u0308kologisch validen Stimuli, das hei\u00dft an Ho\u0308rbeispielen, die tatsa\u0308chlich Musik sind.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>U\u0308brigens war das kein automatisierter Prozess.<\/p>\n<p>O-Ton Senn:<\/p>\n<p>Das sind drei Musikerinnen und Musiker, die das transkribieren, die mit einer Software vermessen, wann genau die To\u0308ne kommen. Das ist noch<br \/>\ngutes alemannisches Handwerk dahinter.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Olivier Senn ho\u0308rt im Moment besonders gern den japanischen Gitarristen Kent Nishimura, der virtuose Coverversionen von bekannten Popsongs eingespielt hat.<\/p>\n<p>Musik 9: Kent-Nishimura \u2013 I.G.Y.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Aber ist es \u201eo\u0308kologisch valide\u201c, um den Fachbegriff aufzugreifen, wenn man einen groovigen Song auf seinen Rhythmus reduziert? Oder anders gefragt: Kann ein Schlagzeugrhythmus fu\u0308r sich schon grooven? Der Hamburger Journalist und Perkussionist Ru\u0308diger Braun ist davon u\u0308berzeugt, er hat in einem von der Freien Universita\u0308t Berlin unterstu\u0308tzten Internet-Projekt das sogenannte Groove-Lab entwickelt, mit dem Nutzerinnen und Nutzer spannende Rhythmen selbst zusammenbauen ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>O-Ton Ru\u0308diger Braun:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Ich habe mich erstens mal viel in Afrika herumgetrieben wa\u0308hrend meiner Studienzeit, habe da viel afrikanische Musik live erlebt, teilweise auch mitgemacht, seit vielen Jahren spiele ich eben selbst auch Percussion, und dann wollte ich irgendwann wissen, was macht eigentlich den Groove aus, und irgendwann kam dann die Idee auf, so was wie ein Groove Lab zu machen.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Das Groove-Lab, das Ru\u0308diger Braun zusammen mit dem Mathematiker Ju\u0308rgen Richter-Gebert und dem Musikdidaktiker Heinrich Klingmann entwickelt hat, ist eine Browser-App. Ihr grafisches Design a\u0308hnelt einem indischen Mandala, sehr bunt, mit vielen konzentrischen gezackten Kreisen.<\/p>\n<p>Tonbeispiel Groove-Lab<\/p>\n<p>O-Ton Ru\u0308diger Braun:<\/p>\n<p>Wir haben da eine Auswahl von insgesamt u\u0308ber 40 unterschiedlichen Perkussionsinstrumenten, die man spielen kann, angefangen von unterschiedlichen Glocken bis hin zur Marimba. Klassische Instrumente dabei wie Djembe oder dann auch ein vollsta\u0308ndiges Schlagzeug. Also man hat ganz viele Mo\u0308glichkeiten und wir haben versucht, das Ganze zu visualisieren, in Form von einer Art Zahnra\u0308der. Und jeder Zacken auf dem Zahnrad ist praktisch ein Schlag und man kann dann unterschiedliche dieser Zahnra\u0308der miteinander kombinieren. Und en passant erfa\u0308hrt man bei diesem Groove Lab ganz viel u\u0308ber wie Groove entsteht, wie die Geheimnisse sind, wie die Rezepte sind, einen vernu\u0308nftigen Groove hinzubekommen. Und ja, es ist einfach ein Spielzeug, mit dem man eigentlich richtiggehend Musik machen kann.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Aber wir haben ja schon am Beispiel von Stevie Wonders Superstition gesehen, dass der Grundbeat alleine nicht den Groove ausmacht. Ein ganz gro\u00dfer Faktor ist zum Beispiel auch die menschliche Stimme, sagt Hellmut Hattler, der Bassist.<\/p>\n<p>O-Ton Hellmut Hattler:<\/p>\n<p>Also es gibt ja auch tolle Sa\u0308nger, ich sag jetzt mal Michael Jackson, wie auch immer, du hast einfach nur Bum, zack, zack &#8230;<\/p>\n<p>Musik 10: Michael Jackson \u2013 Intro Billie Jean<\/p>\n<p>O-Ton Hellmut Hattler:<\/p>\n<p>&#8230; der Groove, der drunter liegt, macht gar nichts, aber er macht mit seiner Stimme und Phrasierungen, dass das ganze Ding plo\u0308tzlich schwingt.<\/p>\n<p>Musik 10: Gesang setzt ein<\/p>\n<p>O-Ton Hellmut Hattler:<\/p>\n<p>Und das ist egal, wo es herkommt, es muss nicht im Schlagzeug sein oder im Bass.