BERLIN, Donnerstag, der 24. Januar 2008
Felix Zimmermann

Der Überfall auf Marcus Bensmann in den Medien II

Die taz, für die Marcus Bensmann neben anderen Medien als Korrespondent aus Zentralasien berichtet, schreibt, die kasachischen Behörden würden in dem Fall ermitteln, allerdings bestehe weiter Unklarheit über Tatmotive. Marcus' Ehefrau, die Journalistin Galima Bukharbaeva, schließe politische Motive zwar "nicht gänzlich" aus, vermute jedoch "eher einen kriminellen Hintergrund". Die kasachischen Behörden hätten sich Marcus gegenüber kooperativ verhalten. Zudem habe es sich nicht um eine politische Recherche gehandelt, sondern darum, Material für ein Porträt der kasachischen Hauptstadt Astana zu sammeln, heißt es in der taz.

Daniel Brössler berichtet in der Süddeutschen Zeitung vom 24. Januar über den Überfall auf Marcus. Er zitiert den Vize-Chef der Programmgruppe Ausland im WDR, Arnd Henze, mit der Forderung, es müsse "in alle Richtungen ermittelt werden". Daß die kasachische Polizei von einem Raubüberfall spreche, lasse Zweifel daran aufkommen, dass das geschehe. (Beitrag nicht online verfügbar)

Am 23. Januar verweist die Financial Times Deutschland (nicht online) auf einen Hinweis der Organisation Reporter ohne Grenzen, wonach Marcus für den WDR eine Reportage über den im Oktober ermordeten usbekischen Journalisten Alischer Saipow recherchiert hatte. In dem noch nicht gesendeten Beitrag sei auch eine Verwicklung des usbekischen Geheimdienstes nicht ausgeschlossen worden. Inwieweit das mit dem Überfall auf Marcus in Astana zusammenhängt, ist weiterhin unklar. 

FAZ und Berliner Zeitung berichteten (ebenfalls nur in der Printausgabe) von dem Überfall auf ihren Medienseiten am 23. Januar mit dpa-Meldungen. Beide Zeitungen schreiben, dass es den Verdacht gibt, der usbekische Geheimdienst könne hinter dem Überfall stecken. Laut Berliner Zeitung hätten "zentralasiatische Internetagenturen" diesen Verdacht geäußert. Die kasachische Polizei dagegen vermute, der Überfall habe nichts mit Marcus' Beruf zu tun.

Für stern.de hat Weltreporterin Silvia Feist diesen Beitrag geschrieben.

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