Der Überfall auf Marcus Bensmann in den Medien II

Die taz, für die Marcus Bensmann neben anderen Medien als Korrespondent aus Zentralasien berichtet, schreibt, die kasachischen Behörden würden in dem Fall ermitteln, allerdings bestehe weiter Unklarheit über Tatmotive. Marcus' Ehefrau, die Journalistin Galima Bukharbaeva, schließe politische Motive zwar "nicht gänzlich" aus, vermute jedoch "eher einen kriminellen Hintergrund". Die kasachischen Behörden hätten sich Marcus gegenüber kooperativ verhalten. Zudem habe es sich nicht um eine politische Recherche gehandelt, sondern darum, Material für ein Porträt der kasachischen Hauptstadt Astana zu sammeln, heißt es in der taz.

Daniel Brössler berichtet in der Süddeutschen Zeitung vom 24. Januar über den Überfall auf Marcus. Er zitiert den Vize-Chef der Programmgruppe Ausland im WDR, Arnd Henze, mit der Forderung, es müsse "in alle Richtungen ermittelt werden". Daß die kasachische Polizei von einem Raubüberfall spreche, lasse Zweifel daran aufkommen, dass das geschehe. (Beitrag nicht online verfügbar)

Am 23. Januar verweist die Financial Times Deutschland (nicht online) auf einen Hinweis der Organisation Reporter ohne Grenzen, wonach Marcus für den WDR eine Reportage über den im Oktober ermordeten usbekischen Journalisten Alischer Saipow recherchiert hatte. In dem noch nicht gesendeten Beitrag sei auch eine Verwicklung des usbekischen Geheimdienstes nicht ausgeschlossen worden. Inwieweit das mit dem Überfall auf Marcus in Astana zusammenhängt, ist weiterhin unklar. 

FAZ und Berliner Zeitung berichteten (ebenfalls nur in der Printausgabe) von dem Überfall auf ihren Medienseiten am 23. Januar mit dpa-Meldungen. Beide Zeitungen schreiben, dass es den Verdacht gibt, der usbekische Geheimdienst könne hinter dem Überfall stecken. Laut Berliner Zeitung hätten "zentralasiatische Internetagenturen" diesen Verdacht geäußert. Die kasachische Polizei dagegen vermute, der Überfall habe nichts mit Marcus' Beruf zu tun.

Für stern.de hat Weltreporterin Silvia Feist diesen Beitrag geschrieben.

Marcus Bensmann: Gespräch mit meinem Mann

Erst am Dienstag früh Manilazeit bekomme ich mit, was Marcus widerfahren ist. Daran ist meine derzeit miese Internetverbindung schuld, entsprechend dauert das Lesen der vielen emails, die im Netzwerk hin- und hergehen, quälend lange. In das Entsetzen über das, was Marcus passiert ist, mischt sich Besorgnis. In wenigen Tagen fährt mein Mann nach Almaty, der alten Hauptstadt von Kasachstan. Auch Bischkek, die kirgisische Hauptstadt, steht auf dem Reiseplan.

Alles wie immer eigentlich, denn Jürgen ist seit 20 Jahren regelmäßig beruflich in Zentralasien. Derzeit leitet er dort Entwicklungsprojekte im Finanzsektor für die Asian Development Bank (ADB). Für die Projektbetreuung muss er auch regelmäßig Kollegen und Berater in die Region schicken.

Auch Jürgen erschrickt, als er von dem brutalen Überfall hört. Marcus kennt er als den Mann, der für die taz aus Zentralasien berichtet. Dennoch glaubt er nicht an einen von Usbekistan gesteuerten Anschlag, wie er mir abends erklärt: „ Ein usbekischer Dienst würde sich bei einem Einsatz in Kasachstan sozusagen auf feindlichem Gebiet befinden. Usbeken und Kasachen sind Erbfeinde. Warum sollten die Usbeken versuchen, Marcus in Kasachstan zu überfallen? Er ließe sich an seinem ständigen Wohnsitz in Kirgisistan viel leichter ausspähen und attackieren als auf einer Recherchereise in Kasachstan.“