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Die gro\u0308\u00dfte Kontroverse in der Groove-Forschung ist heute die um das sogenannte Microtiming, oder sagen wir ruhig auf Deutsch: Mikrotiming. Der amerikanische Musikforscher Charles Keil behauptete im Jahr 1987: Musik beeindruckt uns so stark und regt uns auch zur Bewegung an, weil sie eben nicht perfekt ist. Menschen ko\u0308nnen schon rein physiologisch nicht alle Noten pra\u0308zise auf die korrekte Taktzeit spielen, und es sind diese kleinen Abweichungen, die Musik menschlich machen und eine emotionale Wirkung entfalten.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Techno-Musik, die gerade Wert auf mechanische Exaktheit legt, ist ein Gegenbeispiel dafu\u0308r. Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es erstaunlich schwer ist, den angeblichen Effekt dieses Mikrotimings nachzuweisen. Reinhard Kopiez hat in Hannover selbst Versuche dazu gemacht.<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez:<\/p>\n<p>Und als wir unsere Untersuchungen gemacht haben, mit einem einfachen Schlagzeugpattern und den manipulierten Verschiebungen von Bassdrum und Snare, gingen wir erst mal davon aus, was in der Literatur auch verhandelt wird, na\u0308mlich diese kleinen Verschiebungen, das macht hinterher dieses ko\u0308rperliche Mitempfinden als Anregung aus, haben wir auch geglaubt. Aber die Ergebnisse sprachen eine andere Sprache. Na\u0308mlich dass, wenn es genau exakt ist \u2013 wir nennen das quantisierte Musik, und diese Quantisierung hat u\u0308berhaupt keine Microtiming-Abweichungen, hat aber das Gefu\u0308hl der sta\u0308rksten Anregung produziert. Wir haben es deshalb die Exaktheits-Hypothese genannt. Und nach und nach hat sich dann besta\u0308tigt, auch bei anderen Forschenden, dass selbst im Jazz und natu\u0308rlich auch in der Rockmusik diese exactitude offensichtlich jetzt ein Musikkonzept ist, das sich durchgesetzt hat. Und meine Gespra\u0308che mit zum Beispiel Musikproduzentinnen haben besta\u0308tigt, dass selbst Genres wie Max Raabe, der ja nun u\u0308berhaupt nichts mit Rockgroove zu tun hat, mittlerweile auf quantisierte Aufnahmen setzen.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Doch Vorsicht, hier muss man unterscheiden: Das Mikrotiming, von dem Reinhard Kopiez hier spricht, ist die zufa\u0308llige Abweichung der Noten, die mal ein paar Millisekunden fru\u0308her, dann wieder ein bisschen spa\u0308ter kommen, als das metronomische Raster es vorgibt Etwas anderes ist es mit gewollten und systematischen Verschiebungen, die durchaus den Groove-Charakter eines Musikstu\u0308cks vera\u0308ndern ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>Und auch da gibt es unterschiedliche Geschmacksrichungen des Timings, wenn wir das Pra\u0308fix \u201cMikro\u201d mal weglassen, denn die Effekte sind teilweise gewaltig.<br \/>\nDie erste Sorte hat zu tun mit einem Begriff, der oft im Zusammenhang mit Groove fa\u0308llt, jedenfalls wenn es um Jazz geht: Swing.<\/p>\n<p>Musik 11: Oscar Peterson &#8211; Night Train<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Ru\u0308diger Braun demonstriert uns das Prinzip des Swing im Groove-Lab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>O-Ton und Musikbeispiel Ru\u0308diger Braun:<\/p>\n<p>Aber wenn man dann die erste Achtel ein bisschen la\u0308nger macht als die zweite, dann kommt so eine Art Triolen-Feeling auf, das was Federndes, was Hopsendes hat. Und das ho\u0308ren wir uns jetzt mal an mit einem Beispiel. Ein Swing auf dem Groove-Lab, gespielt als Trommelsequenz. Man spu\u0308rt dieses Leichte, Federnde, das Hopsende hier ganz gut. Und jetzt nehmen wir mal einfach diese leichten Verzo\u0308gerungen raus und lassen das ganz straight durchspielen. Und dann klingt es gleich komplett anders. Also langweilig.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Oft wird gesagt, die Swing-Achtel werden wie Triolen gespielt, wobei die mittlere Note entfa\u0308llt, aber das stimmt so nicht. Die swing ratio, so nennt man das Verha\u0308ltnis zwischen dem ersten und dem zweiten Achtel, kann stufenlos variieren zwischen 1:1 und 2:1, oft sogar noch gro\u0308\u00dfer sein. Dieses Swing-Feeling legen Bass und Schlagzeug fest, die anderen Instrumente richten sich meist danach.