{"id":117813,"date":"2024-01-30T18:55:25","date_gmt":"2024-01-30T17:55:25","guid":{"rendered":"https:\/\/weltreporter.net\/arbeitsprobe\/uncanny-valley-im-unheimlichen-tal-der-sprechenden-maschinen\/"},"modified":"2024-01-30T19:14:00","modified_gmt":"2024-01-30T18:14:00","slug":"uncanny-valley-im-unheimlichen-tal-der-sprechenden-maschinen","status":"publish","type":"arbeitsprobe","link":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/arbeitsprobe\/uncanny-valley-im-unheimlichen-tal-der-sprechenden-maschinen\/","title":{"rendered":"&#8220;Uncanny Valley&#8221;: Im unheimlichen Tal der sprechenden Maschinen"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p><em>Wenn Kunst an den Ort kommt, dessen Technologien sie kritisiert: Eine Ausstellung in San Francisco befasst sich mit KI. Die wird unweit im Silicon Valley entwickelt.<\/em><\/p>\n<p><\/p>\n<div>\n<p>Wenn Kunst von k\u00fcnstlicher Intelligenz handelt, nennt man es \u00fcblicherweise Science-Fiction. Romane, Filme, Fernsehserien, aber auch bildende Kunst erz\u00e4hlen seit Langem davon, dass die&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2012\/04\/T-Roboter-Essay\">Maschinen immer schlauer werden<\/a>. Das hat in der Fiktion meist katastrophale Folgen.<\/p>\n<p>Science-Fiction jedoch war es gerade nicht, die Claudia Schmuckli, Kuratorin am De Young Museum in&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/san-francisco\">San Francisco<\/a>, im Sinn hatte, als sie nach Exponaten f\u00fcr&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/deyoung.famsf.org\/exhibitions\/uncanny-valley\">die Ausstellung&nbsp;<em>Uncanny Valley<\/em><\/a>:&nbsp;<em>Being Human in the Age of AI<\/em>&nbsp;suchte. &#8220;Diese futuristischen Visionen sind extrem wichtig und haben auch unsere Vorstellungen von k\u00fcnstlicher Intelligenz geformt, seit diese Mitte der F\u00fcnfzigerjahre ein Thema wurden&#8221;, sagt Schmuckli. Sie jedoch habe interessiert, ob es in der Kunst nicht auch Ideen von k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) gebe, die in der heutigen Realit\u00e4t fu\u00dfen.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<p>Den gerade gern benutzten Terminus&nbsp;<em>Uncanny Valley<\/em>&nbsp;\u2013 Rimini Protokoll und Thomas Melle haben ihn zuletzt f\u00fcr eine&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/42\/muenchner-kammerspiele-theater-menschsein-auffuehrungen\">Performance mit einem Automatendouble<\/a>&nbsp;von Melle verwendet, ebenso die&nbsp;<em>New-Yorker<\/em>-Autorin Anna Wiener&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/books\/2020\/jan\/26\/uncanny-valley-anna-wiener-review-silicon-valley-bullies-greed-sexism\">f\u00fcr ihr Start-up-<em>memoir<\/em><\/a>&nbsp;\u2013 hat der japanische Roboterforscher&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/spectrum.ieee.org\/automaton\/robotics\/humanoids\/the-uncanny-valley\">Masahiro Mori bereits im Jahr 1970 gepr\u00e4gt<\/a>. Der Begriff bezeichnet eine Akzeptanzl\u00fccke des Menschen im Umgang mit k\u00fcnstlichen Lebensformen: Solange sich die Roboter oder auch nur digitale Assistenten deutlich von uns unterscheiden, akzeptieren wir sie umso mehr, desto fortgeschrittener ihre F\u00e4higkeiten sind. Doch wenn sie uns ebenb\u00fcrtig zu werden drohen, stutzen wir \u2013&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2016-10\/hiroshi-ishiguro-androiden-roboter-kuenstliche-intelligenz\">uns beschleicht ein mulmiges Gef\u00fchl<\/a>, das das Adjektiv&nbsp;<em>uncanny<\/em>&nbsp;bezeichnet. Menschen\u00e4hnlich und doch nicht ganz Mensch, werden uns digital gesteuerte Kreaturen zu zombieartigen Zeitgenossen, die beklemmende Gef\u00fchle hervorrufen.<\/p>\n<p>Der Terminus&nbsp;<em>Uncanny Valley<\/em>&nbsp;liegt auch rein sprachlich so nah an dem des Silicon Valley, dass er sich als Titel f\u00fcr eine Ausstellung in San Francisco, die sich im weitesten Sinne mit dem Verh\u00e4ltnis von Kunst zu k\u00fcnstlicher Intelligenz befasst, beinahe zu sehr aufdr\u00e4ngt. In unmittelbarer geografischer N\u00e4he werden Technologien entwickelt, die viele Menschen zunehmend als unheimlich betrachten.