Schön, taub, aber entschlossen

Als Sophie Vouzelaud geboren wurde, sah wenig danach aus, dass sie einmal als Model arbeiten würde. Sie kam nahezu völlig gehörlos auf die Welt. Trotzdem lernte sie sprechen und besuchte eine normale Schule. Mit 19 nimmt sie an einem Modelwettbewerb teil und ergattert am Ende den zweiten Platz bei der Wahl zur Miss France. Seitdem ist die Schönheit mit den Hörgeräten in Frankreich ein kleiner Star und setzt sich für mehr Akzeptanz der Gehörlosen in der Gesellschaft ein. Sie möchte beweisen, dass man auch mit einem Handikap ein normales Leben führen kann. Weltreporterin Barbara Markert stellt die Französin, die aktuell eine Botschafterrolle für Dior Parfums übernommen hat, in einem Modeportrait mit umfangreicher Bilderreihe zur aktuellen Herbstmode vor.

Eine Heldin für alle Frauen

Eineinhalb Jahre Vorbereitung, sechs Monate Dreharbeiten, 28 Tage Expedition – mit einem Ziel: Die erste afghanische Frau auf den Gipfel des höchsten Berg Afghanistans zu bringen. Die Anstrengung hat sich gelohnt. Hanifa Youssefi, 24 Jahre alt, hat es an die Spitze geschafft, auf knapp 7500 Meter. Lange mussten die Details der Expedition aus Sicherheitsgründe geheim gehalten werden. Aber nun, da das Team sicher wieder zu Hause angekommen ist, will Hanifa die Welt wissen lassen: „Ich will eine Heldin für alle Frauen sein.“ Theresa Breuers Reportage über die Expedition und ihr Film „An Uphill Battle“ erscheinen in den kommenden Monaten.

An Uphill Battle

Seit zwei Jahren arbeiten Weltreporterin Theresa Breuer und die amerikanische Fotografin Erin Trieb an einem Dokumentarfilm über das erste weibliche Bergsteigerteam Afghanistans. Die jungen Frauen haben sich vorgenommen, was bisher noch keine Afghanin vor ihnen wagte: Sie wollen den höchsten Berg des Landes erklimmen. Mount Noshaq ist 7500 Meter hoch und selbst für Bergsteigerprofis eine Herausforderung.

Zudem werden Frauen, die in Afghanistan Sport treiben, sozial geächtet und müssen sich immer wieder gegenüber ihrer Familie und deren Umfeld behaupten. Um die einmalige Expedition zu begleiten, trainieren Breuer und Trieb seit fast zwei Jahren.

Wer das Projekt „An Uphill Battle“ unterstützen will, kann das hier tun: https://www.kickstarter.com/projects/erintrieb/an-uphill-battle#

 

Jacindas Bösewicht

Seit unsere hochschwangere, supercoole, blitzgescheite und wunderschöne Premierministerin Jacinda Ardern Europa beehrt hat, ist jeder und vor allem jede ihr Fan. Angela Merkel lächelte beim Besuch in Berlin ein gütigeres Mutti-Lächeln als sonst – fast schon ein inniges Omi-Strahlen. Angie und Cindy posierten zusammen mit einem Kiwi-Stofftier. So viel Kuscheligkeit! So viel Wärme! So viel Weiblichkeit! Der Oxytocin-Ausstoß war spürbar.

Was nicht nur hormonell anschlug, sondern stilistisch imponierte, war Arderns Dinner-Auftritt im Buckingham-Palast nach dem Empfang bei der Queen. Da erschien sie mit prallem Babybauch wie ein Hollywoodstar im bodenlangen rostfarbenen Kleid, über dessen schmeichelhaften Ton und Fall sich in ganz Ozeanien keiner mehr einkriegte. Um ihre Schultern trug sie einen traditionellen Maori-Umhang aus Federn, über dessen korrekten Namen die neuseeländische Presse stolz tagelang fachsimpelte.

