PARIS, Montag, der 2. Oktober 2006
Barbara Markert

Fashionblog: 1. Tag – Viele Asiaten und ein Deutscher

Bei den Pariser Modeschauen lässt man es am ersten Tag traditionell langsam angehen. Die Schauen beginnen erst um 10.30 Uhr, eine Stunde später als normal, und der Andrang hält sich noch in Grenzen, weil die internationale Presse, allen voran die wichtigen Amerikaner, noch nicht angereist ist. Wintour und Konsorten kommen nämlich erst, wenn die großen Modehäuser defilieren (ab Dienstag). Der erste Tag ist deshalb vor allem den jungen Asiaten reserviert, wie dem Chinesen Frankie Xie, der mit seiner Kollektion Jefen die Schauen eröffnete, Mina Perhohen, Lie Sang Bong, Toga oder Es.

Doch trotz der Anlaufphase, gab es am Sonntag bereits ein paar Highlights. Und dazu gehört auf alle Fälle die Premiere von Wolfgang Joops Wunderkind in Paris. Sein Umzug aus New York habe „rein logistische Gründe“, erklärte mir die Pressefrau.

Er selbst sagte dagegen, sein Stil sei nicht „business-mäßig genug für New York“. Was auch immer der Grund sei, die deutschen Medien waren zahlreich im Backstagebereich vertreten, wo man abgesehen von Models, Make-Up-Leuten und Friseuren nur noch deutsche Worte hörte, und sich freute, dass auch Tochter Jette Joop extra zu Papas Paris-Premiere angereist ist. Sie versuchte zwischen den Interviews mit ihrer nigelnagelneuen Digitalkamera Wolfgang Joop bei den Interviews aufzunehmen. Für das Familienalbum? Jette Joop: „Och, das weiß noch nicht so genau“.

Weitere Highlights waren auch die Show von Balmain, wo Christophe Decarnin nun in der zweiten Saison versucht, das alte Label zu relaunchen, und natürlich Martin Margiela, bei dessen Show ich als Freelancer natürlich keine Eintrittskarte hatte, aber die mir dann eben unter style.com anschauen werde.

Jedoch mein persönlicher Favourit vom ersten Schauentag ist Dice Kayek. Die junge Türkin mit Wohnsitz in Paris erwies erneut ihr Talent mit steifen, sehr kurzen Ballonröcken, schwingenden Hängerkleidchen und 13 cm hohen Zehensandalen-High Heels, die mit doppeltem Klebeband an die Füße der Models geklebt wurden.

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