{"id":123259,"date":"2025-03-28T04:11:33","date_gmt":"2025-03-28T03:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/weltreporter.net\/?post_type=arbeitsprobe&#038;p=123259"},"modified":"2025-03-28T04:11:33","modified_gmt":"2025-03-28T03:11:33","slug":"frauenbildung-ermoeglichen","status":"publish","type":"arbeitsprobe","link":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/arbeitsprobe\/frauenbildung-ermoeglichen\/","title":{"rendered":"Frauenbildung erm\u00f6glichen"},"content":{"rendered":"<p>Japan hat die Motive auf seinen 1.000 Yen-, 5.000 Yen- und 10.000 Yen-Geldscheinen ge\u00e4ndert. Auf einem davon, dem 5.000-Yen-Schein, ist eine Frau abgebildet: Umeko Tsuda. Sie lebte von 1864 bis 1929 und setze sich daf\u00fcr ein, dass Frauen eine bessere Schulbildung bekommen. Japanerinnen durften damals keine Universit\u00e4ten besuchen, selbst Mittelschulen f\u00fcr M\u00e4dchen waren selten. F\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit endete die Schulbildung nach der Grundschule.<\/p>\n<p>Tsudas Eltern, die aus der hohen Gesellschaftsklasse der Samurai stammten, gingen in dieser Zeit einen \u00e4u\u00dfert ungew\u00f6hnlichen Weg: Sie schickten ihre Tochter in die USA als Teil einer Mission der japanischen Regierung, die darauf abzielte, westliches Wissen zu erlangen. Tsudas Vater hatte selbst gro\u00dfes Interesse am Westen und war schon einmal in die USA gereist. Japan hatte sich damals lange Zeit von der Au\u00dfenwelt isoliert. Auf Druck der USA \u00f6ffnete sich das Land dem Handel mit anderen Nationen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-spacer\" aria-hidden=\"true\"><\/div>\n<p><strong>Eine westliche Schulbildung erhalten<\/strong><\/p>\n<p>Zu sehen, wie andere L\u00e4nder sich in Japans Zeit der Abschottung entwickelt haben, lie\u00df in der japanischen Regierung die Sorge wachsen, dass ihre Heimat den Anschluss verloren hatte. Die Mission war Teil der Anstrengung, wieder aufzuholen. Tsuda war eines von f\u00fcnf M\u00e4dchen in der Gruppe und mit sechs Jahren die j\u00fcngste unter ihnen. Sie sollten als erste Japanerin \u00fcberhaupt eine westliche Schulbildung erhalten. Zwar hatte die Regierung schon zuvor f\u00fcr Bildungszwecke Kinder ins Ausland geschickt, jedoch ausschlie\u00dflich Jungen.<\/p>\n<p>Tsuda wurde von einem Ehepaar in Washington, D.C., aufgenommen und besuchte eine \u00f6rtliche Schule. W\u00e4hrend des Jahrzehnts, das Tsuda in den USA verbrachte, reifte der Wunsch in ihr, die Bildung f\u00fcr Japanerinnen zu verbessern und eine eigene Schule in ihrem Heimatland zu gr\u00fcnden. 1882 \u2013 im Alter von 17 Jahren \u2013 kehrte Tsuda nach Japan zur\u00fcck und erlebte zun\u00e4chst einen Kulturschock. Tsuda sprach kaum noch Japanisch und fremdelte mit vielen Regeln und Gebr\u00e4uchen ihrer Heimat.<\/p>\n<p>Aufgewachsen in den damals vergleichsweise progressiven USA schockierte sie die Position der Frauen in der japanischen Gesellschaft. In einem Brief an ihre US-Gastmutter Adeline Lanman schrieb Tsuda: \u201eDie Frauen sind komplett abh\u00e4ngig, haben keine M\u00f6glichkeit, sich selbst zu unterst\u00fctzen, da ihnen keine Besch\u00e4ftigung oder T\u00e4tigkeit offensteht, au\u00dfer dem Lehrberuf, und nur wenige sind f\u00fcr das Lehren ausgebildet oder dazu f\u00e4hig. Eine Frau kann kein Eigentum besitzen, und ihre Identit\u00e4t wird mit der des Vaters, Ehemanns oder eines m\u00e4nnlichen Verwandten verschmolzen. Daher fehlt es v\u00f6llig an einem unabh\u00e4ngigen Geist.\u201c<\/p>\n<div class=\"wp-block-spacer\" aria-hidden=\"true\"><\/div>\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25210 webpexpress-processed entered litespeed-loaded\" src=\"https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash-800x533.