PARIS, Montag, der 19. Oktober 2009
Barbara Markert

Einmal sprayen ohne übermalt zu werden

Graffiti ist den Pariser Stadtbehören ein Dorn im Auge. Es gibt eine Abteilung, die durch Paris geht und unerlaubtes Sprühen sofort eliminiert. Sprich, ein Maler der Stadtbehöre wird geschickt und der übermalt dann in der Wandfarbe des Hauses die ‘tags’, wie man in Frankreich french-english Graffiti nennt. Somit bleibt die Stadt schön wie immer. Nur an einer Wand in der Stadt herrscht seit Juli Anarchie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier darf gesprüht werden, wie man lustig ist. Denn die Kunststiftung Fondation Cartier hat sich in einer Ausstellung der Straßenkunst gewidmet und zeigt unter dem Titel ‘Né dans la rue..’ (dt.: Geboren in der Straße) die Geschichte des Graffiti von den Anfängen bis heute.

Zwar fehlt ‘unsere’ Berliner Mauer vollständig in der Ausstellung (und das trotz des Mauerfall-Geburtstags), aber ansonsten ist die Schau gut gemacht, vor allem weil beim Eingang zum Museum jeden ersten Samstag am Monat Starsprayer eingeladen sind, um die Außenwand zu bemalen. Die offiziell erlaubten Sprayer bleiben natürlich nicht allein zwischen den ihren Aktionen, denn zu verlockend ist die Einladung und zu publikumswirksam. Deswegen schaut die Wand nun eigentlich jede Woche anders aus. Ein Kunsthappening in situ, wie man so schön sagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das was auf den hier gezeigten Bildern zu sehen ist, sind die Anfänge der Aktion. Inzwischen wurde es wilder. Und auch auf der Homepage der Fondation geht es auch gerade recht tag-mäßig und wenig informativ zu und auch das passt zum Großen Ganzen.

Fotos: Barbara Markert

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