{"id":118062,"date":"2024-02-05T13:55:41","date_gmt":"2024-02-05T12:55:41","guid":{"rendered":"https:\/\/weltreporter.net\/?post_type=arbeitsprobe&#038;p=118062"},"modified":"2024-02-05T13:55:41","modified_gmt":"2024-02-05T12:55:41","slug":"urlaub-auf-mallorca-die-rueckkehr-des-massentourismus-ist-undenkbar","status":"publish","type":"arbeitsprobe","link":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/arbeitsprobe\/urlaub-auf-mallorca-die-rueckkehr-des-massentourismus-ist-undenkbar\/","title":{"rendered":"Urlaub auf Mallorca: &#8220;Die R\u00fcckkehr des Massentourismus ist undenkbar&#8221;"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Von Merten Worthmann und Julia Macher.<\/p>\n<p>Zu Beginn schauen wir kurz in Mallorcas blauen Himmel. &#8220;Na, neidisch?&#8221; Dann schwenkt Isabel Vidal das Kameraauge ihres Computers zur\u00fcck auf sich selbst und die Wand hinter sich. Die Videokacheln zeigen nun mallorquinische Interieurs. Das passt. Schlie\u00dflich soll es heute um die Innenansicht gehen: Was halten die Inselbewohner davon, dass langsam die Tourismusmaschinerie wieder anl\u00e4uft? Isabel Vidal ist Hoteldirektorin an der Playa de Palma. Der Arzt Albert Pou leitet regelm\u00e4\u00dfig eine Corona-Station. Margalida Ramis ist Umweltsch\u00fctzerin, Maci\u00e0 Bl\u00e1zquez Tourismusforscher an Palmas Universit\u00e4t. Toni Bauz\u00e1 wirft ein paar Brocken Deutsch ins Gespr\u00e4ch. Er hat sie von deutschen Inselbewohnern, die in seiner Hilfsorganisation als Freiwillige arbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DIE ZEIT<\/strong>: Die Deutschen sind zur\u00fcck auf . Sind wir Ihnen willkommen?<\/p>\n<p><strong>Toni Bauz\u00e1<\/strong>: Wir sind halt auf Touristen angewiesen! Die Menschen hier m\u00fcssen arbeiten, sie brauchen was zu essen. Das sehe ich ja t\u00e4glich an den Schlangen unserer Essensausgaben. Was wir gerade erleben, ist ein klassischer Interessenkonflikt.<\/p>\n<p><strong>Isabel Vidal<\/strong>: Unsere beiden Hotels sind noch geschlossen. Aber meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, langsam und kontrolliert Touristen auf die Insel zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Albert Pou<\/strong>: Ich kann durchaus nachvollziehen, auch als Arzt, dass man Touristen wieder willkommen hei\u00dfen und keine No-Covid-Strategie fahren will. Wof\u00fcr ich kein Verst\u00e4ndnis habe: dass man Spaniern aus Regionen mit einer niedrigen Inzidenz die Einreise verwehrt, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/entdecken\/reisen\/2021-03\/osterferien-mallorca-corona-reisen-palma-flughafen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">w\u00e4hrend Touristen aus L\u00e4ndern mit Inzidenzwerten von mehr als 100 einfliegen d\u00fcrfen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Margalida Ramis<\/strong>: F\u00fcr mich als Umweltaktivistin ist nicht die Frage, ob sich Touristen hier willkommen f\u00fchlen oder nicht. Die Abh\u00e4ngigkeit vom Tourismus macht Mallorca anf\u00e4llig f\u00fcr Krisen aller Art. Dieses eingleisige Wirtschaftsmodell ist mitverantwortlich f\u00fcr unsere Not.<\/p>\n<p><strong>Maci\u00e0 Bl\u00e1zquez<\/strong>: Richtig. Viele bringen gerade Ursachen und Folgen durcheinander. Ich habe Studierende, die den Restriktionen die Schuld geben an der Wirtschaftskrise &#8211; und nicht der Pandemie. Dabei gelten die Restriktionen, damit uns die Angeh\u00f6rigen nicht sterben! Und inmitten dieser Sorge rufen die gro\u00dfen Tourismus-Unternehmen der Insel nach Entsch\u00e4digungen, so wie 2008 die Banken. Das ist doch verr\u00fcckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ZEIT<\/strong>: In Deutschland wird bef\u00fcrchtet, dass sich unsere Landsleute bei Ihnen ballen und das Virus dann, wom\u00f6glich als Mutante, in die Heimat zur\u00fcckschleppen.