Und am Arm hatte die PM Clarke Gayford, schnieker Ehemann im Smoking – über den gerade ein Mediengewitter niederging, das sowohl Shitstorm wie Reinwäsche war. Denn leider darf niemand sagen, ob es dabei Blitz, Donner oder Hagel gab. Alles geheim. Hat der werdende Kindsvater der neuen Staatschefin Schande gebracht? Hat er Dreck am Stecken? Ist er ein promigeiler Blender, der sich an den Rockzipfel einer mächtigen Powerfrau gehängt hat – oder gar schlimmer?

Die neuseeländische Polizei gab diesen Mittwoch ein ungewöhnliches Statement heraus: Sie bestätigte, dass keinerlei Ermittlungen gegen den 41-jährigen Moderator der Anglershow „Fish of the Day“ vorliegen oder er jemals im Visier der Behörden war. Seit Monaten brodelten schmutzige Gerüchte in der Medienküche, die dem „First Husband“ anrüchige bis illegale Handlungen unterstellte – vertuscht von einer angeblich korrupten Justiz.

Jetzt ist der Strom an den überbrodelnden Dampfkochtöpfen endlich aus. Jacinda Arderns Kommentar dazu war lediglich, dass sie kein Interesse an „dirty politics“ habe – und einen Job zu erledigen. That’s our girl! Doch auch wenn alles nur ein widerliches Komplott ihrer konservativen Gegner war: Die Flecken auf dem Herd, die bleiben. Denn jetzt fragen sich alle, die die Gerüchte noch nicht kannten: Was bitte soll der schnuckelige Gayford verbrochen haben, außer dass er aussieht, wie frisch aus der Fernseh-Datingshow „The Bachelor“ entlaufen?

Langsam sickern in Aotearoa die ersten Insider-Kenntnisse durch. Drucken darf man sie dort nicht, aber hier. Es ist nicht der Verdacht, dass der TV-Star sich das leicht prätentiöse „e“ am Vornamen – Clarke – selbst zugelegt hat. Viel schlimmer. Aucklands Fischläden sind angeblich in den Schmierenskandal verwickelt. Der „Fisch des Tages“, den Jacindas Gatte jede Woche vor der Kamera aus dem Wasser zieht, sei gar nicht frisch, sondern stinkt: Er habe ihn heimlich vorher gekauft.

Mein erstes Jahr in Kalifornien – und das als Buch

IMG_8194Ich bin ja jetzt schon eine ganze Weile in Kalifornien, angekommen 2003 als ARD-Radio-Korrespondentin und inzwischen als selbständige rasende Reporterin unterwegs mit allen Höhen und Tiefen, die das freischaffende Leben so mit sich bringt.
Zu den Höhen zählt eindeutig, dass es nun das erste Buch von mir gibt. Ein Jahr in Kalifornien!
Als der Herder-Verlag mich fragte, ob ich Lust auf das Projekt hatte, war ich sofort neugierig. Schon lange träumte ich davon, ein Buch zu schreiben. In der Grundschule habe ich das sogar schon mal gemacht. Selbst gebundene und illustrierte Abenteuer eines Mädchens, frei erfunden mit starken autobiographischen Zügen. Der Dackel meiner Freundin hat das Werk leider vernichtet bevor es zum Bestseller werden konnte.
Jetzt also ein neuer Versuch. “Ich finde das Jahr, in dem ich mich selbständig gemacht habe spannender als mein erstes Jahr in Kalifornien”, sagte ich beim Treffen mit dem Lektor. Der antwortete diplomatisch, das sei sicher auch sehr interessant, aber in der Serie gehe es mehr darum, wie das so ist, wenn man in einem neuen Land ankommt. “Die Bürokratie ist überwältigend, die Menschen sind fremd und das Wetter ganz anders.”
Ja, wie war das damals eigentlich? Ich versuchte mich zu erinnern und mir fiel einiges ein: wie meine Ikea-Möbel in Bubble-Wrap ewig auf einem Containerschiff durch den Panama-Kanal schipperten und ich deshalb auf der Luftmatratze schlief.  Wie am roten Teppich die Prominenz einfach an mir vorbei ging, weil die internationale Radiojournaille in Hollywood nicht die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Wie ich wegen zu großer Vorsicht durch die erste Führerscheinprüfung gefallen bin. Wie ich den ersten prall gefüllten Waffenschrank gesehen habe. Wie ich Wasserkanister in die Grenzwüste geschleppt habe.  Wie ich staunend in der Gischt der Wasserfälle vom Yosemite-Nationalpark stand. Und natürlich wie wunderbar es nach 14 Jahren Berliner Winter war, dass so oft die Sonne scheint. Das ist übrigens immer noch wunderbar!
Jetzt ist es raus in der Welt, mein erstes Buch. Bei mir ist allerdings noch keins angekommen, obwohl der Verlag das Paket mit Belegexemplaren schon vor einer Weile abgeschickt hat. Auch das ist so eine kalifornische Erfahrung: transatlantische Post kostet zwar ein Vermögen, bewegt sich aber im Tempo der Postkutschen-Zeit.
Ob das ins nächste Buch passt? Eher nicht. Das wird eine erfundene Geschichte mit nur ein paar autobiographischen Zügen.