<br \/>\nEine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut fu\u0308r Dynamik und Selbstorganisation in Go\u0308ttingen hat untersucht, ob u\u0308ber diese Swing-Verschiebung hinaus zufa\u0308lliges Mikrotiming eine Rolle dabei spielt, wie groovig und swingend wir ein Jazz-Stu\u0308ck empfinden. Ein Jazzpianist bekam mathematisch exakt triolisch swingende Rhythmus-Tracks von zwo\u0308lf Jazz-Standards und spielte dazu. Annika Ziereis war an der Studie beteiligt.<\/p>\n<p>O-Ton Annika Ziereis:<\/p>\n<p>Wir haben drei verschiedene Versionen noch zusa\u0308tzlich zu der originalen Version, die der Pianist eingespielt hat, erstellt: eine quantisierte Version, wo wir alle Abweichungen, die unsystematisch waren, rausgenommen haben. Eine Version, in der wir alle Abweichungen verdoppelt haben, also gro\u0308\u00dfer gemacht haben, und eine Version, wo wir die invertiert haben. Das hei\u00dft, wenn der Pianist zu spa\u0308t gespielt hat oder spa\u0308ter als normal, hat er dann in der invertierten Version quasi ein bisschen fru\u0308her gespielt. Und dann haben wir das Musikerinnen und Musikern zum Ho\u0308ren gegeben und die bewerten lassen.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Ho\u0308ren Sie selbst: Das ist die echte, menschliche Version &#8230;<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>&#8230; und das hier ist die quantisierte Version, also ohne die zufa\u0308lligen Schwankungen.<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Was swingt am besten? Haben Sie u\u0308berhaupt einen Unterschied geho\u0308rt? Wenn nicht, macht das nichts \u2013 die Abweichungen sind klein, und die meisten ho\u0308ren sie<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 10\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>nur mit Kopfho\u0308rern unter Laborbedingungen. Aber das Urteil der Probandinnen und Probanden war eindeutig.<\/p>\n<p>O-Ton Annika Ziereis:<\/p>\n<p>Also was unsere Ergebnisse gezeigt haben, war, dass tatsa\u0308chlich u\u0308ber die zwo\u0308lf Stu\u0308cke hinweg die quantisierte Version am meisten geswingt hat, also die ho\u0308chsten Swing-Ratings bekommen hat. Also die Version, in der eben keine zufa\u0308lligen Abweichungen mehr vorhanden waren. Und am wenigsten hat die Version geswingt, bei denen wir die Abweichungen sogar noch vergro\u0308\u00dfert haben.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Nun hat der Pianist in diesem Experiment keine Soli gespielt, er war gebeten worden, die Melodien ohne gro\u00dfartige Verzierungen zu reproduzieren. Aber das Ergebnis zeigt: Insbesondere bei einem Grund-Groove, von dem sich Solisten dann absetzen ko\u0308nnen, legen Ho\u0308rerinnen und Ho\u0308rer Wert auf ein mo\u0308glichst enges Zusammenspiel der Rhyhtmusgruppe. Dann swingt es wirklich \u2013 und es groovt. Annika Ziereis\u2019 groovigstes Lieblingsstu\u0308ck ist keine Swingnummer, sondern ein Soul-Song von Gil Scott-Heron, Lady Day and John Coltrane.<\/p>\n<p>Musik: Gil Scott-Heron \u2013 Lady Day and John Coltrane<\/p>\n<p>Sprecher:<br \/>\nAber zuru\u0308ck zum Swing. Jazz- und Rockmusiker, hier die Band Jethro Tull, haben schon ha\u0308ufiger Stu\u0308cke aus dem klassischen Kanon, vor allem aus der Barockmusik, verswingt, indem sie die Achtel in den Melodien ungleich lang gespielt haben.<\/p>\n<p>Musik: Jethro Tull \u2013 Boure\u0301e<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Daru\u0308ber mag mancher Klassik-Purist die Augen verdrehen \u2013 aber in der Barockzeit wurde das tatsa\u0308chlich a\u0308hnlich praktiziert, wenn auch nicht so extrem. Man nannte das notes ine\u0301gales, ungleiche Noten. Franc\u0327ois Lazarevitch, Leiter des franzo\u0308sischen Barockensembles Les Musiciens de Saint-Julien, demonstriert das an der Traversflo\u0308te mit einer Sonate von Domenico Scarlatti.