BUENOS AIRES, Mittwoch, der 2. September 2015
Karen Naundorf

Weltmeisterschaft der Organ-Transplantierten

Eigentlich macht man das ja nicht – hier im Blog auf einen eigenen Beitrag hinweisen! Heute möchte ich jedoch eine Ausnahme machen: Ich komme gerade von der Weltmeisterschaft der Organ-Transplantierten in Mar del Plata (Argentinien) zurück. Bei der Eröffnung standen mehr als 1100 Sportler vor mir, die alle entweder nicht mehr leben würden – oder deren Lebensqualität gleich null wäre. Hätten sie nicht das Organ eines anderen erhalten. Deshalb begannen die Spiele mit einer Schweigeminute, in Gedenken an die Spender und ihre Familien.

Es war zutiefst berührend, Jessica kennenzulernen: Eine 30-jährige Schwimmerin, die nach einem plötzlichen Herzstillstand drei Wochen im künstlichen Koma lag. Und dann mit einem neuen Herz aufwachte. Oder eine Mutter aus Australien, die sich das Gesicht ihrer Tochter auf den Oberkörper tätowieren ließ: Die Tochter ist tot, ein anderer Mensch lebt mit ihrem Herz weiter. Vielleicht kommt die Mutter der Spenderin zu den Weltspielen der Organ-Transplantierten, weil ihre Tochter für sie in all diesen Sportlern irgendwie weiterlebt?

Da ich die einzige deutschsprachige Journalistin vor Ort war (wenn nicht sogar die einzige Korrespondentin – ich habe zumindest keine Kollegen getroffen), möchte ich hier im Blog den Link zu einem Beitrag, der im Schweizer Fernsehen (SRF) gezeigt wurde, teilen.

Beitrag SRF, Tagesschau: Weltmeisterschaft der Organtransplantierten

Organspendeausweis unterschreiben oder nicht? Diese Entscheidung kann man niemanden abnehmen. Aber eine Aufforderung, zumindest einmal darüber nachzudenken, wage ich auszusprechen.

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