Laut Jürgen ist blanke, kriminelle Gewalt eine viel plausiblere Erklärung. Die pausenlosen Veränderungen der letzten 20 Jahre durch die Perestroika und nachfolgende Reformen hätten viele Menschen in der Region entwurzelt. Die Gesellschaft sei verroht, viele Jugendliche verwahrlost. Immer mehr Tabus seien gefallen. Außer in Usbekistan, wo eine repressive Staatsmacht vieles unterdrücke, sei in anderen zentralasiatischen Ländern Gewalt auf der Strasse inzwischen gang und gebe.

Aber was heißt das jetzt im Klartext für einen Ausländer, für ihn, der ja nun mal mehrfach im Jahr in diese Länder fährt? „In Kasachstan und Kirgisistan konnte ich noch bis vor wenigen Jahren völlig frei durch die Strassen und Parks schlendern. Auch nachts. Das ist vorbei“, sagt Jürgen. „Inzwischen stehen fast an jeder Straßenecke Autos unterschiedlicher Preisklassen, in denen zwei, drei, oder vier junge Männer stecken, die finster vor sich hinschauen und plötzlich schweigen, wenn ich vorbei gehe. Zugegeben, ihre Gesichter sehe ich gar nicht so deutlich durch die dunklen Scheiben. Ich gucke auch nicht so genau hin, um keine Kontaktbrücke zu bauen. Wenn ich das Auto rechtzeitig sehe, wechsele ich die Straßenseite. Diese Jungs haben offenbar keinen normalen Job. Sie verdienen ihr Geld im Dunstkreis von großkalibrigen Kriminellen, Politikern, oder auch Unternehmern. Sie hängen viel rum, sind nicht in bürgerliche Strukturen integriert und irgendwie außer Kontrolle. Sie haben auch keinen Respekt vor der Staatsgewalt: Ihr Pate passt schon auf sie auf, wenn’s mal eng wird.“

Mir wird ein wenig flau im Magen. Zwar hat mir Jürgen immer mal wieder solche Szenen geschildert, aber wie allgegenwärtig sie offenbar sind, war mir nicht klar gewesen. Vielleicht wollte ich es auch nicht wahr haben. Jürgen meint, dass u.a. die Landflucht zu der Misere beiträgt. Viele Bewohner aus ländlichen Gebieten strebten in Städte wie Astana, Almaty, oder Bischkek, um dort ihre Chance zu suchen. Diese Neuankömmlinge fänden aber oft nicht sofort ein Auskommen und sozialisierten sich nur mühsam. Kleinkriminalität und alle Arten von Aggression hätten deshalb in den Städten vor allem in den letzten 2-3 Jahren stark zugenommen.

“Man trifft in Kasachstan und Kirgisistan viele dubiose Gestalten“, erzählt Jürgen weiter. „Nachts natürlich noch mehr, vor allem in der Nähe von Diskotheken und Spielkasinos. Da wird man dann plötzlich aus einer Gruppe heraus angesprochen und ganz schnell angemacht. Die Jungs machen das zum Zeitvertreib, oder um sich zu produzieren, oder um jemanden abzuziehen. Vielleicht auch nur, weil der Club zu einem bestimmten Machtbereich gehört, und die Burschen wissen wollen (oder müssen), wer da unterwegs ist. Vielleicht
auch, weil sie nicht wollen, dass jemand einheimische Mädchen anbaggert oder sich zu genau umschaut und Fragen stellt. Ich denke, das wäre ein plausibles Szenario für das, was Marcus passiert sein könnte. Und so stellt sich das vermutlich auch derzeit der kasachischen Polizei dar.“