<\/p>\n<p>O-Ton Franc\u0327ois Lazarevitch:<\/p>\n<p>Et jusqu&#8217;aux notes les plus bre\u0300ves, les notes les plus bref se joue ine\u0301gales, c&#8217;est a\u0300 dire la premie\u0300re un peu plus longue, la deuxie\u0300me un peu plus courte, bien qu&#8217;elles soient e\u0301crites e\u0301gales. Voila\u0300, par exemple &#8230;<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Ich spiele auch die kurzen Sechzehntel ungleich, also das erste la\u0308nger als das zweite &#8230;<\/p>\n<p>Musik: Lazarevitch spielt Stu\u0308ck mit notes ine\u0301gales O-Ton Franc\u0327ois Lazarevitch:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 11\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>La\u0300, on distingue la structure gra\u0302ce aux notes ine\u0301gales. Et on la distingue pas si tout est joue\u0301 e\u0301gal.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Die ungleichen Noten verdeutlichen die Struktur der Melodie. Die erkennt man nicht, wenn alles gleich gespielt wird.<\/p>\n<p>Musik: Lazarevitch spielt Stu\u0308ck mit geraden Noten<\/p>\n<p>O-Ton Fernando Benadon:<\/p>\n<p>People argued for for decades, if not centuries about exactly how the notes ine\u0301gales should be played. You know, how long should the long note be and how short should the short note be and do you play it in scales or in when the melody goes up or down?<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Die Leute haben jahrhundertelang daru\u0308ber gestritten, wie genau die notes ine\u0301gales gespielt werden sollten. Wie lang sollte die lange Note sein und wie kurz die kurze, wie spielt man, wenn die Melodie auf- oder absteigt?<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Das ist Fernando Benadon, Musikwissenschaftler an der American University in Washington. Auf ihn bin ich gesto\u00dfen, weil er einer der wenigen ist, die das Wort \u201eGroove\u201c im Zusammenhang mit klassischer Musik verwenden. Wenn auch mit Vorsicht.<\/p>\n<p>O-Ton Fernando Benadon:<\/p>\n<p>So the notes inegales, you know, I don&#8217;t think they were trying to groove necessarily. They were trying to make the music sound good. And they figured out that if you played the rhythms a certain way, they felt a little bit more interesting and more musical, if you will. So, again, the whole notion that you need some kind of unevenness in the rhythm to achieve groove \u2013 we have to be careful with that.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass sie mit den notes ine\u0301gales unbedingt einen Groove erzeugen wollten. Die Musik sollte gut klingen. Und wenn man auf diese Weise mit diesem Rhythmus spielte, klang es interessanter und musikalischer. Die Idee, dass eine gewisse Ungleichma\u0308\u00dfigkeit im Rhythmus no\u0308tig ist, um Groove zu erzeugen \u2013 damit mu\u0308ssen wir vorsichtig sein.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Benadon hat Daten daru\u0308ber gesammelt, wie 48 verschiedene Pianistinnen und Cembalisten die Noten des C-Dur-Pra\u0308ludiums aus Bachs Wohltemperiertem Klavier anschlagen.<\/p>\n<p>O-Ton Fernando Benadon:<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 12\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>In the paper, we basically try to disentangle two dimensions of rhythm that are usually kept separate. One is rubato, which is everybody knows what that is, right? It&#8217;s when the tempo of the music kind of wavers, it fluctuates. So what if you take that away, and you look at timing signatures, repetition in the timing of the pattern, and we started to find some tendencies in different performers that differed from each other.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Wir haben versucht, zwei Dimensionen des Rhythmus zu unterscheiden. Die eine ist Rubato, das kennt jeder, oder? So nennt man es, wenn das Tempo der Musik irgendwie schwankt, fluktuiert. Wenn man das rausnimmt und sich die Timing- Signaturen ansieht, Regelma\u0308\u00dfigkeiten in der Artikulation \u2013 da haben wir einige Muster gefunden, die sich von Interpret zu Interpret unterscheiden.