PARIS, Dienstag, der 10. Juli 2007
Barbara Markert

Seid freundlich zueinander!

Gestern war in Paris der Tag des Tourismus. Die Aktionen richteten sich vor allem an Tourismusprofis und nicht an die Touristen, die davon ja nichts wussten. Das ist ja schon mal sehr zielgerichtet! In der Stadt tummelten sich ein paar, in Orange gekleidete Abgesandte (Die Farbe Orange macht gute Laune), die bei der Bevölkrung dafür warben, zu Touristen freundlicher zu sein. Eine gute Initiative, schließlich ist Paris eine der unfreundlichsten Städte der Welt. Nur, war soll diese Aktion? Nach einem Tag wird kein Pariser plötzlich lächeln und dem Touristen ein akzentfreies "'ello, 'au arrrr yuuuu?" zuflöten. Vor allem nicht, wenn es dabei aus Kübeln regnet und Gewitter Kurzschlüsse erzeugen. Seit nunmehr zwei Monaten leben die Pariser im Dauerregen, die Stimmung ist auf dem Nullpunkt, alle wollen nur noch eines: Flüchten aus der Stadt und diesem Sommer. Der erste Schwung ist in die Ferien bereits abgereist. Die Stadt leert sich und die Abreisenden rufen den orange gekleideten Tourismus-Propheten zum Abschied hinterher:"Sollen doch die anderen freundlich sein, wir hauen ab!" Die anderen, die Übriggebliebenen, das sind die armen Tröpfe ohne Villa an der Küste und die Touristen selbst. Okay, Touristen seid also freundlicher zueinander, wenn ihr in Paris Station macht. Ist es das, was die Stadt will? Fazit: Diese Aktion der Tourismusbehörde ist im wahrsten Sinne ins Wasser gefallen. Tomber à l'eau, sagt man dazu übrigens auch im Französischen.

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