Jetzt rückt Jürgen noch mit einem Überfall auf einen anderen Deutschen raus: Professor Heiko Fritz ist kurz vor Weihnachten 2007 in Almaty brutal zusammengeschlagen worden. „Heiko unterrichtet in Almaty an einer Universität. Als er abends auf dem Heimweg war, wurde er von einer Gruppe Kasachen nach einer Zigarette gefragt. Sein ausländischer Akzent passten den Kasachen wohl nicht, sie schlugen und traten auf Heiko ein. Anscheinend wurde noch nicht einmal der Versuch gemacht, irgendetwas zu stehlen. Heiko geht davon aus, dass er noch Glück hatte: Es war "nur" die Nase gebrochen und der Kiefer ausgerenkt. Er hat Schlimmeres aus seinem Bekanntenkreis gehört. Heiko ist am 22. Dezember in München operiert worden und sollte jetzt schon wieder in Almaty sein.“

Auch dieser Vorfall zeugt von unsinniger Brutalität. Ich frage mich, ob Jürgen als Ausländer – auch wenn er wie Marcus lange Erfahrung in der Region hat und fließend russisch spricht – sich besonders in Acht nehmen muss?

“Ich glaube nicht, dass Kriminalität und Gewalt in Kasachstan oder Kirgisistan sich primär gegen Ausländer richtet“, meint er dazu. „Ausländer vor Ort hören natürlich in erster Linie von Gewalt innerhalb ihrer Kreise. Ich höre aber viel öfter von sinnlos brutalen Straßenüberfällen auf Einheimische. Ein- bis zweimal pro Jahr überfallen zu werden ist für Einheimische in Bischkek um Beispiel nichts Außergewöhnliches mehr. Wer nicht geschlagen wird, hat Glück. Als westlicher Ausländer ist man wohl nach wie vor eher geschützt, vielleicht weil die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Überfall von der Polizei überhaupt zur Kenntnis genommen wird. Ich hoffe, ich mach mir hier nichts vor“, räumt er ein.

Generell sei die Lage in Kasachstan und Kirgisistan schlimmer als in Usbekistan. Das liege nicht nur an der Repression in Usbekistan, sondern auch daran, „dass Kasachen und Kirgisen als Abkömmlinge von Nomaden echt raue Burschen sind. Wenn einem etwas in Mittelasien passiert, dann in Kasachstan oder Kirgisistan. Bei all meinen Reisen in fast
alle osteuropäischen Länder und die GUS-Staaten, bin ich nur einmal auf der Strasse überfallen worden, und das war in Schimkent in Südkasachstan. In beiden Ländern haben viele meiner Kollegen und Bekannte negative Erfahrungen gesammelt.“

Ein Security update, das die ADB Jürgen gerade geschickt hat, stimmt mich auch nicht gerade heiter. Es macht irgendwie drastisch klar, dass seine nächste Dienstreise keine sein wird „wie immer“. Für mich nicht und für ihn nicht.

 

Security in the Field: Kazakhstan

Executive Summary

The most commonly reported crimes committed against foreign travelers are purse snatching, pick pocketing, assaults and robberies. Foreign travelers, especially westerners, are perceived as being affluent and vulnerable by criminals. Criminals tend to operate in the vicinity of western hotels, transportation sites and open-air markets in population centers.

The central open-air market in Almaty, known locally as the "green market", and other areas frequented by foreign travelers are considered higher density petty crimes areas. Foreign travelers are often targeted for confidence schemes at transportation hubs.

One scheme is for a petty criminal to pose as driver and to offer passengers ground transportation to their hotel. The driver then drives the unsuspecting passenger to an isolated and remote area and demands an exorbitant rate to return the passenger to the city.

Der Überfall auf Marcus Bensmann in den Medien I

Eine kleine Zusammenfassung aus verschiedenen Quellen hat Wikio.

Weitere Texte finden sich hier: taz; Reporter ohne Grenzen, Kölner Stadt-Anzeiger, welt.de, web.de, Bild, Socialblogs.

Ausländische Quellen:

Reporters sans frontières, Le Monde, Le Figaro, The Moscow Times, Interfax, Interfax Kazakhstan, bleskovky (Slowakei), health.sk, 20cent.