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Insbesondere auf dem Cembalo haben Musiker wenige Mo\u0308glichkeiten zur individuellen Gestaltung ihres Ausdrucks. Die gezupften Noten sind alle gleich lang und gleich laut. Die einzigen Variationsmo\u0308glichkeiten sind das Tempo \u2013 und der Einsatz jeder Note, ob sie exakt auf die Taktzeit kommt oder etwas fru\u0308her oder etwas spa\u0308ter.<\/p>\n<p>O-Ton Benadon:<\/p>\n<p>Imagine, you know, if you play every note with the same duration, like a metronome, that&#8217;s kind of like a flat profile.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Wenn man so regelma\u0308\u00dfig wie ein Metronom spielt, dann klingt es irgendwie flach. Musik: C-Dur-Pra\u0308ludium \u201cflach\u201d vom Computer gespielt<\/p>\n<p>O-Ton Benadon:<\/p>\n<p>If you slow down at the end of the measure, in every measure, then you can imagine like a little deceleration ramp, right, the notes get longer at the end of the measure. But then there are more interesting shapes, right, perhaps the player starts out a little bit slowly at the beginning of the measure, speeds up a little bit, then slows down somewhat, then speeds up again and then slows down even more at the end, making like a double u shape.<\/p>\n<p>Voice- Over:<\/p>\n<p>Wenn man am Ende jedes Taktes langsamer wird, dann ist das eine Art \u201eBremsrampe\u201c. Aber es gibt auch interessantere Formen, zum Beispiel wenn der Pianist langsam anfa\u0308ngt, dann schneller wird, wieder abbremst, wieder beschleunigt und am Ende noch langsamer wird als am Anfang, so dass eine Art umgekehrtes W entsteht.<\/p>\n<p>Musik: C-Dur-Pra\u0308ludium, gespielt von Richard Egarr<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 13\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>O-Ton Benadon:<\/p>\n<p>And you can hear that. And so there are some players who had that signature, and because it&#8217;s so repetitive and you get to hear it measure after measure, we thought, well this is kind of like groove. Of course the term is not being used in the sense that people use it with funk or or pop music. In terms of making you want to move, we&#8217;re not taking that step with that paper and saying that those performances have more groove in that sense. We just use the term because frankly, we didn&#8217;t really have any other term to replace it with.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Und das ho\u0308rt man. Weil diese Signaturen in jedem Takt wieder auftreten, dachten wir, das ist so etwas wie ein Groove. Natu\u0308rlich wird der Begriff in der Klassik nicht verwendet wie bei Funk- oder Popmusik. Wir behaupten nicht, dass man sich unbedingt zu dieser Musik bewegen mo\u0308chte. Ehrlich gesagt hatten wir einfach keinen anderen Begriff, um das Pha\u0308nomen zu beschreiben.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Aber auch klassische Musiker haben manchmal keine Hemmungen, Bach swingen zu lassen.<\/p>\n<p>O-Ton Benadon:<\/p>\n<p>Have you heard Pablo Casals? His version of the cello suite by Bach? Musik: Pablo Casals \u2013 Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur<\/p>\n<p>O-Ton Benadon:<\/p>\n<p>And you know, he really swings all over that thing. And it&#8217;s super interesting. And it sounds amazing. Again, does it groove more than a straight up rendition? Probably not. But, it does give it a character. That is, you know, that is really unique.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Er swingt wirklich durch das ganze Stu\u0308ck. Das ist super interessant! Und es klingt toll. Groovt es mehr als eine gerade Spielweise? Wahrscheinlich nicht. Aber es gibt dem Stu\u0308ck Charakter. Das ist wirklich einzigartig.