<\/p>\n<p><\/p>\n<h2>Das Spiel mit den Algorithmen<\/h2>\n<p>Die Arbeiten, die nun in der Schau im De Young Museum zu sehen sind, erreichen so symbolisch den Ort, an dem ihre technischen Voraussetzungen einmal erfunden wurden und weiterhin entwickelt werden \u2013 und die viele der Kunstwerke explizit kritisieren. Eine Heimkehr ist es f\u00fcr die Kunst gerade nicht, sie wurde zumeist ganz woanders auf der Welt erdacht, produziert und auch bereits ausgestellt. Das gilt etwa f\u00fcr die Installation&nbsp;<em>Being Human<\/em>&nbsp;von Christopher Kulendran Thomas und Annika Kuhlmann, die zuletzt im&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.schinkelpavillon.de\/exhibition\/christopher-kulendran-thomas-in-collaboration-with-annika-kuhlmann\/\">Berliner Schinkel Pavillon<\/a>&nbsp;pr\u00e4sentiert wurde; ebenso waren beispielsweise&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.hkw.de\/de\/app\/mediathek\/video\/69577\">Hito Steyerls<\/a>&nbsp;und Zach Blas&#8217; in San Francisco ausgestellte Arbeiten l\u00e4ngst in Deutschland zu sehen.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<p>Der \u00f6rtliche Kontext, in den&nbsp;<em>Uncanny Valley<\/em>&nbsp;sie stellt, ist nun entscheidend. Claudia Schmuckli ist es gelungen, eine repr\u00e4sentative Schau einer immer noch recht kleinen Gruppe von K\u00fcnstlern zusammenzustellen, die sich nicht einfach mit einer Anti-Tech-Haltung dem Thema KI n\u00e4hern. Vielmehr spielen sie mit Algorithmen und nutzen maschinelle Lernverfahren, um den Betrachter zu verbl\u00fcffen oder zu verst\u00f6ren. Das tun ihre Kunstwerke umso mehr in dieser Gro\u00dfstadt San Francisco unweit der Valley-Orte Palo Alto, Menlo Park, Cupertino, wo&nbsp;<em>machine learning<\/em>&nbsp;eine der gro\u00dfen Sachen gerade ist.<\/p>\n<p>Den Ortsbezug macht gleich am Eingang des De Young Museum eine dort platzierte Installation des in London lebenden Amerikaners Blas klar.&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/zachblas.info\/works\/the-doors\/\"><em>The Doors<\/em>&nbsp;hei\u00dft die Arbeit<\/a>, sie schl\u00e4gt auf augenzwinkernde Weise den Bogen von der Hippie-Vergangenheit Kaliforniens zur aktuellen Start-up-Szene. Blas hat neuronale Netze mit Daten gef\u00fcttert \u2013 auf sechs Videoschirmen flimmern die Rechenergebnisse eines Algorithmus, dessen Lernmaterial psychedelische Popposter aus den Sechzigerjahren waren. Dazu wird maschinelle Lyrik rezitiert, ein Zwitterwerk aus Songtexten der&nbsp;<em>Doors<\/em>&nbsp;(20 Prozent) und der Werbung f\u00fcr die modernen Nahrungserg\u00e4nzungsmittel, mit denen Tech-Worker im Valley ihre Leistungskraft steigern (80 Prozent). Von der Bewusstseinserweiterung zur totalen Arbeitsbereitschaft: Es ist nicht schwer sich vorzustellen, mit welcher Sorte Drogen der K\u00fcnstler mehr sympathisiert.<\/p>\n<p><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2>Die Technologien k\u00f6nnten auch einfach unmenschlich sein<\/h2>\n<div>\n<div>Christopher Kulendran Thomas und Annika Kuhlmann nutzen f\u00fcr ihre Filminstallation&nbsp;<em>Being Human<\/em>&nbsp;die neuesten&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2019-10\/deepfake-videos-george-clooney-kuenstliche-intelligenz-kunst\">Deepfake-Technologien<\/a>: Die&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/musik\/2019-08\/taylor-swift-lover-album-politische-haltung-rassismus-lgbtq\">Pops\u00e4ngerin Taylor Swift<\/a>&nbsp;und der K\u00fcnstler Oscar Murillo tauchen als digitale Doubles auf. &#8220;Beide sind ja in gewissem Ma\u00dfe Ikonen der Kreativit\u00e4t. Und f\u00fcr uns war es interessant zu fragen, was passiert, wenn wir diese beiden Personen als Simulation auftreten lassen&#8221;, sagt die Berlinerin Annika Kuhlmann. &#8220;Das ist auch so ein bisschen Fan-Fiction. Wenn wir mit den beiden ein Interview f\u00fchren k\u00f6nnten, was w\u00fcrden sie dann sagen?