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" data-lazyloaded=\"1\" data-src=\"https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash-800x533.jpg\" data-srcset=\"https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash-440x293.jpg 440w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash-180x120.jpg 180w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/die-geschlechterungleichheit-in-Japan-ist-nach-wie-vor-gross.-copyright-duonguyen-Unsplash.jpg 1080w\" data-sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" data-ll-status=\"loaded\" \/><figcaption>Die Geschlechterungleichheit in Japan ist nach wie vor gro\u00df. | Foto: Duonguyen \/ Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"wp-block-spacer\" aria-hidden=\"true\"><\/div>\n<p><strong>Unterdr\u00fcckung der Frauen<\/strong><\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Ungleichheit zwischen den Geschlechtern behinderte Tsudas Plan, eine eigene Schule f\u00fcr M\u00e4dchen zu gr\u00fcnden. Zudem hatten sich die Verh\u00e4ltnisse in ihrer Abwesenheit ver\u00e4ndert. Der anf\u00e4ngliche Wille der japanischen Herrscherklasse nach Reformen war einer Skepsis gegen\u00fcber allem gewichen, was als westliche Werte wahrgenommen wurde \u2013 darunter auch die Gleichberechtigung der Frau.<\/p>\n<p>Tsuda ging ihren ungew\u00f6hnlichen Weg jedoch weiter, auch wenn sich ihre Hoffnung, aufgrund ihrer Bildung eine hohe Position in der Regierung zu bekommen, nicht erf\u00fcllte. Stattdessen arbeitete sie in den kommenden Jahren als Lehrerin und verdiente ihren eigenen Lebensunterhalt. 1885 erhielt Tsuda eine prestigetr\u00e4chtige Stellung an einer Schule f\u00fcr M\u00e4dchen des Hochadels. Doch auch die dortige Arbeit erf\u00fcllte sie auf lange Sicht nicht.<\/p>\n<p>Sie kehrte in die USA zur\u00fcck, um zu studieren und machte 1892 ihren Abschluss in Biologie und Erziehungswissenschaft. W\u00e4hrend ihrer Zeit dort baute sie ein Stipendienprogramm auf, das Japanerinnen eine Bildung in den USA erm\u00f6glichen sollte. Auch eine Karriere als Forscherin stand ihr offen. Doch Tsuda kehrte nach Japan zur\u00fcck, um ihren Plan umzusetzen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-spacer\" aria-hidden=\"true\"><\/div>\n<p><strong>Mehr als Englisch lernen<\/strong><\/p>\n<p>Zur Jahrhundertwende gr\u00fcndete sie schlie\u00dflich ihre eigene Schule: die Joshi Eigaku Juku (Englischschule f\u00fcr Frauen). Eine Gesetz\u00e4nderung hatte damals den st\u00e4rkeren Aufbau von Mittelschulen f\u00fcr M\u00e4dchen vorgeschrieben. Es war eine erneute Zeit des Umbruchs. An Tsudas Schule sollten die jungen Frauen in drei Jahren ihren Mittelschulabschluss machen und sich f\u00fcr die staatliche Pr\u00fcfung vorbereiten k\u00f6nnen, um Englisch an \u00f6ffentlichen Schulen zu unterrichten. Doch ging es nicht nur um das Vermitteln der englischen Sprache.<\/p>\n<p>Tsuda verwendete den gleichen Lehrplan wie an Jungenschulen. Ebenso ungew\u00f6hnlich war die Lehrmethode: Die M\u00e4dchen sollten nicht auswendig lernen, sondern ihre eigene Meinung \u00e4u\u00dfern und mit den Lehrkr\u00e4ften diskutieren. Durch die hohen Anspr\u00fcche erlangte Tsudas Schule bald einen guten Ruf. Viele M\u00e4dchen bewarben sich um die wenigen Pl\u00e4tze. Dennoch k\u00e4mpfte die Schule immer wieder mit finanziellen Problemen und Lehrer*innenmangel, was f\u00fcr Tsuda oft Stress und lange Arbeitstage bedeutete. Im Alter von 64 Jahren starb sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt ihre Schule den Rang einer Universit\u00e4t, Frauen d\u00fcrfen in Japan nun studieren und erhalten das Recht zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Auch wenn Tsuda sich f\u00fcr die Bildung von Frauen einsetzte und forderte, diese sollte die gleiche Qualit\u00e4t haben wie die f\u00fcr M\u00e4nner, war sie keine Verfechterin einer v\u00f6lligen Gleichberechtigung. Sie sprach sich gegen ein Wahlrecht f\u00fcr Frauen aus und vertrat die Ansicht, diese sollten Politik meiden. Tsuda nahm an, dass Frauen politische Rechte erhalten w\u00fcrden, sobald sie sich daf\u00fcr \u201ew\u00fcrdig erwiesen haben\u201c, schreibt Barbara Rose in ihrem Buch \u201eTsuda Umeko and women\u2019s education in Japan\u201c.<\/p>\n<p>Einen lauten, aggressiven Protest wie ihn die Suffragetten in den USA und Gro\u00dfbritannien machten, lehnte Tsuda als unjapanisch ab. Die Frauen in Japan arbeiteten \u201ean stillen Orten, in einer ruhigen Art, und sie erreichen dennoch ihr Ziel\u201c, schrieb sie in einem Essay. Tsuda, die selbst nie heiratete und keine Kinder bekam, stellte die Institution der Ehe nicht infrage. Sie wollte, dass Frauen keine Bedienstete ihrer Ehem\u00e4nner sind, sondern gleichwertige Partnerinnen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-spacer\" aria-hidden=\"true\"><\/div>\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25211 webpexpress-processed entered litespeed-loaded\" src=\"https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash-800x533.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" data-lazyloaded=\"1\" data-src=\"https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash-800x533.jpg\" data-srcset=\"https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash-440x293.jpg 440w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash-180x120.jpg 180w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.deine-korrespondentin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Die-Hagi-Meirin-Schule-in-der-Praefektur-Yamaguchi-im-Westen-Japans-war-eine-der-groessten-Schulen-des-Landes.-Heute-ist-es-ein-Museum.-copyright-hiroyoshi-urushima-Unsplash.jpg 1080w\" data-sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" data-ll-status=\"loaded\" \/><figcaption>Die Hagi-Meirin-Schule in der Pr\u00e4fektur Yamaguchi im Westen Japans war eine der gr\u00f6\u00dften Schulen des Landes. Heute ist es ein Museum.<br \/>\n| Foto: Hiroyoshi Urushima \/ Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"wp-block-spacer\" aria-hidden=\"true\"><\/div>\n<p><strong>Festhalten an der Institution Ehe<\/strong><\/p>\n<p>Bildung sollte individuelles Denken bei Frauen f\u00f6rdern. Doch sie bewarb dies auch als einen Nutzen f\u00fcr die Ehe. Eine Ehefrau mit h\u00f6herer Bildung k\u00f6nne ihre Kinder besser erziehen, glaubte sie. Jedoch war die japanische Gesellschaft damals noch stark landwirtschaftlich gepr\u00e4gt. Je mehr die Industrialisierung und das System der Lohnarbeit in Japan an Bedeutung gewannen, desto mehr betonte Tsuda auch die Wichtigkeit, dass Frauen ihren eigenen Lebensunterhalt verdienten.<\/p>\n<p>Den Grund f\u00fcr diese ambivalente Sichtweise bei Frauenrechten sieht Rose in Tsudas Standesdenken. Die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten war damals noch sehr ausgepr\u00e4gt: \u201eAnstatt die bestehende soziale Ordnung herauszufordern, versuchte sie den Einfluss von Frauen aus der Mittelschicht zu vergr\u00f6\u00dfern. Dabei verwechselte sie Einfluss mit echter Macht und Privilegien mit wirklicher Ver\u00e4nderung.