 

Marcus Bensmann über Kasachstan

Marcus ist in den letzten Jahren immer wieder nach Kasachstan gefahren und hat von dort berichtet. Eine (unvollständige) Übersicht seiner Artikel zu Kasachstan aus den letzten beiden Jahren:

 

7.11.2007

Zur Pressefreiheit in Kasachstan: Die kasachischen Behörden verhinderten die Drucklegung kritischer Zeitungen, der "Swoboda Slowa" und "Respublika". Nun erscheinen sie wieder. Warum?

http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/wo-unabhaengigkeit-endet/?src=SE&cHash=23c3b3fff9

 

22.08.2007

Kasachstan nach der Wahl: Die Opposition ist auf dem Rückzug. Trotz Wahlfälschungen gibt es keinen Aufruf zu Protesten. Der Chef der Sozialdemokraten meinte, seiner Partei fehle der Rückhalt in der Bevölkerung:

http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/opposition-auf-dem-rueckzug/?src=SE&cHash=2098965898

 

20.08.2007

Marcus Bensmann kommentiert die Wahlen: Deutschlands Aussenpolitik scheitert in Kasachstan. Das Parlament dient als Kulisse

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/parlament-als-kulisse/?src=SE&cHash=868d64e799

 

20.08.2007

Kasachstan nach der Wahl: Nasarbajew allein im Parlament. Die Partei von Regierungschef Nasarbajew erhält 88 Prozent aller Stimmen und ist damit die einzige in der Volksvertretung. Die Opposition spricht von Wahlbetrug

http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/nasarbajew-allein-im-parlament/?src=SE&cHash=60eb7d87c2

 

18. 8. 2007

Kommentar vor dem Urnengang  in Kasachstan: Sind da Wahlen diesmal fair?

http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/sind-da-wahlen-diesmal-fair/?src=SE&cHash=b0202cf293

 

8.8. 2007

Erste Leiche in Staatsaffäre: Die vermisste TV-Moderatorin Anastasia Nowikowa wird tot aufgefunden. Unter Verdacht steht der Exschwiegersohn des Präsidenten.

http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/erste-leiche-in-staatsaffaere/?src=SE&cHash=7048b50dc1

 

1.8. 2007

Charme als Chance: Ein neues Mediengesetz soll kasachischen Journalisten mehr Rechte einräumen – 2009 will das Land den OSZE-Vorsitz übernehmen

http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/charme-als-chance/?src=SE&cHash=f54a1ace6e

 

2.10. 2007

Reportage über die Situation an der Grenze zwischen Kasachstan und Turkmenistan

http://www.nzz.ch/2007/02/10/al/articleEWNJY.html

 

31.5. 2007

Interview mit dem kasachischen Menschenrechtsaktivist Jevgenij Zhovtis zur Lage in Zentralasien

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2007/05/31/a0187

 

September 2007

Kasachstan: Freie Medien nicht in Sicht. Bericht in "Reporter ohne Grenzen" zur Situation der Medien in Kasachstan

http://www.reporter-ohne-grenzen.de/publikationen/rog-report/report-32007.html

 

März 2007

Bericht in «amnesty – Magazin der Menschenrechte» zu Erdöl, Menschenrechten und Politik

http://www.amnesty.ch/de/aktuell/magazin/50/fette-beute-fur-despoten

Marcus Bensmann

Sonntagmorgen. Meine Mailbox meldet eine dringende Nachricht. Barbara Heine, unsere Geschäftsführerin bei den Weltreportern, braucht die Liste mit den Notfallkontakten. Unser Kollege Marcus ist in Kasachstan überfallen worden und liegt schwer verletzt in Astana im Krankenhaus.

Ich bin vor den Kopf geschlagen. Marcus’ Familie steht nicht auf der Liste. Da steht gar keine Adresse. Denn er hatte gerade sein Zuhause aufgeben müssen, als wir genau deswegen die Notfallliste begannen.