&#8221; Digitale Klone sprechen \u00fcber Authentizit\u00e4t und Menschsein. Das Ganze ist eingebettet in eine Erz\u00e4hlung \u00fcber die diasporische Kultur der Tamilen in Sri Lanka, die fragt, welche Bedeutung Menschenrechte in einer polarisierten Welt noch haben.<\/div>\n<\/div>\n<p>Der ebenfalls in Berlin lebende&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/artanddesign\/2019\/jun\/12\/simon-denny-mona-dark-mofo-mine-art-exhibition\">neuseel\u00e4ndische K\u00fcnstler Simon Denny<\/a>&nbsp;wiederum stie\u00df im Internet auf ein Patent, das Amazon 2016 eingereicht hatte f\u00fcr einen K\u00e4fig, in den die Arbeiter des Handelskonzerns steigen sollten, wenn sie sich in den riesigen Lagerhallen in den Arbeitsbereich der Roboter begeben. Denny baute diesen K\u00e4fig, der wahrscheinlich in der Praxis nie zum Einsatz kommen wird, in Originalgr\u00f6\u00dfe nach. Das wei\u00dfe Monstrum steht in der Mitte eines Ausstellungsraums in San Francisco. &#8220;Einerseits ist es eine Sicherheitsma\u00dfnahme, damit Menschen nicht verletzt werden&#8221;, sagt Denny, &#8220;andererseits ist es ein finsteres Symbol f\u00fcr die Beziehung der Menschen zu automatisierten Robotersystemen.&#8221; Das w\u00e4re schon Metapher genug, aber Denny f\u00fcgt noch eine weitere dazu: Im K\u00e4fig befindet sich ein virtuell-realer Vogel \u2013 ein Exemplar des vom Aussterben bedrohten&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/australia-news\/2019\/mar\/27\/australian-bird-on-track-for-extinction-found-outside-previously-known-habitat\">King Island Brown Thornbill<\/a>&nbsp;\u2013, den der Besucher nur sehen kann, wenn er mit der Kamera eines iPads durch die Gitterst\u00e4be blickt. &#8220;Der ist f\u00fcr mich eine Art Kanarienvogel im Kohleschacht, ein Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr den gesamten Planeten.&#8221;<\/p>\n<p><\/p>\n<h2>Digitale Partizipation ist auch nur Mitmachkunst<\/h2>\n<p>Ja, viele der ausgestellten Werke sind ein wenig mit Bedeutung \u00fcberladen. Die meisten sind erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, die Lekt\u00fcre von Begleittexten ist zum Verst\u00e4ndnis hilfreich. Und nat\u00fcrlich beziehen viele der Installationen den Besucher oder die Besucherin mit ein, Partizipation ist ja ein digitales Versprechen, das sich auch in Mitmachkunst erf\u00fcllt. Ian Cheng hat eine Art digitalen Wurm geschaffen, der auf einem riesigen Bildschirm herumkriecht und vom Publikum mit Datenh\u00e4ppchen gef\u00fcttert wird. In&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.lynnhershman.com\/\">Lynn Hershman Leesons<\/a>&nbsp;Installation, die sich mit \u00dcberwachung und&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2017-10\/pre-crime-film-predictive-policing\"><em>predictive policing<\/em><\/a>&nbsp;auseinandersetzt, kann man an einem Terminal seine E-Mail-Adresse eingeben, und sofort projiziert der Algorithmus, f\u00fcr alle sichtbar, ein paar pers\u00f6nliche Details aus dem Netz auf einen Bildschirm (Telefonnummern sind unkenntlich gemacht). Martine Syms hat einen Avatar von sich selbst erstellt, dem man Nachrichten per SMS schicken kann. Doch statt sich als freundliche Helferin zu geben wie Siri oder Alexa, ist die chattende Kunstfigur ein eher m\u00fcrrischer Gespr\u00e4chspartner, der lieber \u00fcber die eigenen Frustrationen redet.<\/p>\n<p>Die meisten der beteiligten K\u00fcnstler sehen die Technologien, derer sie sich bedienen, offenkundig kritisch, sorgen sich um die Privatsph\u00e4re des Individuums und den&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2019\/52\/shoshana-zuboff-privatsphaere-ueberwachungskapitalismus-sicherheit\">&#8220;\u00dcberwachungskapitalismus&#8221; (Shoshana Zuboff)<\/a>, beteiligen sich an aktuellen politischen Diskussionen.