London: Frauenkollektiv gegen Jack the Ripper

Das umstrittene Museum über Jack the Ripper, das im vergangenen Herbst heftige Proteste provoziert hatte, steht noch immer. Bei der Eröffnung im Oktober war das Londoner East End in Empörung ausgebrochen: Angekündigt war eine Einrichtung, die die Geschichte der Frauen im Londoner Osten zelebrieren würde; herausgekommen war jedoch eine seltsame Würdigung des berüchtigten Frauenmörders, der 1888 im Quartier Whitechapel Schrecken verbreitete. Im Museum an der Cable Street sind etwa nachgestellte Mordszenen mitsamt Puppen der Opfer zu bewundern, neben denen die Besucher zu einem Selfie eingeladen wurden. Einer der Designer des Museums bezeichnete es damals als „anzüglichen, frauenfeindlichen Müll“.

Jack_the_Ripper_MuseumDie Geschmacklosigkeit stieß auch vielen Anwohnern sauer auf. Wütende Proteste verzögerten die Eröffnung, wiederholt wurden die Scheiben des Museums eingeschlagen, und Petitionen wurden lanciert, um es zu schließen. Dieses Vorhaben ist zwar gescheitert, aber eine Gruppe von Frauen hat sich zu einer anderen Form des Protests entschlossen.

Heute prangt auf der gegenüberliegenden Seite des Museums, unter den Geleisen der Docklands Light Railway, ein großes Plakat mit der Aufschrift: „Feiert die Suffragetten, nicht Serienmörder“, und daneben eine Wegbeschreibung. Als Antwort auf das Ripper-Museum hat ein Frauenkollektiv in einer nahen Kirche eine Ausstellung eröffnet, die der sensationsheischenden Touristenfalle eine seriöse Ehrung der Frauen des East End gegenüberstellen will.

Dass es einiges zu erzählen gibt, ist auf den ersten Blick zu sehen, wenn man das Pop-up Museum in der Kirche St George in the East besucht: Eine Handvoll etwas zu dicht bedruckter Informationstafeln schildert Episoden aus 200 Jahren Lokalgeschichte, die oftmals nationale und internationale Bedeutung erlangten. Der Kampf für sozialen Fortschritt steht im Vordergrund. So liest man etwa von den „Streichholzfrauen“, den Teenagerinnen, die Ende der 1880er-Jahre gegen die Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken protestierten – und die meisten ihrer Forderungen durchzusetzen vermochten. Oder von den Suffragetten, die hier einen wichtigen Stützpunkt hatten und bei den Arbeiterinnen im armen Osten große Unterstützung genossen. Auch neuere Kampagnen werden vorgestellt, etwa jene gegen die Gentrifizierungswelle, die derzeit rund um den Olympiapark schwappt.

