JOGJAKARTA, Freitag, der 1. September 2006
Christina Schott

Pressekonferenz auf Indonesisch

Eine ganz alltägliche Pressekonferenz bei einem großen internationalen Unternehmen in Jakarta. Vier Stunden sind auf dem Einladungsschreiben für den Launch eines neuen Produkts angesetzt.

Als ich – mit Verspätung – ankomme, sind außer mir und einem indischen Kollegen nur eine Handvoll indonesischer Kollege anwesend. Jeder erhält eine Pressemappe samt Baseball-Kappe und CD-Case mit Firmenlogo. Zum Empfang gibt es ein reichhaltiges Frühstückspaket, Kaffe und Tee.

Nach etwa einer Stunde hat sich der Raum gefüllt, die anwesenden Manager beginnen mit ihren Begrüßungsreden. Immer noch trudeln einheimische Kollegen ein. Die meisten spielen mit ihren Handys, einer nickt ein. Die Konferenz dauert samt einer sehr kurzen Fragerunde nur eine knappe Stunde. Ich will gerade aufstehen, als die Moderatorin das Mikrofon noch einmal ergreift und ein Quiz ankündigt: „Wer die Fragen richtig beantwortet, kann weitere Geschenke gewinnen. Aber nicht von der Pressemitteilung ablesen!“ Ein T-Shirt, ein Täschchen und diverse andere Gifts gehen an diejenigen, die am schnellsten herunterleihern können, was die Konzernmanager zuvor gerade verkündet haben.

Und damit von den anderen niemand enttäuscht ist, öffnet sich kurz vor Schluss die Schiebetür zum Seitenzimmer, wo schon das große Mittagsbuffet wartet.

Als ich den Konferenzsaal verlasse, sind genau vier Stunden vergangen. Baseball-Mütze und CD-Case habe ich dem Hausmeister vermacht.

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