Marcus und seine Frau mussten Usbekistan verlassen. Die beiden waren im Mai 2005 im ostusbekischen Andischan gewesen, um darüber zu berichten, wie Hunderte von Menschen für mehr Freiheit in ihrem Land auf die Straße gingen. Die Polizei und das Militär verwandelten die friedliche Demonstration in ein Blutbad. Marcus und Galima erlebten es mit, eine Kugel durchschlug Galimas Laptoptasche – und die beiden berichteten. Aktuell. Und später über die Hintergründe. Seitdem galten sie als Regimegegner und beschlossen, im Sommer 2005 ihr Zuhause in Taschkent aufzugeben. Gleichzeitig waren sie entschlossen, einen Weg zu finden, weiter aus der Region zu berichten.

In dem Herbst hat er bei unserem Jahrestreffen oft die Frage gehört, warum sie nicht einfach nach Deutschland kommen. Ich habe sie auch gestellt und die Antwort geahnt. Ich hatte zu viele burmesische Exilanten kennen gelernt, die daran verzweifelten, in ihrer Heimat nicht direkt etwas bewirken zu können. Die darunter litten, im Ausland festzusitzen und kein Gehör zu finden. Wenn Journalismus nicht nur eine Profession ist, sondern eines der wenigen verfügbaren Mittel, um auf unerträgliche Lebensverhältnisse aufmerksam zu machen, dann klingt die Idee, freien Journalismus in Düsseldorf zu betreiben, plötzlich fast absurd.

So ähnlich muss Marcus’ Frau Galima das empfunden haben; 2005 erhielt sie vom amerikanischen Committee to Protect Journalists den International Press Freedom Award. Marcus, der Zentralasien so gut kennt, wie wenige andere Deutsche, teilt ihre Leidenschaft, diese Welt und ihre Spielregeln zu erklären. Sie zogen nach Bischkek. Immer dabei, Marcus’ unerschütterlicher Optimismus.

Zweieinviertel Jahre später liegt Marcus im Krankenhaus. Sein Freund, der Journalist David Schraven, erzählt mir, was er am deutschen Sonntagabend weiß. Er ist bei aller Tragik beruhigt, dass alles auf einen brutalen kriminellen Überfall hindeutet. Ordinäre Gewalt als Glück im Unglück. Keine Lebensgefahr mehr. Wenig später eine neue Email. Die Sachlage hat sich geändert. In den kurzen Momenten, in denen Marcus nicht bewusstlos ist, hat er dem ARD-Kameramann erzählt, er sei aus einem Auto gestoßen worden. Doch ein gezielter Anschlag? Angst im Raum. Die Familie, David und die ARD verständigen sich sofort auf Stillschweigen, bis Marcus sicher außer Landes ist und informieren uns über die Entscheidung.

Jetzt ist Marcus in Sicherheit. In einer Spezialklinik. In unserem Netzwerk sind unzählige Emails hin- und hergeflogen. Wir warten stündlich auf neue Nachrichten. Hoffen, dass es jetzt nur noch bergauf geht. Und dass er wieder ganz gesund wird.

Wir hoffen, dass das Auswärtige Amt mit allem Nachdruck auf eine Aufklärung dieses Überfalles drängt. Dass die kasachischen Behörden, dem Verbrechen wirklich nachgehen. Im Augenblick ist noch nicht zu überblicken, ob Marcus Opfer eines "normalen" Verbrechens geworden ist oder ob der Überfall im Zusammenhang mit seiner journalistischen Arbeit steht. In der Welt, aus der Marcus berichtet, ist nicht auszuschließen, dass Kritik mit Gewalt beantwortet wird.

Der WDR, in dessen Auftrag er eine Geschichte über den Boom in der neuen Hauptstadt Astana vorbereitet hat, hat sich sofort um ihn gekümmert.

Ein großer Dank an die Kollegen. Denn plötzlich stehen bei uns auch Fragen im Raum, was es heißt, in so einer Situation, als freier Journalist beauftragt zu sein.