Den Initiantinnen vom East End Women’s Collective geht es aber auch darum, die Verniedlichung von Gewalt gegen Frauen anzuprangern, wie sie im Ripper-Museum zu sehen ist: „Diese Art von Gewalt ist keine Serie von mysteriösen Ereignissen, die sich vor 130 Jahren ereigneten“, schreiben sie, sondern eine historische wie gegenwärtige Realität für viele Frauen; „sie sollte nicht auf eine Form der Unterhaltung für den Nervenkitzel reduziert werden.“

Das Pop-up-Museum ist ein vorübergehendes Projekt: Das Kollektiv sammelt noch immer Geld für eine permanente Ausstellung – um die Geschiche zu erzählen, die das Ripper-Museum eigentlich hätte erzählen müssen.

Frühkindliche Erziehung in der Manege

Spanien kommt aus der Bluthochdruckzone gar nicht mehr raus. Ein Skandal jagt den anderen, Oberthema: Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Klingt schrecklich langweilig, ist aber ein echter Aufreger, zumindest wenn die Protagonisten ein Stierkämpfer und eine Podemos-Abgeordnete sind.
Fran Rivera, genannt Paquirri, hat ein Foto von sich und seiner jüngsten Tochter gepostet. Es zeigt ihn beim Training, in der heimischen Arena, mit einer Jungkuh, und zwar in dieser Pose:

Anschauungsunterricht in Sachen Tradition und Kulturpflege

Musische Früherziehung, Unterrichtseinheit Tradition

Daneben der Text: “Carmens Debüt – Sie gehört zur fünften Generation einer Stierkämpferfamilie. Mein Großvater zeigte das gleiche meinem Vater, mein Vater mir, ich meinen beiden Töchtern…”
Innerhalb weniger Stunden war die Debattennation zweigeteilt, in den Talkshows liefen die Mikrofone heiß, Verfechter (“Tradition”, “Weitergabe von Werten”) und Gegner (“Angeber”, “unverantwortlich”, “Tierquälerei”) warfen sich alle Nettigkeiten zwischen “Banause” und “Mörder” an den Kopf. Und natürlich wurde sogleich die Parallele zu diesem Skandal gezogen:

Politische Früherziehung, Unterrichtseinheit Eltern-Kind-Rechte

Politische Früherziehung, Unterrichtseinheit Eltern-Kind-Rechte

Podemos-Abgeordnete Carolina Bescansa hatte doch tatsächlich zur ersten Parlamentssitzung ihr Baby mitgebracht. Die Vize-Parlamentspräsidentin höchstpersönlich wies die Neue darauf hin, dass es auch eine KiTa im Parlament gäbe und ließ sich dann lang und breit in einer Talkshow darüber aus, ob ein “geschlossener Raum mit 400 Erwachsenen” tatsächlich das richtige Ambiente für einen Säugling wäre. Auch da verliefen tiefe Fronten zwischen Befürwortern (“Biologie, Mutter-Kind-Bindung”, “Zeichen setzen für arbeitende Eltern”) und Gegnern (“Populismus”, “unverantwortlich”). Man könnte jetzt lang und breit tatsächliche und mutmaßliche Gesundheitsrisiken für die jeweiligen Säuglinge in Plenarsaal/Arena analysieren, über die Ähnlichkeiten und Unterschiede beider Manegen sinnieren; interessant bei der Debatte ist vor allem, dass diejenigen, die sich über Bescansas Baby echauffierten Paquirris Baby beklatschen. Und umgekehrt natürlich. Die Argumente sind austauschbar, denn im Kern geht es nicht um die Kinder, Mütter, Väter, sondern um Politik: um die ungezogenen Neuen (Podemos und Co) gegen die überkommenen Alten (Toreros und Co).

Das zeigte sich auch am anderen großen Aufreger der letzten Wochen, Oberthema: angemessene Bekleidung/Haartracht. Die Vizepräsidentin des Parlaments kommentierte die Rasta-Locken eines Podemos-Abgeordneten mit einem “So lange da keine Läuse überspringen, ist mir das egal”, Podemos-Chef Pablo Iglesias revanchierte sich dafür, in dem er auf einer Pressekonferenz eine Journalistin für ihren “prächtigen Pelzmantel” lobte – das ist stilistisch eleganter, in der Sache aber  genauso dämlich.