<\/p>\n<p><strong>Pou<\/strong>: Dazu kann ich etwas sagen: Bei den zwei F\u00e4llen, in denen wir im Krankenhaus eine brasilianische Mutante diagnostiziert haben, handelte es sich nicht um die gef\u00e4hrliche Variante, die eine Impfresistenz aufweisen soll.<\/p>\n<p><strong>Vidal<\/strong>: Und was hei\u00dft hier &#8220;sich ballen&#8221;? \u00dcber sind an der Playa de Palma gerade mal 10 Prozent der Hotels ge\u00f6ffnet &#8211; statt 65 bis 80 Prozent wie in normalen Jahren. Und der Ostertourismus ist in der Regel sehr ruhig, sehr famili\u00e4r. Da sehe ich keine Gefahr.<\/p>\n<p><strong>ZEIT<\/strong>: Vor vielen Hotels h\u00e4ngen Transparente der Initiative SOS Turismo. Auch bei Ihnen, Frau Vidal. Wie oft haben Sie \u00fcberlegt, Insolvenz anzumelden?<\/p>\n<p><strong>Vidal<\/strong>: Wir sind ein kleines Familienunternehmen, das gibt man nicht so schnell auf. Aber die Branche blutet langsam aus. Manche Hotels sind geschlossen, seit im Herbst 2019 Thomas Cook pleiteging.<\/p>\n<p><strong>ZEIT<\/strong>: Hat sich die Stimmung nach der Ankunft der ersten Touristen gebessert?<\/p>\n<p><strong>Vidal<\/strong>: Wir f\u00fchlen uns immer noch wie auf einer Achterbahn aus mal besseren, dann wieder schlechten Nachrichten. Es bleibt eine furchtbare Unsicherheit. Jeden Monat m\u00fcssen wir Rechnungen bezahlen und neue Schulden aufnehmen. Allein die M\u00fcllentsorgung kostet alle zwei Monate 8000 Euro &#8211; f\u00fcr M\u00fcll, der nicht anf\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>ZEIT<\/strong>: Maskenpflicht im Freien, Restaurants, die um 17 Uhr schlie\u00dfen m\u00fcssen, Ausgangssperre von 22 Uhr an &#8211; glauben Sie, man kann so verhindern, dass bald wieder neue Reisewarnungen f\u00fcr Mallorca gelten, so wie im vergangenen Sommer, als deutsche Touristen in einem Pilotprojekt als Erste auf die Insel durften?<\/p>\n<p><strong>Vidal:<\/strong> Was den<br \/>\nSommer 2020 angeht, ist gar nicht ausgemacht, ob Touristen die gro\u00dfen<br \/>\nPandemietreiber waren. Jetzt \u00fcber Weihnachten gab es gar keinen<br \/>\nTourismus \u2013 und trotzdem hatten wir anschlie\u00dfend eine neue Welle.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong><br \/>\nHerr Pou, Sie haben 2020 &#8220;das h\u00e4rteste Jahr Ihres Lebens&#8221; genannt. Die<br \/>\nInfektionszahlen sind in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen.<br \/>\nBereiten Sie sich gerade auf eine weitere Welle vor?<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>Pou:<\/strong> Wir<br \/>\nhaben die Zahl der Intensivbetten seit Beginn der Pandemie<br \/>\nverdreifacht. Vor ein paar Wochen, bei sehr niedrigen Inzidenzwerten,<br \/>\nhaben wir \u00fcberlegt, einige Covid-19-Betten wieder f\u00fcr andere Stationen<br \/>\nfreizugeben. Wir haben uns dagegen entschieden. Wahrscheinlich werden<br \/>\nwir sie bald wieder brauchen.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> In Deutschland halten viele einen Mallorca-Urlaub zum jetzigen Zeitpunkt f\u00fcr unverantwortlich und egoistisch. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2021-03\/corona-beschluesse-bundesregierung-urlaubsreisen-ausland-unterbindung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Die Bundesregierung hat sogar ein Ausreiseverbot diskutiert<\/a>. \u00c4rgern Sie sich als Arzt \u00fcber diese ungeduldigen Urlauber?<\/p>\n<p><strong>Pou:<\/strong><br \/>\nNein. Weil ich wei\u00df, dass auf der Insel wichtige wirtschaftliche Gr\u00fcnde<br \/>\nf\u00fcr eine \u00d6ffnung sprechen. Es gibt schon wieder einzelne Touristen, die<br \/>\nsich auf der Insel infiziert haben. Aber solange die G\u00e4stezahlen<br \/>\nniedrig bleiben und es um famili\u00e4ren, naturnahen Urlaub geht, ist das<br \/>\nRisiko eher gering. Nat\u00fcrlich besteht die Gefahr \u2013 und die Furcht \u2013,<br \/>\ndass die Lage erneut au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t. Die R\u00fcckkehr des<br \/>\nMassentourismus halte ich momentan f\u00fcr undenkbar.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong><br \/>\nIn Madrid hat man \u00fcberlegt, Kellnern und Taxifahrern eine gewisse<br \/>\nPriorit\u00e4t in der Impfkette zu geben. W\u00e4re das auch f\u00fcr Angestellte aus<br \/>\nder Tourismusbranche auf Mallorca eine gute Idee?<\/p>\n<p><strong>Pou:<\/strong><br \/>\nMenschen vorzuziehen, die sozial besonders aktiv sind, ist theoretisch<br \/>\nsinnvoll. Aber letztlich ist es, glaube ich, am besten, einfach so<br \/>\nschnell wie m\u00f6glich so viele Menschen wie m\u00f6glich zu impfen.<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>Vidal:<\/strong><br \/>\nWir haben den Beh\u00f6rden nat\u00fcrlich dargelegt, dass das Hotelpersonal dem<br \/>\nVirus besonders stark ausgesetzt ist: Kellner, Rezeptionistinnen,<br \/>\nZimmerm\u00e4dchen. Wir w\u00fcrden aber nie fordern: &#8220;Wir zuerst!&#8221;<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong><br \/>\nHerr Bauz\u00e1, Ihre Hilfsorganisation Tardor k\u00fcmmert sich um arme und in<br \/>\nNot geratene Menschen. Was hat sich durch die Pandemie ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p><strong>Bauz\u00e1:<\/strong><br \/>\nFr\u00fcher hatten wir pro Tag 150 bis 200 Personen, jetzt sind es etwa<br \/>\n1350, die bei uns f\u00fcr Lebensmittel und Hygieneartikel anstehen. Bei<br \/>\nanderen Hilfsorganisationen sieht es \u00e4hnlich aus.<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Sind das alles Menschen, die im Tourismus gearbeitet haben?<\/p>\n<p><strong>Bauz\u00e1:<\/strong><br \/>\nNicht alle, aber sehr, sehr viele. Vor unserer Essensausgabe stehen<br \/>\nJungunternehmer, die gerade ihr Gesch\u00e4ft aufgebaut und all ihre<br \/>\nErsparnisse hineingesteckt hatten. Die jetzt komplett ruiniert sind.<br \/>\nOder Servicekr\u00e4fte, die \u00fcber Jahrzehnte einen Saisonvertrag an den<br \/>\nanderen gereiht haben \u2013 und jetzt vor dem Nichts stehen. Eine unserer<br \/>\nfreiwilligen Helferinnen hat \u00fcber 14 Jahre brav ihre Hypothek getilgt.<br \/>\nAls in der Pandemie ihre Eink\u00fcnfte wegfielen, hat sich die Bank ihre<br \/>\nWohnung geschnappt. Eine andere Familie mit drei Kindern hat eine<br \/>\nWohnung besetzt, weil sie sonst auf der Stra\u00dfe gelandet w\u00e4re. Fr\u00fcher<br \/>\nhaben wir vor allem Langzeitarbeitslosen oder Obdachlosen geholfen.<br \/>\nJetzt sind es ganz normale Leute.<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong><br \/>\nWenn man diese Not t\u00e4glich sieht \u2013 w\u00fcnscht man sich die Touristen dann<br \/>\nnicht so schnell wie m\u00f6glich zur\u00fcck? Und je mehr, desto besser?