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Fernando Benadon selbst fu\u0308hlt sich u\u0308brigens eher von sperrigen Jazz- und Funk- Kompositionen zur Bewegung animiert. Hier das Stu\u0308ck Opus Pocus von Jaco Pastorius.<\/p>\n<p>Musik: Jaco Pastorius \u2013 Opus Pocus<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>In der klassischen Musik gab es fru\u0308her auch eine Spielweise, die im Jazz sehr u\u0308blich ist. Die die Begleitstimmen spielen einen konstanten Rhythmus, die Solostimme nimmt sich viele Freiheiten. \u201cGebundenes Rubato\u201d nennt sich das, heute ist es nicht mehr sehr u\u0308blich. Hier ist die Notenrollen-Aufnahme einer<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 14\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Beethoven-Sonate durch den Komponisten Camille Saint-Sae\u0308ns aus dem Jahr 1905:<\/p>\n<p>Musik: Saint-Saens spielt Beethoven<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Das ist sehr expressiv \u2013 aber groovt es? Kann klassische Musik auch denselben Bewegungsdrang auslo\u0308sen wie Soul oder Funk? Olivier Senn aus Luzern ist davon u\u0308berzeugt.<\/p>\n<p>O-Ton Olivier Senn:<\/p>\n<p>Aber ich denke, es gibt nichts Groovigeres als den Wiener Walzer. Je nachdem, wer man ist. Das ist eine Musik, die fast schon unwiderstehlich zum Tanzen anregt.<\/p>\n<p>Musik: Johann Strau\u00df &#8211; An der scho\u0308nen blauen Donau<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Und a\u0308hnlich wie im Jazz funktioniert der Drang zur Bewegung beim Wiener Walzer u\u0308ber eine Verschiebung der Taktzeiten. Die drei Viertel des Dreivierteltakts werden nicht exakt gespielt, sondern das zweite Viertel kommt sozusagen zu fru\u0308h.<br \/>\nAuch Reinhard Kopiez ist u\u0308berzeugt, dass westliche Kunstmusik durchaus grooven kann.<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez:<\/p>\n<p>Ich habe mal u\u0308berlegt, welche Stu\u0308cke mich aus der klassischen Musik eigentlich immer schon stark angesprochen haben, auch in Richtung einer ko\u0308rperlichen Anregung. Und fu\u0308r mich sind zwei, die ganz oben rangieren wu\u0308rden. Das eine ist Bruckners neunte Sinfonie, zweiter Satz, und da rockt das ganze Orchester synchron. Und zwar gar keine Melodie, sondern nur Rhythmus.<\/p>\n<p>Musik: Bruckner, 9. Sinfonie<\/p>\n<p>O-Ton Kopiez:<\/p>\n<p>Ich finde das eine unglaubliche, faszinierende Konzeption, die auch modern ist natu\u0308rlich. Und das zweite ist Sacre du printemps von Strawinsky. Im zweiten Teil, da rockt auch das Orchester, aber nicht mehr in vorhersehbaren Takten, sondern in ungeraden Takten. Es sind mal drei, mal zwei, mal fu\u0308nf, mal sieben. Und trotzdem, dieses synchrone Orchester hat eine enorme Wirkung, weil diese Individualisierung der Instrumente dann entfa\u0308llt.<\/p>\n<p>Musik: Strawinsky \u2013 Sacre du Printemps<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Diese Musik mag Bewegungsdrang auslo\u0308sen \u2013 aber im klassischen Konzertsaal ist jede Bewegung des Publikums verpo\u0308nt. Das war noch vor 200 Jahren anders \u2013 da wurde in Konzerten gegessen, man ging sta\u0308ndig hinein und heraus. Erst das Bu\u0308rgertum hat die Musik aufs intellektuelle Podest gehoben, damit aber auch die Verbindung zwischen Kopf und Restko\u0308rper gekappt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 15\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>O-Ton Reinhard Kopiez:<\/p>\n<p>Ich muss ja einen ziemlichen Aufwand betreiben mit der Inhibition, also mit der Hemmung von meinen Bewegungsanregungen dabei. Und da vermute ich, es wird transformiert in a\u0308sthetische Gefu\u0308hle, dass ich nicht ko\u0308rperlich mitvollziehe, sondern dass ich einen inneren Vorstellungsprozess damit durchlaufe, der mich anders anregt und anders anspricht als dieses Unmittelbare dabei. Aber das sind sehr, sehr westliche Musikkonzepte der fehlenden ko\u0308rperlichen-musikalischen Einheit, die da aufgehoben wird.