Es wird jedenfalls höchste Zeit, dass die Legislatur ins Rollen kommt und so vielleicht, vielleicht, ein bisschen mehr Inhalt in die Scheindebatten rutscht.

 

Heimliche Hilfe für DDR-Gefangene aus Kalifornien

Ich habe Angela Thompson getroffen um mit ihr ein Interview über Dresden zu machen.
Genauer gesagt geht es darum, wie sie als Dreijährige mit Mutter, Großmutter und kleiner Schwester aus den Flammen flüchtete.
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Sie spricht darüber, wie sie in Bischofswerda ankamen und ein neues Leben aus dem Nichts aufbauten, wie sehr sie die Jungen Pioniere hasste und all den Zwang, der mit dem Leben in Ostdeutschland verbunden war. Dann kam die große Enttäuschung, als sie sich nach der Flucht in den Westen auch dort eingeengt fühlte und schließlich der Umzug in die DDR, immer verbunden mit der Sehnsucht nach Freiheit.
Fast nebenbei erzählt mir Angela, dass sie später in den 70 er Jahren zurück kam in die DDR und zwar jedes Jahr.
Sie hat dort Menschen geholfen, die wegen ihrer politischen Meinung, religiöser Überzeugungen oder kritischen Äußerungen unterdrückt wurden. “Ich wusste, dass das gefährlich war, aber ich konnte nicht anders,” sagt sie.

Wie bitte? Das MUSS sie mir genauer erzählen!

Angela Thompson hatte das dringende Bedürfnis, den Menschen in der DDR zu helfen.
Vor allem lag das daran, dass sie sich und ihre Eltern immer wieder gefragt hatte, warum niemand gegen Hitler aufgestanden war, warum niemand den Menschen geholfen hatte, die unter ihm unterdrückt wurden. Außerdem war sie sehr dankbar dafür, dass sie den Weg in die Freiheit gefunden hatte und ganz über ihr Leben bestimmen konnte.
“Plötzlich habe ich gewusst, dass ich doch von niemandem erwarten kann, dass sie etwas für Menschen in Schwierigkeiten tun, wenn ich selbst nicht den Menschen in der DDR helfe.”
Es begann mit dem Schmuggeln von Taschenrechnern, politischen Zeitschriften und Büchern für Verwandte und Freunde. Daraus wurde viel mehr. Angela Thompson fuhr mit dem Auto quer durch die USA nach Washington, um dort mit Senatoren und Vertreten des Außenministeriums über politische Gefangene zu sprechen. Die Abgeordneten versprachen, zu helfen. Sie telefonierte mit Präsidentschaftskandidat Ronald Reagan über einen besonders brisanten Fall. Auch er wurde aktiv.
Sie selbst übermittelte Informationen zwischen West und Ost, bog heimlich von der Transitstrecke ab, um sich mit Angehörigen der Gefangenen zu treffen.
Der Gefahr war sie sich immer bewusst. “Aber ich musste das einfach tun, weil das zum Menschsein dazu gehört.”

Sie erzählt mir das in ihrem licht durchfluteten Wohnzimmer. Im Regal hinterher viele deutsche Bücher, Reclamhefte und Schallplatten mit klassischer Musik. In Glasvitrinen Porzellan aus Meißen und Krippenfiguren aus dem Erzgebirge. Dazwischen eine Buddhafigur, Rosen aus dem Garten und moderne Kunst and den Wänden.
Man merkt die starke Verbindung zwischen ihr und der alten Heimat.
Niemals hätte ich geahnt, was sie für die Menschen dort riskiert hat.

Mehr als 50 Prozent Frauen bei WELTREPORTER.NET

screenshot B Vorschlag AusschnittHamburg, 30. März 2015. Während laut der Journalisteninitiative ProQuote im ZDF fast nur Männer die Auslandsberichterstattung bestimmen, sind bei WELTREPORTER.NET, dem Zusammenschluss freier Auslandskorrespondenten, die Frauen in der Mehrheit.