<\/p>\n<p><strong>Bauz\u00e1:<\/strong><br \/>\nDie Verzweiflung ist riesig. Und die Menschen fordern Unm\u00f6gliches,<br \/>\nobwohl sie wissen, dass wir der jetzigen Lage nicht so einfach entkommen<br \/>\nk\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen allerdings schnell daf\u00fcr sorgen, dass das<br \/>\n\u00f6konomische Fundament der Insel, auf dem wir stehen, nicht vor die Hunde<br \/>\ngeht. Zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2020\/33\/eu-wiederaufbaufonds-italien-spanien-corona-krise-strukturreformen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mit Mitteln aus dem EU-Wiederaufbaufonds<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Ramis:<\/strong><br \/>\nDie EU stellt gerade so viel Geld zur Verf\u00fcgung wie noch nie. Meiner<br \/>\nMeinung nach sollte man es f\u00fcr ein bedingungsloses Grundeinkommen<br \/>\nverwenden. Das w\u00fcrde uns allen etwas Ruhe und Sicherheit verschaffen.<br \/>\nUnd die werden wir brauchen. Denn nach dieser Krise m\u00fcssen wir<br \/>\ndarangehen, die Fixierung auf den Tourismus loszuwerden. Wir m\u00fcssen die<br \/>\nInsel \u00f6kologisch umbauen.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vidal:<\/strong> Viele<br \/>\nForderungen der Umweltsch\u00fctzer gefallen mir. Aber ein wichtiger Teil der<br \/>\nGelder muss jetzt an die Unternehmen flie\u00dfen. Der Tourismus ist nun mal<br \/>\ndie gr\u00f6\u00dfte Industrie der Insel.<\/p>\n<p><strong>Bl\u00e1zquez: <\/strong>Wenn<br \/>\nwir EU-Gelder an Unternehmen geben, dann bitte an kleine, lokale<br \/>\nFirmen. Wir d\u00fcrfen jetzt nicht die Kontrolle \u00fcber unsere Insel<br \/>\nverlieren! Mallorca ist ein Leckerbissen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren und<br \/>\nInvestmentfonds. Die versuchen sich hier festzusetzen wie die Piraten<br \/>\nauf der Schatzinsel. Die \u00fcbernehmen Weinberge und alte Fincas \u2013 aber<br \/>\ngern auch Hotels von Mallorquinern, die jetzt in Versuchung geraten, zu<br \/>\nverkaufen.<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong><br \/>\nMomentan hat man den Eindruck, dass es vor allem die klassische<br \/>\nBallermann-Kultur nach der Pandemie schwer haben wird, wieder auf die<br \/>\nF\u00fc\u00dfe zu kommen.<\/p>\n<p><strong>Bl\u00e1zquez:<\/strong><br \/>\nDeren Exzesse w\u00fcnscht sich niemand zur\u00fcck. Aber der &#8220;Sonne, Strand,<br \/>\nSangr\u00eda&#8221;-Urlaub hat auch sein Gutes. Das ist touristische<br \/>\nIntensivwirtschaft: Bei relativ geringem Ressourcenverbrauch wird eine<br \/>\nhohe Rendite erzielt. Wer Urlaub in der Finca macht, mit gr\u00fcnem Rasen,<br \/>\neigenem Pool und Golfplatz in der N\u00e4he, verbraucht nicht nur mehr Raum,<br \/>\nsondern auch sechsmal so viel Wasser. Trotzdem wird auf den<br \/>\nMassentourismus herabgeschaut. Dahinter steckt auch die Strategie, den<br \/>\nTourismus schrittweise zu gentrifizieren. Einkommensschwache Urlauber<br \/>\nsollen von wohlhabenden verdr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p><strong>Vidal:<\/strong><br \/>\nAn der Playa de Palma k\u00e4mpfen wir seit Jahrzehnten gegen dieses<br \/>\nBallermann-Klischee! Zu den entsprechenden Szenen kommt es vielleicht in<br \/>\nzwei Monaten im Jahr. Ich finde, wir sollten die Touristen nicht nach<br \/>\nihrem Einkommen oder der Art des Urlaubs beurteilen, sondern nach ihrem<br \/>\nVerhalten.