\u201c<\/p>\n<p>Die Tsuda Universit\u00e4t in Tokio gibt es noch heute. Auf ihrer Webseite wirbt die Uni mit ber\u00fchmten Absolventinnen, darunter Toshiko Yamane, Japans erste weibliche Diplomatin, oder Mayumi Moriyama, die erste weibliche Regierungssprecherin. Es ist weiterhin eine reine Frauenuniversit\u00e4t. M\u00e4dchen- und Jungenschulen gibt es vor allem in muslimisch gepr\u00e4gten L\u00e4ndern, aber unter anderem auch in Chile, Gro\u00dfbritannien und S\u00fcdkorea, so\u00a0<a href=\"https:\/\/world-education-blog.org\/2021\/03\/29\/in-which-countries-do-children-attend-single-sex-schools\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eine Studie des GEM Reports aus dem Jahr 2015<\/a>.<\/p>\n<p>Dennoch sind auch in Japan gemischtgeschlechtliche Bildungseinrichtungen Standard. Einer Studie vom Education Research Institute of Mukogawa Women\u2019s University zufolge ist die Zahl der Frauenuniverst\u00e4ten in Japan von 98 im Jahr 1998 auf 75 im Jahr 2021 gesunken. Insgesamt gibt es in Japan knapp 800 Universt\u00e4ten. Japan hinkt bei der Gleichberechtigung nach wie vor hinterher. Im\u00a0<a href=\"https:\/\/www3.weforum.org\/docs\/WEF_GGGR_2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Index zur Geschlechtergleichstellung des Weltwirtschaftsforums<\/a>\u00a0landet es auf Platz 118 von insgesamt 146 L\u00e4ndern. Deutschland liegt auf Platz sieben.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr Japans schlechtes Abschneiden ist vor allem die ungleiche Verteilung von Macht und Geld. Im Parlament halten Frauen nur rund elf Prozent der Sitze. Japanerinnen verdienen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/en\/data\/indicators\/gender-wage-gap.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">laut OECD<\/a>\u00a0im Schnitt mehr als 21 Prozent weniger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Im Bereich Bildung schneidet Japan mit einer Parit\u00e4t von 99,3 Prozent jedoch gut ab und landet sogar vor Deutschland. F\u00fcr Tsuda d\u00fcrfte das eine gute Nachricht sein. Auch, wenn sie f\u00fcr ihr Engagement einen hohen Preis bezahlen musste.<\/p>\n<p><strong>Ein einsames Leben<\/strong><\/p>\n<p>Zeit ihres Lebens war sie eine Fremde in ihrer eigenen Heimat \u2013 bedingt durch ihre Auslandserfahrung, ihre Bildung, ihre Berufst\u00e4tigkeit. Auch mit der japanischen Sprache hatte sie Schwierigkeiten, ihr Tagebuch schrieb sie bis zu ihrem Tod auf Englisch. Ihre Familie unterst\u00fctze sie und sie habe treue Sch\u00fcler*innen, schreibt Yoshiko Furuki in ihrer Tsuda-Biografie \u201eThe white plum\u201c. \u201eDoch japanische Freund*innen hatte sie nicht.\u201c Um ihre Ideen und Gedanken zu teilen, habe sie sich stets an Amerikaner*innen gewandt. In Japan f\u00fchrte sie \u201eein einsames Leben\u201c.<\/p>\n<p>Der Titel von Furukis Buch verweist auf Tsudas Vornamen: Ume hei\u00dft Pflaume auf Japanisch. Ihre Mutter soll ihr den Namen gegeben haben, nachdem sie einen bl\u00fchenden Pflaumenbaum gesehen hatte. Tsudas Asche wurde auf dem Campus ihrer Schule begraben. Auf dem Grabstein steht ihr Name nicht wie \u00fcblich in japanischer Schrift:\u00a0\u6d25\u7530\u00a0\u6885, sondern in lateinischer: Ume Tsuda.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":123260,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_links_to":"","_links_to_target":""},"tags":[],"kategorie":[],"class_list":["post-123259","arbeitsprobe","type-arbeitsprobe","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe\/123259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/arbeitsprobe"}],"about":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/arbeitsprobe"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/123260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=123259"},{"taxonomy":"kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/weltreporter.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kategorie?post=123259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}