&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/artdecision.eu\/interview-trevor-paglen-and-the-shape-of-clouds\/\">Trevor Paglens Arbeit<\/a>&nbsp;<em>They Took the Faces from the Accused and the Dead&#8230; (SD18)<\/em>&nbsp;etwa kn\u00fcpft unmittelbar an die Debatten \u00fcber Gesichtserkennungsalgorithmen an, die in den USA und Europa gerade gef\u00fchrt werden. Diese Algorithmen brauchen w\u00fcste Datenmengen in Gestalt von Hunderttausenden von Fotos, um zu lernen. Dazu werden gro\u00dfe Datenbanken mit Portr\u00e4tfotos angezapft, die entweder aus dem Netz eingesammelt wurden oder auch, wie in Paglens Kunstwerk, aus Polizeidatenbanken stammen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Abgebildeten nie gefragt wurden, ob sie mit dieser Verwendung ihres Gesichts einverstanden w\u00e4ren. Paglen anonymisiert seine mehr als 3.000&nbsp;<em>mugshots<\/em>&nbsp;von Tatverd\u00e4chtigen jeweils mit einem wei\u00dfen Balken \u2013 die Gesichtserkenner in der Welt drau\u00dfen tun das nicht.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob man diese Kunst mit dem antiquierten Namen Agitprop belegen kann, lacht die Kuratorin Claudia Schmuckli erst einmal herzlich. &#8220;Ja, es ist zum Teil schon Agitprop. Nicht propagandistisch in der Art und Weise, wie wir das aus dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert kennen, aber es sind definitiv kritische Arbeiten mit einer sehr starken politischen Message, die in die \u00d6ffentlichkeit zu bringen ich einfach wichtig empfand.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ausstellung wurde das gesamte Erdgeschoss des renommierten Museums frei ger\u00e4umt, sie wird bis in den Herbst hinein zu sehen sein. Kaum zu glauben, dass dies die erste gr\u00f6\u00dfere Schau zum Thema k\u00fcnstliche Intelligenz ist, die am Geburtsort dieser Technik gezeigt wird. Ob deren Sch\u00f6pfer freilich in Scharen ins De Young Museum str\u00f6men werden, ist fraglich. Man sagt den Tech-Arbeitern des Valley eine gewisse Kunstferne nach, Annika Kuhlmann hat eine interessante Erkl\u00e4rung daf\u00fcr: &#8220;Vielleicht liegt das daran, dass sie sich selbst als Avantgarde sehen und das Gef\u00fchl haben, dass sie mit ihrer Arbeit radikaler zur Gesellschaft beitragen k\u00f6nnen, als die Kunst das kann.&#8221;<\/p>\n<p>Die Allmachtsfantasien der selbst ernannten Disrupter und Digitalrevolution\u00e4re werden seit Langem schon hinterfragt, der sogenannte&nbsp;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2019-12\/social-media-facebook-zukunft-soziale-medien-rueckblick\"><em>Techlash<\/em>&nbsp;gegen das Silicon Valley<\/a>, seine Erfindungen und Konzerne hat sp\u00e4testens mit der Wahl Donald Trumps im Jahr 2016 und der Frage begonnen, inwiefern etwa Desinformationskampagnen auf den im Valley geschaffenen Social-Media-Plattformen Trumps Wahlsieg beg\u00fcnstigt haben. Und die Sorge, dass die Weiterentwicklung von KI vor allem milit\u00e4rische und polizeistaatliche Anwendungen produzieren k\u00f6nne (und k\u00fcnstlerische davor nur eingeschr\u00e4nkt erfolgreich warnen k\u00f6nnten), scheint durchaus begr\u00fcndet. Ein Gef\u00fchl des Unbehagens vor neuen Technologien kann sich nicht erst dadurch einstellen, wenn sie sich uns Menschen anverwandelt oder uns ebenb\u00fcrtig wird. Die Technologien k\u00f6nnten auch einfach unmenschlich sein.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><em>&#8220;Uncanny Valley&#8221; l\u00e4uft noch bis 25. Oktober im De Young Museum in San Francisco.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"author":100,"featured_media":117831,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_links_to":"","_links_to_target":""},"tags":[],"kategorie":[],"class_list":["post-117813","arbeitsprobe","type-arbeitsprobe","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe\/117813","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/arbeitsprobe"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/100"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117813"},{"taxonomy":"kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kategorie?post=117813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}