<\/p>\n<p>O-Ton Olivier Senn:<\/p>\n<p>Konzertsa\u0308le werden dazu ausgerichtet. Man kann da nicht gut aufstehen und mitmachen, aber das hat mit der Musik ja nichts zu tun. Auch wenn wir den Begriff der klassischen Musik weit fassen und zuru\u0308ckgehen in die Barockzeit und davor, dann war diese Musik da zum Tanzen, fu\u0308rs Ballett, fu\u0308r Hofta\u0308nze. Da gibt es ja ganze Gattungen, die nichts anderes sind als als Ta\u0308nze.<\/p>\n<p>O-Ton Fernando Benadon:<\/p>\n<p>Well, yeah, but then, you know, Bach suites, all those movements are based on dances, are we supposed to feel like we need to get up and dance? I mean, I don&#8217;t think so. You know, you listen to the gavotte, I don&#8217;t feel the urge to get off my chair and start busting my gavotte moves.<\/p>\n<p>If I&#8217;m going to go hear a Wagner opera, I don&#8217;t want to find groove in there, I&#8217;m perfectly content to sit quietly and not clap, except maybe key moments, and, and enjoy other elements of the music, the drama and the melodies and the harmonic progressions, and the pacing and all of that.<\/p>\n<p>Voice-Over:<\/p>\n<p>Die Sa\u0308tze der Bach-Suiten beruhen alle auf Ta\u0308nzen. Aber sollen wir deshalb aufspringen und tanzen? Wenn ich eine Gavotte ho\u0308re, verspu\u0308re ich nicht den Drang, aufzustehen und meine Gavotte-Moves zu zeigen.<br \/>\nWenn ich mir eine Wagner-Oper anho\u0308re, suche ich nicht den Groove darin. Es reicht mir vo\u0308llig, still da zu sitzen, nicht zu klatschen, au\u00dfer wo es u\u0308blich ist, und andere Elemente der Musik zu genie\u00dfen: das Drama, die Melodien, die harmonischen und rhythmischen Verla\u0308ufe.<\/p>\n<p>O-Ton Petr Janata:<\/p>\n<p>Also man kann immer die Augen zumachen und da beim Konzert sitzen und das akustisch genie\u00dfen, aber es ist auch ein Teil davon, im Konzert zu sein, also die verschiedenen Musiker zu beobachten usw., und dann mo\u0308chte man nicht sehen, dass da jemand dabei tanzt, das irgendwie zersto\u0308rt die Reinigkeit des Ganzen. Obwohl, oft ist es schwer mit dem Kopf nicht zu. How do you say nod? Nicken. Nicken. Oft ist es schwer, mit dem Kopf nicht zu nicken.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Jetzt haben wir viel Theoretisches u\u0308ber den Groove geho\u0308rt. Sind wir dem Pha\u0308nomen damit na\u0308her gekommen, oder zerrinnt es uns zwischen den Fingern,<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 16\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>wenn wir es festzuhalten versuchen? Ko\u0308nnen wir aus den Studien vielleicht ein Rezept fu\u0308r groovige Musik ableiten?<\/p>\n<p>O-Ton Petr Janata:<\/p>\n<p>Nein, das wurde schon erfunden, das haben gute Musiker, gute Produzenten, die haben das schon lange geschafft. Als Wissenschaftler mo\u0308chte ich einfach verstehen, warum ist das? Aber auch fu\u0308r mich selbst dann das erzeugen zu ko\u0308nnen in den Gruppen, mit denen ich spiele, weil ja, dann ist es das scho\u0308nste Erlebnis dann.<\/p>\n<p>O-Ton Ru\u0308diger Braun:<\/p>\n<p>Also ich habe das fu\u0308r mich selbst jetzt festgestellt, bestimmte Rezepte, wie Groove entsteht, kann man ableiten. Also ich gehe da auch in dem Groove Lab-drauf ein. Da gibt es vieles, was auch mathematisch gut belegt ist und was von der Wahrnehmungspsychologie auch besta\u0308tigt ist. Aber vieles entsteht wirklich aus dem Moment und ha\u0308ngt davon ab, wie man als Musiker miteinander spielt. Also sich gegenseitig zuho\u0308ren, inspirieren lassen. Das kann man natu\u0308rlich mit der Wissenschaft nur schwer erfassen.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Ru\u0308diger Braun selbst groovt im Moment gerne zu dem Song Music von Leela James.<\/p>\n<p>Musik: Leela James \u2013 Music<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Ist es ein von vornherein zum Scheitern verurteilter Versuch, das Pha\u0308nomen Groove mit wissenschaftlichen Instrumenten, mit Messungen und statistischen Korrelationen festnageln zu wollen? Olivier Senn hat in seiner aktuellen Studie viele dieser Korrelationen hergestellt \u2013 aber er hat damit auch seine Hypothese Nr. 5 widerlegt, na\u0308mlich dass die von ihm gefundenen Gro\u0308\u00dfen das Pha\u0308nomen bereits vollsta\u0308ndig beschreiben ko\u0308nnten.