Donnerstag, der 7. Dezember 2017
Danja Antonovic

7. 12. „Podvarak“ – Sauerkrautauflauf zur serbischen Weihnacht

Nein, nein, das Festessen gibt es in Serbien am 24. Dezember nicht. Da sind die orthodoxen Serben noch brav am Fasten, da müssen sie noch gute zwei Wochen durch, denn der Heiligabend wird erst am 6. Januar gefeiert. Der Heiligabend ist der letzte der 40 Fastentage, also, auf den Tisch kommen nur Fisch, Nudeln mit Nüssen, Obst und Trockenobst.

Am ersten Weihnachtstag, am 7. Januar, geht es dann mit einer Tafel, die sich biegt, so voll ist sie, richtig los. Das lange Fasten wird belohnt, es werden bis zu zehn Menügänge aufgetischt, hier eine kleine Auswahl: Als Antipasti kommen dünn geschnittener Rinderschinken, Ziegenkäse in Öl, sauereingelegte Paprika, gefüllt mit Schafskäse auf den Tisch. Es folgen eine klare Suppe und Tafelspitz mit Meerrettichsauce.

Danach kommt „Podvarak“, ein Sauerkrautauflauf, mit dicken Rippchen und Würstchen im Ofen gebraten. Als Hauptspeise – ein Spanferkel, bei Becker kross gebraten, dazu gibt es eingelegte grüne Tomaten und Ofenkartoffeln.

Und dann wird es süß: Baklawa und eine Unmenge vom Kleingebäck beenden das Weihnachtsessen, das mehrere Stunden gedauert hat. Und von viel Schlivovitz und sonstigen alkohologeschwängerten Getränken begleitet war. Das gehört dazu, sagen die Serben, da kann man besser das fette Essen verdauen…

Hier das „Podvarak-Rezept“. Das Gericht gilt in Serbien als Nationalgericht und wird nicht nur zu Weihnachten gegessen.

Rezept

PODVARAK  (SAUERKRAUTAUFLAUF)

Zutaten für 4 Personen

1,2 kg Sauerkraut aus der Dose, oder ein gesäuerter Kohlkopf (in „Balkan-Geschäften in Großstädten zu finden)

4 – 5 Zwiebel, mittlerer Größe

½ Knoblauchknolle

30g Reis

1 Tasse Öl (aber auch Schweinefett)

3 Lorbeerblätter

8 – 10 Pfefferkörner

1 TL Pfeffer, gemahlen

1 EL Paprikapulver süß

4 Bauernwürste (wahlweise 4 Koteletts)

½ kg geräucherte Rippchen, wahlweise marmorierter Speck oder Schinken

Zubereitung

Falls man die gesäuerten Kohlköpfe findet, diese gut auswaschen, weil sie sonst zu salzig sind und zu viel Säure haben. Nach Gefühl gehen, nicht übertreiben, die Säure soll bleiben. Die Blätter vom Strunk befreien, in Bandnudelnbreite (ca. 2cm) schneiden, gut ausdrücken, zuerst zur Seite legen.

Zwiebel klein schneiden, in reichlich Fett anbraten, bis sie glasig werden. Sauerkraut dazu geben, immer wieder etwas Wasser hinzufügen, etwa 30 Minuten dünsten, ständig umrühren, bis das Kraut gebräunt wird. Pfefferkörner, gemahlenen Pfeffer, Paprikapulver und Reis dazu geben, wieder gut umrühren, eventuell etwas Wasser dazu geben, damit die Masse nicht zu trocken wird, auf die Seite stellen. (Wer mag kann statt Wasser Rotwein oder Suppenfond nehmen)

Geräucherte Rippchen  etwa 10 Minuten kochen, damit sie weniger salzig sind. Koteletts anbraten, bis sie Farbe bekommen, Würste genauso.

In einen großen Brater Sauerkohl und Fleisch schichten. Zuerst Kohl, dann Fleisch, dann wieder Kohl. Erst jetzt die ganzen Knoblauchzehen dazu geben und gut mit anderen Zutaten mischen.

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen, den Brater hinein stellen.

Etwa 2 – 3 Stunden braten.

Immer wieder Fleisch und Kohl durchmischen, eventuell etwas Flüssigkeit zugeben, eventuell auch mit einer Alufolie bedecken.

In den letzten 20 Minuten Würste nach oben setzen, sodass sie schön knusprig werden. Sauerkraut und Würstchen sollen eine schöne braune Farbe haben.

Dazu passt Baguette oder das türkische Weißbrot. Und ein Glas Rotwein.

„Prijatno“ – Guten Appetit!

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