PARIS, Montag, der 12. Februar 2007
Barbara Markert

Ein Spam-Filter der besonderen dreisten Art

Gerade wir Auslandsjournalisten sind extrem von einem gut funktionierenden Mailsystem abhängig. Umso ärgerlicher ist es, wenn es plötzlich aus unerfindlichen Gründen nicht mehr geht. Mir ist es heute so gegangen. Ich konnte zwar noch Mails empfangen, aber keine mehr senden.

Da man als Freier keinen Systemadministrator zur Seite hat, den man mittels Hotline an seinen Schreibtisch bestellen kann, muss man sich selbst helfen. Ich verbrachte meinen halben Tag damit, alle Account-Einstellungen zu prüfen, ein Update des Programms zu machen und vorsorgshalber – falls sich ein Virus bei mir eingeschlichen haben sollte – die Daten auf eine externe Festplatte zu speichern.

Um 14 Uhr wusste ich mir nicht mehr zu helfen und rief einen Freund an, der sich damit auskennt. Er prüfte mein Mailprogramm auf seinen Computer und meldete mir nach Stunden: „An Deinen Computer kann es nicht liegen.“ Soweit die gute Nachricht, nur damit hatten wir noch immer nicht den Fehler gefunden. Der Tipp bei der sauteuren Hotline meines Internetservers „Free“ (www.free.fr) anzurufen, blieb die letzte Chance. Dort sagte man mir in bester Laune um 17 Uhr und nach einem verlorenen Arbeitstag: „Ja, wir blockieren nun alle Mails, die keinen Free-Account haben. Sonst könnte sich ihr Computer ja in ein Spam-Monster verwandeln und das wollen wir nicht.“ Dass ich nicht mehr arbeiten konnte, interessierte den Mann dort gar nicht. Auch nicht, dass er eine Informationspflicht mir gegenüber hätte. „Wir fangen damit gerade erst an. Irgendwann schicken wir vielleicht mal eine Mail heraus.“

In den rund eineinhalb Jahren, die ich bei Free bin, habe ich von dem Anbieter noch nie eine Mail erhalten. Aber es kann durchaus sein, dass sie von mir bald eine Mail erhalten und zwar mit dem Hinweis, dass ich meinen Anschluss kündigen werde.

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