<\/p>\n<p>O-Ton Olivier Senn:<\/p>\n<p>Und solange wir diese Hypothese 5 widerlegen ko\u0308nnen, ko\u0308nnen wir sagen: Okay, wir brauchen weiter Geld vom Schweizerischen Nationalfonds, um dieses Thema zu untersuchen, weil es gibt da offenbar Faktoren, an die wir noch nicht gedacht haben. Und in diesem Sinne ist das Modell eigentlich nicht ein Abschluss von etwas. Da geht es nicht darum, so, okay, wir machen jetzt da Brief und Siegel drauf und das war&#8217;s dann zum Thema Grooveforschung. Sondern im Gegenteil, das ist mal ein Werkzeug, das wir haben.<\/p>\n<p>O-Ton Reinhard Kopiez:<\/p>\n<p>Und wir werden an der Stelle auch mit Musikern und Musikerinnen zusammenarbeiten, die uns immer wieder Hinweise geben, worauf sie achten, damit diese Qualita\u0308t auch entsteht. Und dann generieren wir neue Messinstrumente. Ich wu\u0308rde sagen, wenn wir eine Unterschiedserkla\u0308rung von 50 %<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 17\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>haben, dann haben wir ein tolles Ergebnis erreicht und die 50 anderen Prozent werden dann im Datenrauschen, in individuellen Unterschieden und in Dingen, deren Einflu\u0308sse wir gar nicht kennen, irgendwie verschwinden. Aber das ist in der sozialwissenschaftlichen Forschung ein super Ergebnis.<\/p>\n<p>Sprecher:<\/p>\n<p>Vielleicht haben Sie es geahnt, aber manche Musiker ru\u0308mpfen angesichts dieser analytischen, reduktionistischen Sichtweise auf ein nach ihrer Ansicht vo\u0308llig irrationales Pha\u0308nomen die Nase. Der Bassist Hellmut Hattler zum Beispiel.<\/p>\n<p>O-Ton Hellmut Hattler:<\/p>\n<p>Also ich glaub, es hat wirklich was Metaphysisches, es ist nicht so ganz klar mit Mathematik zu erkla\u0308ren. Ich habe ganz viel mit studierten Musikern zusammengearbeitet, die aus Berklee oder aus der Popakademie kommen. Und muss immer feststellen: Die wissen zu viel. Und ich glaube, es ist wie in der Liebe \u2013 du triffst irgendjemand, mit dem du groovst, also als Musiker, und du wei\u00dft genau, das ist die Band.<\/p>\n<p>O-Ton Olivier Senn:<\/p>\n<p>Ich glaube nicht zwingend daran, dass Wissenschaft bis ins letzte Detail erkla\u0308ren wird, was diese Pha\u0308nomene sind. Aber sie sind fu\u0308r mich eine faszinierende Methode, um mich damit auseinanderzusetzen. Und ich glaube, wir kommen damit weiter als mit Statements &#8220;Groove ist Liebe&#8221;. Wenn ich etwas, was ich nicht verstehe, definiere mit etwas anderem, das ich auch nicht verstehe, habe ich nicht viel gewonnen.<\/p>\n<p>Musik: Stevie Wonder \u2013 Superstition<br \/>\nWhen you believe in things that you don&#8217;t understand, Then you suffer,<br \/>\nSuperstition ain&#8217;t the way.<\/p>\n<p>Sprecherin:<\/p>\n<p>Das war: Wenn der Rhythmus unwiderstehlich ist \u2013 Die Rolle des Groove in der Musik. Eine Musikszene von Christoph Dro\u0308sser.<br \/>\nDiese Sendung finden Sie auch unter deutschlandfunk.de und in unserer Dlf Audiothek.<\/p>\n<p>Ho\u0308ren Sie zum Abschluss noch das Stu\u0308ck Acid Blues No.1 aus der CD Sundae von Hattler.<\/p>\n<p>Ende<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"author":100,"featured_media":119536,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_links_to":"","_links_to_target":""},"tags":[],"kategorie":[],"class_list":["post-117722","arbeitsprobe","type-arbeitsprobe","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe\/117722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/arbeitsprobe"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/100"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/119536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117722"},{"taxonomy":"kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kategorie?post=117722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}