ISTANBUL, Sonntag, der 11. Oktober 2009
Susanne Güsten

Produktionsprozess

Wenn zwei bislang verfehdete Staaten eine historischen Durchbruch erzielen, sich auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen einigen und die Öffnung der geschlossenen Grenze ins Auge fassen, dann sollte man als Korrespondent in Erfahrung bringen, was die Bevölkerung an dieser Grenze davon hält. Auf geht es also an den seit 16 Jahren geschlossenen Grenzübergang Alican zwischen der Türkei und Armenien. Weil der Flughafen Agri seit Monaten geschlossen ist, geht es mit dem Flugzeug nach Kars und dann mit dem Auto weiter. Obwohl es noch September ist, sieht das Wetter in Kars bereits so aus:

 

 

Auf der 150 Kilometer weiten Fahrt durch die Berge ist nicht nur mit dem Wetter zu rechnen und mit Lastwagen, die auf ihrem Weg aus Iran oder nach Georgien grundsätzlich auf der falschen Spur entgegen kommen, sondern auch mit vierbeinigen Verkehrsteilnehmern:

 

 

In der Tiefebene von Igdir ist das Wetter wärmer, die Straße schlängelt sich parallel zum Grenzfluss Aras dahin bis zur gleichnamigen Provinzhauptstadt Igdir am Fuße des Berg Ararat.

 

 

 

Am Ortsausgang von Igdir steht das türkische Völkermordsdenkmal, das die türkische Sicht der Ereignisse von 1915 symbolisiert – ein Ensemble von fünf Schwertern, die sich vor dem Ararat fast 45 Meter hoch in den Himmel recken:

 

 

 

Hinter Igdir ist die Türkei bald zu Ende: Rechts geht es hier zu der aserbaidschanischen Enklasve Nakhitschewan, links zum geschlossenen Grenzübergang nach Armenien:

 

 

 

Nur ein paar Kilometer sind es jetzt noch bis Alican, doch da haben es zwei Lastwagen doch noch geschafft: Vollsperrung der Überlandstraße.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung der Landbevölkerung geht es über Feldwege weiter zum Ziel. Warme Abendsonne beleuchtet den Besuch in Unter-Alican, das grenznächste Dorf auf der türkischen Seite:

 

 

 

Beim Besuch im Nachbardorf Ober-Alican dämmert es bereits:

 

 

 

Was die Bewohner der Grenzdörfer gesagt haben, das ist hier nachzulesen und hier nachzuhören.

Und von der türkisch-armenischen Grenze aus gesehen, sieht der Berg Ararat so aus:

 

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