„Von unseren 43 aktiven Korrespondenten sind 23 Frauen. Wir sind da anscheinend erheblich weiter als andere, und das sogar ohne Quote,“ sagt Barbara Heine, Leiterin der deutschen Repräsentanz von WELTREPORTER.NET. „Denn die Realität ist: Es gibt ebenso viele hoch qualifizierte Frauen wir Männer unter den Journalisten.“

Viele relevante Standorte sind bei WELTREPORTER.NET  in der Hand von Frauen: So berichtet Birgit Svensson seit vielen Jahren, teilweise als einzige deutsche Journalistin, aus dem Irak, Susanne Güsten aus Istanbul, Susanne Knaul und Tanja Krämer aus Jerusalem. Über die Auswirkungen der Euro-Krise in Griechenland berichtet Alkyone Karamanolis (Athen), in Spanien Julia Macher. Insgesamt arbeiten neun Weltreporterinnen in Europa.

Mehr als die Hälfte der Frauen bei WELTREPORTER.NET arbeitet an außereuropäischen Standorten: Bettina Rühl, Leonie March und Nicole Macheroux-Denault berichten aus Afrika, Christiane Kühl und Hilja Müller aus Peking, weitere Kolleginnen aus den USA, Argentinien, Brasilien, Indonesien, Neuseeland und Australien.

Auch im Vorstand des im Jahr 2004 gegründeten Vereins gibt es mehr Frauen als Männer, hier ist das Verhältnis drei zu zwei.

„Wenn Weltreporter berichten, wird das Weltgeschehen deshalb nicht nur kompetent und differenziert, sondern auch ausgewogen präsentiert“, so Barbara Heine.

WELTREPORTER.NET ist das größte Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandskorrespondenten und berichtet aus und über mehr als 160 Ländern.

13. bis 19. März: Birgit Svensson präsentiert irakische Autorinnen in Deutschland

Inana_CoverSeit vielen Jahren berichtet Weltreporterin Birgit Svensson (manchmal als einzige deutsche Journalistin) aus dem Irak. Als wir im Sommer 2014 in Hamburg abends in einem Straßencafé saßen, eine Situation, wie sie in Badgad undenkbar ist, erzählte Birgit mir von ihrem Traum, ihre Anthologie irakischer Frauentexte auch in Deutschland zu veröffentlichen und den irakischen Frauen damit auch bei uns ein Gehör zu verschaffen. Dieser Traum ist jetzt wahr geworden – und Birgit Svensson bringt im März zwei der Autorinnen mit nach Deutschland, um die Anthologie “Mit den Augen von Inana” vorzustellen:

Samarkand al-Djabiri ist Schriftstellerin und Kurzgeschichtenautorin, Amal Ibrahim al-Nusairi ist Leiterin der Al-Noor Stiftung für Kultur und Medien in Bagdad ist mit zwei Lyrik-Texten im Buch vertreten und hat die Arbeiten kuratiert.

Hier die Daten der Lesereise:

Freitag, 13. März, 15-16 Uhr: Leipziger Buchmesse, Deutschlandradio Kultur,
in der Glashalle, Stand 12. (Die Aufzeichnung des Gesprächs wird am Mittwoch 18.3. zwischen 9:07 und 10:00 Uhr, von Deutschlandradio Kultur, Sendung “Im Gespräch”, ausgestrahlt.)

Der Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftung präsentiert die Anthologie im Anschluss an die Leipziger Buchmesse in verschiedenen Städten Deutschlands:

Jena: Sonntag, 15. März, 16:00 Uhr, Ricarda-Huch-Haus, Löbdergraben 7.

Hamburg: Montag, 16. März, 19:00 Uhr, Mathilde Bar, Kleine Rainstraße 11, Ottensen

Bremen: Dienstag, 17. März, 19:00 Uhr, Institut français, Contrescarpe 19

Frankfurt/Main: Mittwoch, 18. März, 19:30 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3.

Berlin: Donnerstag, 19. März 2015, 19:30 Uhr, Heinrich Böll Stiftung, Schumannstr. 8.