PEKING, Freitag, der 19. Februar 2010
Ruth Kirchner

Stille bitte

Nun ist das Jahr des Tigers schon fast ‘ne Woche alt, und noch immer wird in Peking geballtert, was das Zeug hält. Vor unserer Wohnanlage stapelt sich der Feuerwerksmüll meterhoch – gigantische Papptonnen, aus denen die Knaller und Raketen abgefeuert wurden. Endlose Knallfroschschlangen. Ganze Straßenzüge sind mit den roten Papierschnipseln der  Knaller übersät.

Dank der Nachrichtenagentur Xinhua haben wir sogar Statistiken parat. Allein nach der Neujahrsnacht am vergangenen Wochenende hat die Stadtreinigigung 79,69 Tonnen Feuerwerksmüll beseitigt. Kein Gramm mehr, keins weniger. Wie langweilig wäre das Leben doch ohne die Zahlen und Statistiken der amtlichen Verlautbarer.

Aber der Müll ist mir eigentlich herzlich egal. Mir geht es um den Lärm. Da ist kein Ende abzusehen. Neujahr wird in China laut und vor allem lange gefeiert.Abend für abend  krachen die Donnerschläge, hallt es zwischen den mehrstöckigen Wohnhäusern der Nachbarschaft. Laut muss es sein. Am besten lauter. Ab und zu ein paar Leuchtrakteten-Farbkleckse am Himmel. Das ist ganz hübsch, aber auf Dauer etwas ermüdend. Vor allem muss es krachen. Am besten im Dauerbombardement.

Früher war – natürlich – alles besser. Auch die Neujahrsfeiern. Da galt in Peking nämlich  Feuerwerksverbot. Ach, herrliche Zeiten waren das. Stille. Einfach nur himmlische Stille.

Die wird erst in einer Woche wieder einkehren. Wenn der Abschluß der Neujahrsfeierlichkeiten ansteht. Gefeiert wird, wie es sich gehört. Mit einem gigantischen Feuerwerk natürlich.

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