<\/p>\n<p><strong>Pou:<\/strong><br \/>\nAls junger Arzt musste ich in der Notaufnahme jeden Sommer Dutzende<br \/>\nAlkoholvergiftungen behandeln und schwere Verletzungen von Leuten, die<br \/>\nvom Balkon in den Pool gesprungen sind. Das hat unser Gesundheitssystem<br \/>\nHunderttausende Euro gekostet! Auf solche Touristen verzichte ich gerne.<br \/>\nMan muss hart gegen Unternehmen vorgehen, die solche Aktivit\u00e4ten<br \/>\nf\u00f6rdern!<\/p>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong><br \/>\nFrau Ramis, Sie haben schon vor Jahren Demonstrationen gegen den<br \/>\nMassentourismus angezettelt. F\u00fcr Sie ist der beste Tourist der, der gar<br \/>\nnicht erst kommt?<\/p>\n<p><strong>Ramis:<\/strong><em> (lacht) <\/em>Auch<br \/>\nwenn man uns gern in diese Ecke stellt: Umweltschutz ist nicht per se<br \/>\ntourismusfeindlich. Aber wir m\u00fcssen diese Industrie zur\u00fcckbauen. Die<br \/>\nRessourcen unserer Insel sind begrenzt.<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Wie sich Mallorca ohne Touristen anf\u00fchlt, war im vergangenen Jahr zu erleben. Haben Sie das genie\u00dfen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Ramis:<\/strong> Ja, die Ruhe war fantastisch. Pl\u00f6tzlich konnte man die Natur wieder h\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Vidal:<\/strong><br \/>\nMich hat gefreut, dass auch die Anwohner mal die Playa de Palma<br \/>\ngenie\u00dfen konnten: f\u00fcnf Kilometer Sandstrand, ein Traum! Ich habe ein<br \/>\nStand-up-Paddle-Board. Als ich damit an einem Sonntagmorgen auf dem<br \/>\nWasser war, hat mich ein Delfin begleitet, vielleicht hielt er mich f\u00fcr<br \/>\netwas zu essen. <em>(lacht)<\/em> Die Ruhe hatte aber auch etwas Trauriges.<\/p>\n<p><strong>Bauz\u00e1:<\/strong><br \/>\nIch bin das ganze Jahr nicht ein einziges Mal am Strand spazieren<br \/>\ngegangen! Meine ganze Energie und Lebenskraft flie\u00dft in unsere vier<br \/>\nSozialzentren. Daf\u00fcr habe ich mich bewusst entschieden, als kleines<br \/>\nGegengewicht zu dem ganzen Wahnsinn um uns herum.<\/p>\n<p><strong>Pou:<\/strong> Ich habe Magaluf entdeckt! Den Strand h\u00e4tte ich vorher nie betreten, weil er so \u00fcberlaufen war. Aber er ist prima.<\/p>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p><strong>ZEIT:<\/strong> Hat noch jemand einen neuen Lieblingsort auf der Insel entdeckt?<\/p>\n<p><strong>Bl\u00e1zquez:<\/strong> Ich bin zwar Geograf, aber Menschen sind mir wichtiger als Orte.<\/p>\n<p><strong>Bauz\u00e1:<\/strong> Der Ort ist irrelevant. Wenn man mit Liebe und Respekt auf etwas blickt, erkennt man darin immer Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p><strong>Ramis:<\/strong><em> (denkt kurz nach)<\/em> Ich werde mich h\u00fcten, einer gro\u00dfen deutschen Zeitung meinen Lieblingsort hier zu verraten!<\/p>\n<p><strong>Bauz\u00e1 und Bl\u00e1zquez:<\/strong><em> (lachen)<\/em> So geht es uns doch auch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":67,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_links_to":"","_links_to_target":""},"tags":[],"kategorie":[],"class_list":["post-118062","arbeitsprobe","type-arbeitsprobe","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe\/118062","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/arbeitsprobe"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/67"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118062"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=118062"},{"taxonomy":"kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kategorie?post=118062"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}