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Und sie kennen ihn nicht…

 

Wer kennt diese Brille nicht? 98 Prozent der Deutschen, so heißt es auf Heinos Webseite, kennen den berühmtesten singenden Bäcker der Bundesrepublik. Aber nur die Hälfte davon schätzt ihn, und die andere Hälfte hat er offenbar aufgegeben. Es gibt ja ein Publikum jenseits von Bad Münstereifel, noch dazu zahlreicher, in China nämlich.

So nahm er die Einladung gerne an, zur Abwechslung mal im chinesischen Staatsfernsehen zu singen. Auf CCTV-3 läuft die chinesische Version von "Wetten, dass…" und erreicht, wenn auch kein Quotenhit (2-3 Prozent Einschaltquote), bis zu 30 Millionen Zuschauer – seine eigene Jubiläumsshow kam nur auf 6 Millionen.

Potentielle Fans? Wohl kaum. Von "Hei-Nuo" hat kaum ein Chinese je gehört, und auch das Echo auf seinen Auftritt in der chinesischen Presse blieb verhalten, oder eher: gleich Null. Stattdessen mußte der Sänger aus Deutschland erfahren, wie hier Stars behandelt werden, die im Reich der Mitte keiner kennt. In der Sporthalle im Westen Pekings, wo die Show aufgezeichnet wurde, herrschten Temperaturen um die 40 Grad, notdürftig gekühlt von ein paar winzigen Klimaanlagen. Überall lagen Müllhaufen herum, die Bühnentreppe ächzte altersschwach, und Heino mußte 20 Minuten in einer dunklen Ecke auf seinen Auftritt warten.

So auch der Tenor meines Fernsehberichts, doch das war offenbar nicht Fan-tauglich. Auf der Webseite der ausstrahlenden Anstalt, des MDR, wurde daraus jedenfalls ein Jubelchor. "Heino begeistert die Chinesen für Volksmusik". Mir scheint, ich war im falschen Film.

Ein kleiner Trost für Heino-Fans: Anderen deutschen Stars in China ging es nicht besser. Auch Udo Lindenberg, Peter Maffay und Thomas Gottschalk blieben bei ihren Auftritten ohne großen Widerhall. Als die Moderatorin Gottschalk fragte, auf wie viele Zuschauer er mit seiner Samstagabendshow komme (max. 15 Millionen), meinte sie ungerührt: "Dafür würden Sie in China entlassen."

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