NEU-DELHI, Samstag, der 27. September 2008
Britta Petersen

Indische Selbstkritik (II)

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle auf die bewundernswerte Fähigkeit zur Selbstkritik in Indien aufmerksam gemacht ("Gottverlassen", 6.8.2008). Dies könnte nun eine Serie werden, die ich anderen Nationen ans Herz legen möchte. Der neueste Fall: Ein unbekannter Kolumnist der "Hindustan Times" echauffiert sich über eine Aussage des Generalsekretärs der regierenden Kongress-Partei, wonach bei staatlichen Wohlfahrtprogrammen von einer ausgegebenen Rupie nur etwa fünf Paisa die Adressaten erreichen – der Rest des Geldes verschwindet in den Taschen der mit der Durchführung beauftragten Bürokraten.

Der Kolumnist schreibt: "Der neueste Korruptions-Perzeptions-Index von Transparency International wird einer aufstrebenden Macht wie Indien nicht gerecht. Dass Indien auf Platz 85 von 180 Ländern landet, ist eine Beleidigung für das wahre Potenzial des Landes. Wir brauchen bessere Methoden um das Phänomen zu messen. Denn, einfach ausgedrückt, Indien ist 100 Prozent korrupt. Unser wahrer und angemessener Platz ist 180, an der Seite von Somalia."

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