Heiliger Krieg – heiliger Profit

Afrika als neues Schlachtfeld des internationalen Terrorismus Engelhardt, Marc, Ch. Links

Afrikas Terroristen machen weltweit Schlagzeilen: Im September 2013 attackierte die al-Shabaab-Miliz ein Einkaufszentrum im kenianischen Nairobi und tötete mehr als 60 Menschen. Mali wird von al-Qaida-Zellen aus der Sahara bedroht – ein Konflikt, der auch auf die Nachbarländer ausstrahlt. Und die EU warnt vor einer »Bedrohung für Europa«.

Wenn es nach Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen geht, dann sollen deutsche Soldaten in Mali, der Zentralafrikanischen Republik und Somalia gegen Terroristen kämpfen. Doch ob das hilft, ist zweifelhaft – vor allem wegen der Motivation, die Terrorgruppen wie die Shabaab, Boko Haram oder die Al-Qaida im islamischen Maghreb antreibt. Die nämlich liegt in Profiten aus illegalen Geschäften. In seinem Buch beleuchtet Weltreporter Marc Engelhardt deshalb die Rolle der Terroristen etwa bei Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, aber auch beim Schmuggel von Zucker und Holzkohle. Eine neue Form der organisierten Kriminalität ist entstanden. Der Kampf für einen Gottesstaat oder ähnliches ist allenfalls zweitrangig und erfüllt vor allem den Zweck, Mitläufer zu gewinnen und Schrecken zu verbreiten.

Für das Buch hat Engelhardt Recherchen von seinen Reisen durch Afrika mit Experteninterviews und Analysen verbunden. Er berichtet vom westafrikanischen Narkostaat Guinea-Bissau, von der Boko-Haram-Bewegung in Nigeria und den Piraten in Puntland.