SYDNEY, Monday June 14th, 2010
Julica Jungehülsing

Rundes im Eckigen am frühen Morgen. Und Tröten auf die Ohren

Das Gute an der bösen Niederlage für die Australier heute früh beim Fussballspielen in Südafrika? Nicht sonderlich viel. Aber wir denken hier unten gern positiv, sind eine Sportsnation, leben im Land des fair-go, und auch verlieren muss können, wer mal gewinnen will. Daher nenne ich jetzt rasch die zwei Vorteile des 0 zu 4 aus australischer Sicht- (und Hör)weise:

Erstens haben die meisten Australier das Debakel nicht live ansehen müssen. Um 4.30 Uhr am Montag morgen (Anpfiff) schlafen hier einfach viele. (Auch wenn Queen’s Birthday und damit Montag Feiertag war. Jedenfalls überall außer im Westen Australiens, wo die Queen an einem anderen Tag geboren ist). 

Zweitens haben die meisten das Desaster nicht mit anhören müssen. Weil sie ob des nervigen Getrötes dieser Trompeten kaum die Kommentare geschweige denn was anderes hören konnten und die TVs auf “mute / Stumm” geschaltet hatten. Oder eben aus. (Damit war ich offenbar wenigstens nicht die einzige, der diese Tröten total auf den Keks gehen.) In Australien ist “Soccer” eh ein Randgruppensport und was für Grundschulkinder. Diese seltsam summend penetrante Hörfolter hilft nicht gerade, den Sport ums runde Leder aus der Nische zu locken. 

Ok, wenn jemand die Uhrzeit der Spiele etwas sportlicher gestalten würde und die Australier doch noch ein Tor schössen, könnte sich das ändern. Sogar ohne Ton, eventuell. Wir bleiben dran. 

Ps. happy Birthday, Queen E.!

(PPs: die Autorin ist Exil-Anhängerin des sangesstärksten Vereins der Bundesliga, daher sicher nicht gegen Geräusche auf dem Platz, schon aber gegen blödes Gebrumme, and to be honest: what’s the point?). 

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